Inklusion

Kind mit Rollstuhl <p>Foto: wavebreakmedia/shutterstock.com</p> Details anzeigen
Kind mit Rollstuhl <p>Foto: wavebreakmedia/shutterstock.com</p>

In Mecklenburg-Vorpommern sollen so viele Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf wie möglich an Regelschulen lernen. Wie die gleichberechtigte Teilhabe von Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf erreicht werden kann, ist in der „Strategie der Landesregierung zur Umsetzung der Inklusion im Bildungssystem in Mecklenburg-Vorpommern bis zum Jahr 2023“ festgeschrieben.

 

Parteiübergreifender Inklusionsfrieden geschlossen

Grundlage dieser Strategie ist der parteiübergreifende Inklusionsfrieden. Erstmals seit der Deutschen Einheit gibt es in der Schulpolitik in Mecklenburg-Vorpommern für viele Jahre einen parteiübergreifenden Kompromiss. Bis zum Jahr 2023 haben sich SPD, CDU und DIE LINKE auf einen gemeinsamen Weg verständigt. Auch nach der Landtagswahl im September 2016 wird es keinen Kurswechsel im Bereich der Inklusion geben.

Grundprinzipien der Inklusion in MV

  • Inklusion benötigt einen größtmöglichen gesellschaftlichen Grundkonsens.
  • Der Inklusionsprozess soll behutsam, schrittweise und für alle verlässlich organisiert werden.
  • Eltern sollen ein weitreichendes Wahlrecht bei der Schulwahl ihrer Kinder behalten.
  • Die möglichst große Wohnortnähe besonderer Förderangebote soll verbessert werden.

Grundschule

  • Der Rügener Modellversuch zeigt, dass Inklusion erfolgreich organisiert werden kann. Die Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen sollen daher im Primarbereich ebenso wie die Sprachheilschulen schrittweise auslaufen.
  • Die Diagnoseförderklasse (DFK) wird fortentwickelt und bleibt an ca. 20 Schulstandorten als besonderes Angebot erhalten.
  • Die Schulen erhalten die Möglichkeit, flexible Schuleingangsphasen einzurichten.
  • In allen Schulamtsbereichen sollen Schulen mit „spezifischer Kompetenz“ entstehen, die besondere Förderangebote in den Förderschwerpunkten Sehen, Hören, körperlich-motorische Entwicklung vorhalten.
  • In allen Schulamtsbereichen sollen Schulen mit besonderen Förderangeboten für Kinder mit starken Verhaltensauffälligkeiten und Sprachentwicklungsverzögerungen vorgehalten werden.
  • Bis 2020 sollen mindestens 700 Lehrkräfte zur Inklusion grundständig fortgebildet werden.

weiterführende Schule/berufliche Schule

  • Alle Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Lernen laufen schrittweise aus. Stattdessen sollen an ausgewählten Regionalen Schulen und Gesamtschulen, die langfristig in ihrem Bestand gesichert sind, besondere Förderangebote mit eigenständigen flexiblen Lerngruppen für Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf im Bereich Lernen entstehen.
  • In allen Schulamtsbereichen sollen Schulen mit „spezifischer Kompetenz“ aufgebaut werden, die besondere Förderangebote in den Förderschwerpunkten Sehen, Hören, körperlich-motorische Entwicklung machen.
  • In allen Schulamtsbereichen sollen Schulen mit besonderen Förderangeboten für Kinder mit starken Verhaltensauffälligkeiten vorgehalten werden.
  • Die Schüler-Lehrer-Relation wird in der beruflichen Schule zur Stärkung spezieller Förderangebote verbessert.
  • Bis 2020 sollen rund 2.200 Lehrkräfte grundständig zur Inklusion fortgebildet werden.

Förderschule

  • Die Förderschulen für die Bereiche geistige Entwicklung, Sehen, Hören, körperlich-motorische Entwicklung bleiben im Rahmen der Fortschreibung der Schulentwicklungsplanung erhalten.

