1 Mio. Euro für den Ankauf von wissenschaftlichen Geräten

Ministerin Hesse: Anschaffungen von Geräten sind Investitionen in den Wissenschaftsstandort

Nr.149-17  | 07.08.2017  | BM  | Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Hightech für die Wissenschaft: Das Land hat in diesem Jahr die Anschaffung von zwölf wissenschaftlichen Geräten an den Hochschulen mit einem Volumen von insgesamt 1 Mio. Euro unterstützt. Die wissenschaftlichen Geräte sind für die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, die Universität Rostock, die Universitätsmedizin Rostock und die Hochschule Stralsund bestimmt. Die Fördermittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

„Die Anschaffungen von Geräten für die Hochschulen sind Investitionen in unseren Wissenschaftsstandort“, sagte Wissenschaftsministerin Birgit Hesse. „Forscherinnen und Forscher brauchen gute Bedingungen und moderne Hochleistungsgeräte für ihre Arbeit. Der Ankauf der Hochleistungstechnologie ist jedoch teuer, so dass das Land die Hochschulen und die Universitätsklinika dabei unterstützt“, erläuterte Hesse.

Die Förderungen im Einzelnen:

1. Vollautomatische Mesokosmenanlage

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Förderung: 221.132 Euro

Die Professur für Pflanzenökologie befasst sich mit der Erforschung von Reaktion in Ökosystemen auf den globalen Wandel. Mesokosmenexperimente (Manipulationsexperimente) bilden einen Teil dieser Versuchsreihen. So soll für die landwirtschaftliche Nutzung noch nasser oder wiedervernässter Moore die Biomasseproduktion auf diesen Standorten durch die Mesokosmenexperimente optimiert werden.

2. Monolith – Gerät zur Mikroskalen Thermophorese

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Förderung: 105.431 Euro

Mit der Mikroskalen Thermophorese erhoffen sich die Wissenschaftler möglichst vollständige Kenntnisse der spezifischen Wechselwirkungen zwischen zellulären Makromolekülen zu erlangen, um so die Spezifität aller biologischen Prozesse verständlich zu machen.

3. BBFO-Probenkopf zur Aufrüstung eines vorhandenen NMW-Spektrometers

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Förderung: 52.668 Euro

Die NMW-Spektroskopie an Kernen wird durchgeführt, um katalytische Umsetzungen zu beobachten und zu evaluieren. Ziel hierbei ist die Erlangung detaillierter Erkenntnisse über die Güte entwickelter Katalysatoren als Voraussetzung für deren marktreife Entwicklung. Weiterhin sollen im Rahmen der Entwicklung pharmazeutisch relevanter Synthos (Molekül-Bausteine) und Therapeutika fluorhaltige Verbindungen charakterisiert werden.

4. Gaschromatograph-Massenspektrometer-System

Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Förderung: 61.513 Euro

Die Analysetechnik ermöglicht die Bearbeitung von komplexen bioanalytischen Fragestellungen zur Erfassung metabolischer Signaturen lebender Zellen und humaner sowie tierischer Proben.

5. Hochleistungsfräs- und Bohrmaschine zur Fertigung von hochpräzisen Bauelementen

Universität Rostock
Förderung: 58.432 Euro

Mit dem Gerät wird die Voraussetzung geschaffen, spezielle Geräte und Messeinrichtungen aufzubauen, um Fragestellungen vor allem im Bereich der Physikalischen, Analytischen und Technischen Chemie zu bearbeiten. Da die notwendigen Bauelemente für die Entwicklung neuer und verbesserter Messverfahren und von neuartigen Materialien und Werkstoffen auf dem Markt nicht verfügbar sind, müssen diese selbst hergestellt werden.

