Drese spricht sich für familienfreundlichere Gestaltung des Arbeitsalltags aus

Nr.006  | 11.01.2017  | SM  | Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung

Sozialministerin Stefanie Drese hat sich heute dafür ausgesprochen, die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz vollständig aus der gesellschaftlichen Tabuzone zu holen. Beim Neujahrsempfang der Unfallkasse MV in Kooperation mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock sagte sie: „Psychische Belastungen sind in gleicher Weise zu beurteilen und mit entsprechenden Maßnahmen zu minimieren wie körperliche Belastungen. Gut, dass die Fachwelt zunehmend erkennt und wissenschaftlich untersucht, wie gravierend die wirtschaftlichen Auswirkungen einer Vernachlässigung des Themas sein können.“

In ihrer Rede hob die Ministerin insbesondere den Aspekt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf hervor. Drese sprach sich hierbei für einen achtsamen Umgang bei der Gestaltung der Arbeitszeit aus. „Natürlich sind Schichtarbeit und Überstunden nicht immer vermeidbar. Die Beschäftigten sollten aber ihre Wünsche einbringen können, damit familiäre Bedürfnisse Berücksichtigung finden. Eine familienfreundliche Gestaltung der Arbeitstätigkeiten ist eine enorme Ressource, die vielfältigen psychischen Belastungen im Arbeitsalltag entgegenwirken kann“, sagte Drese. „Dazu gehört z.B. die Möglichkeit von Homeoffice oder auch die Bereitstellung von Kitaplätzen in Randzeiten durch den Arbeitgeber.“

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind nach Auffassung der Ministerin die unterschiedlichen psychischen Arbeitsbelastungen von Frauen und Männern. „Frauen arbeiten öfter befristet und in Teilzeit, klagen häufiger über Multitasking, Arbeitsunterbrechungen und Beschäftigungs-Monotonie. Männer hingegen befinden sich eher in Zeitarbeitsverhältnissen, berichten von überlangen Arbeitszeiten und starkem Termin- und Leistungsdruck“, betonte Drese.

Das bedeute, auf der einen Seite sensibel dafür sein, dass unterschiedliche Arbeitsaufgaben und Tätigkeiten mit unterschiedlichen Belastungen einhergehen. Auf der anderen Seite dürfe man nicht in Geschlechterrollenbilder verfallen. Denn, so Drese, typische Vorurteile zu den Geschlechtern können einen Einfluss auf die Erhebung von psychischen Belastungen haben. „Rollen, die wir typischerweise eher Frauen oder Männern zuschreiben, beeinflussen, ob bestimmte Anforderungen und Belastungen überhaupt wahrgenommen oder andere überbewertet werden.

Drese: „Aus meiner Sicht sind Belastungen aber keine geschlechtsspezifische Kategorie. Gefährdungsbeurteilungen sollten sich nicht von Vorurteilen in Bezug auf die Geschlechter leiten lassen, sondern vom objektiven Belastungsprofil.“