Inklusion mit Augenmaß an den Schulen im Land

Schulfrieden für Inklusion von SPD, CDU und DIE LINKE hat Bestand

Nr.096-17  | 29.05.2017  | BM  | Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Das Land bereitet die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern schrittweise auf die Umsetzung der Inklusion vor. Sie soll mit Augenmaß und unter Berücksichtigung des Elternwillens erfolgen. Grundlage ist die Inklusionsstrategie, die vom Landtag und von der Landesregierung im Sommer 2016 beschlossen wurde. Sie zielt darauf ab, dass so viele Kinder und Jugendliche wie möglich eine Regelschule besuchen und besondere Förderangebote in Wohnortnähe eingerichtet werden. Bis zum Jahr 2023 erhalten die öffentlichen Schulen dafür 237 Stellen für Lehrerinnen und Lehrer zusätzlich. Dies entspricht einem Umfang von ca. 18 Mio. Euro.

„Wir haben uns bewusst für eine behutsame Umsetzung der Inklusion im Land entschieden“, betonte Bildungsministerin Birgit Hesse. „SPD, CDU und DIE LINKE werden gemeinsam verabredete Wege weitergehen. Wir wollen alle mitnehmen, nichts überstürzen und niemanden überfordern. Größere Veränderungen wird es bei den Förderschulen geben. Die Schulleiterinnen und Schulleiter haben wir bereits informiert. Der Sachverstand und die Erfahrungen von Lehrerinnen und Lehrern für Sonderpädagogik sind für die Umsetzung der Inklusion sehr wichtig. Dabei spielt es keine Rolle, an welcher Schule sie künftig arbeiten“, so Hesse.

„Inklusion wird gelingen, wenn alle - Schüler, Eltern, Lehrer und Schulträger - das Projekt mittragen und aktiv mitarbeiten. Dafür setze ich mich ein“, sagte der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Andreas Butzki.

„Die CDU-Fraktion fordert eine Inklusion mit Augenmaß. Dabei müssen wir mit Eltern und Lehrern im Gespräch bleiben und berechtigte Sorgen ernst nehmen. Wir befinden uns bei der Inklusion in einem laufenden Prozess, in dem ggf. Kurskorrekturen ausdrücklich vorgesehen sind“, sagte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Marc Reinhardt.

„Für meine Fraktion ist es wichtig, dass Eltern für ihre Kinder und mit ihren Kindern verschiedene Wege in der Beschulung gehen können“, sagte die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg. „Deshalb setzen wir uns für eigenständige Lerngruppen ein, in denen Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten besondere Unterstützung finden. Sollte es sich in den kommenden Monaten erweisen, dass das bestehende Angebot nicht ausreicht, muss die vorgesehene Anzahl der Stellen für Lehrkräfte in diesem Bereich überdacht werden. Inklusion darf nicht zur Überforderung von Kindern, Lehrkräften oder Eltern führen“, so Oldenburg.

Die Inklusionsstrategie des Landes sieht vor, dass Schulen mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache oder emotionale und soziale Entwicklung als eigenständige Förderschulen auslaufen. Schülerinnen und Schüler mit Auffälligkeiten in diesen Bereichen werden zukünftig an den Grundschulen eingeschult. Für Schülerinnen und Schüler mit ausgeprägten Auffälligkeiten im Lernen, in der Sprache oder emotionalen und sozialen Entwicklung werden besondere Beschulungsmöglichkeiten in Form temporärer Lerngruppen vorgehalten.

Die Grundschulen haben die Möglichkeit, flexible Schuleingangsphasen zu bilden. In der flexiblen Schuleingangsphase (Jahrgangsstufen 1 und 2) haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, entsprechend ihrer individuellen Lernvoraussetzungen und ihres individuellen Lerntempos ohne Versetzung oder Zurückstufung ein bis drei Jahre in der Schuleingangsphase zu verweilen.

Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, die Fragen zur inklusiven Beschulung haben, können sich an die sogenannten „Servicestellen Inklusion“ in den vier Staatlichen Schulämtern wenden. Dort erhalten Ratsuchende Hinweise für geeignete Lernorte für Schülerinnen und Schüler sowie Informationen über Hilfs- und Förderangebote innerhalb und außerhalb der Schule. Die neue Broschüre „Inklusionsstrategie unseres Landes im Überblick“ liefert eine kompakte Zusammenfassung für den Weg zu einem inklusiven Schulsystem. Das Heft wird in den kommenden Tagen an die Schulen ausgeliefert.

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