6. Polymer-3D-Drucker

Universität Rostock
Förderung: 64.483 Euro

Das Vorhaben beschäftigt sich mit der Entwicklung, Herstellung und Anwendung von mikrofluidischen Komponenten und Systemen. Zudem sollen neue additive Fertigungsverfahren für technische und medizintechnische Anwendungen erforscht werden. In Kooperation mit Unternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern und anderen Ländern werden Themen aus dem Umfeld der additiven Fertigungsverfahren in den Bereichen Maschinenbau, Medizintechnik und der biomedizinischen Technik bearbeitet.

7. Kombiniertes hochpräzises 3D-Vermessungssystem

Universitätsmedizin Rostock
Förderung: 20.601 Euro

Die Professur Geodäsie und Geoinformatik befasst sich mit der grundlegenden Fragestellung: „Wie lassen sich Umweltprozesse anhand ihrer spektralen Signaturen in Kombination mit ihren geometrischen Eigenschaften effizient erfassen?“ Ein Schwerpunkt zukünftiger Forschungsaktivitäten soll in der Entwicklung neuartiger photogrammetischer und multi/hyperspektraler Komponenten liegen. Dies ist gerade im Bereich der landwirtschaftlichen Forschung sowie in der Umweltforschung von besonderer Bedeutung.

8. GCxGC (Comprehensive Gaschromatographie mit Kryomodulator und Massenspektrometer)

Universitätsmedizin Rostock
Förderung: 149.940 Euro

Mit dem Gaschromatographen sollen im Bereich der Atemgasanalytik volatile organische Verbindungen als Marker für physiologische und pathophysiologische Zustände in der Ausatemluft beatmeter und spontan atmender Patienten nachgewiesen werden. So sollen Biomarker z. B. von bakteriellen Infektionen identifiziert oder in Atemgas und Urin für eine potenzielle nichtinvasive Erkennung von Brust-, Lungen- und Darmkrebs bestimmt werden.

9. Radialkraftmessgerät

Universitätsmedizin Rostock
Förderung: 61.410 Euro

Das Radialkraftmessgerät kommt am Institut für Biomedizinsche Technik auf dem Gebiet der Biomaterialforschung und Implantattechnologie zum Einsatz. Dabei werden permanente und abbaubare Implantate, wie Stents und Herzklappenprothesen weiter entwickelt werden. Ziel ist der Ausbau von Prüfmöglichkeiten zur Bestimmung der mechanischen Eigenschaften der Stentstrukturen.

10. Herzklappendauertester

Universitätsmedizin Rostock 59
Förderung: 59.535 Euro

Der Herzklappendauertester dient dem Aufbau von Prüfmöglichkeiten zur Bestimmung der Dauerfestigkeit von Klappensegelstrukturen und fördert die Entwicklung geeigneter Konzepte für künstliche Herzklappen. So sollen auch bisher inoperable Patienten mit akuter oder chronischer Herzinsuffizienz versorgt werden können.

11. Aufrüstung FACS Aria II zu FACS Aria III

Universitätsmedizin Rostock
Förderung: 66.045 Euro

Die Zellsortierung ist ein integraler Bestandteil aller Aufgabengebiete, bei denen spezifische Zellmerkmale und Eigenschaften untersucht oder sogar einzelne Zellen charakterisiert werden sollen, die sich physiologisch in einem komplexen Zellgemisch befinden. Mit der Investition kann die Wettbewerbsfähigkeit um Publikationen und Drittmittel aufrechterhalten werden.

12. Dämpferprüfstand für Kraftfahrzeug-/Stoßdämpfer

Hochschule Stralsund
Förderung: 102.000 Euro

Der Prüfstand ermöglicht die Ermittlung von Dämpferparametern verschiedener KFZ-Stoßdämpfer. Die Forschungsaktivitäten in Zusammenarbeit mit der Oxford Brookes University konzentrieren sich auf die Entwicklung eines voll-aktiven Fahrwerks für Motorräder. In einem anderen Projekt soll die Schwingungsunterdrückung von fahrerlosen Transportfahrzeugen präzisiert werden.