Schulen bekommen insgesamt 237 Stellen zusätzlich

Bis zum Jahr 2023 erhalten die öffentlichen Schulen insgesamt 237 Stellen für Lehrerinnen und Lehrer zusätzlich. Das entspricht rund 18 Mio. Euro, die das Land jährlich bereitstellt. Die Umsetzung der Inklusion soll schrittweise und frühestens zum Schuljahr 2017/2018 erfolgen. Das Rügener Inklusionsmodell (RIM) hat gezeigt, dass die gleichberechtigte Teilhabe von Schülerinnen und Schülern am Regelunterricht gelingen kann.

Inklusion einfach erklärt

Knetmännchen Details anzeigen

Foto: Camilo Torres/shutterstock.com

Knetmännchen

Foto: Camilo Torres/shutterstock.com

Der Rostocker Professor Dr. Bodo Hartke und sein Team haben den Modellversuch zur Inklusion auf der Insel Rügen wissenschaftlich begleitet. Hier stellen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihr Projekt vor und erklären, warum vom gemeinsamen Lernen Nichtbehinderte und Behinderte gleichermaßen profitieren.

Hausanschrift
Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung 5
Referat 510
Werderstraße 124
19055 Schwerin
Miriam Haferkamp
Telefon: 0385-588 7516
Telefax: 0385-588 7082

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Publikationen

Das Menschenbild der Inklusion

Die Dokumentation enthält die Hauptvorträge des ersten Inklusionskongresses in Mecklenburg-Vorpommern. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und das Institut für Qualitätsentwicklung (IQMV) hatten am 5. Mai 2012 zu der Veranstaltung an die Universität Rostock eingeladen. Das Hauptthema des ersten Kongresses war das "Menschenbild der Inklusion". Im Anhang des vorliegenden Bandes wird ein erster Arbeitsstand der Expertenkommission zum Begriff der Inklusion dokumentiert. Vorliegender Band ist der Beginn einer künftig zu vervollständigenden Buchreihe, die allen Lehrerinnen und Lehrern des Landes über ihre Schulen kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.

Inklusion - Ende des gegliederten Schulsystems?

Die Dokumentation enthält die Hauptvorträge des zweiten Inklusionskongresses in Mecklenburg-Vorpommern. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und das Institut für Qualitätsentwicklung (IQMV) hatten am 24. November zu der Veranstaltung an die Universität Rostock eingeladen. Auch der zweite Kongress spiegelte gleichsam das Grundthema von Inklusion, nämlich Heterogenität und Vielfalt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, ob eine inklusive "Schule für alle" nicht konsequenterweise die Auflösung des gegliederten Schulsystems zur Folge haben müsste.

Mit 200 Sachen am Meer - M-V auf dem Weg in Richtung Inklusion

Die Dokumentation enthält die Hauptvorträge des dritten Inklusionskongresses in Mecklenburg-Vorpommern. Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und das Institut für Qualitätsentwicklung (IQMV) hatten am 4. Mai 2013 zu der Veranstaltung an die Universität Rostock eingeladen.
Themen des Kongresses waren unter anderem die Vorstellung zentraler Positionen des Berichts durch die Mitglieder der Expertengruppe sowie die Bedeutung von Art. 24 der UN-Behindertenrechtskonvention für das Schulwesen von Mecklenburg-Vorpommern.

Bericht der Expertenkommission "Inklusive Bildung in M-V bis zum Jahr 2020"

Der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur hat im Januar 2012 eine Expertenkommission berufen. Das Gremium hatte den Auftrag, eine Konzeption für eine zukünftige Gestaltung und schrittweise Umsetzung eines inklusiven Bildungssystems in Mecklenburg-Vorpommern bis zum Jahr 2020 zu erarbeiten. Der vorliegende Bericht fasst die Empfehlungen der Expertenkommission zusammen.

Bericht der Begleitgruppe zur Expertenkommission "Inklusive Bildung in Mecklenburg-Vorpommern bis zum Jahr 2020" - Teil 1

Die Expertenkommission hat Empfehlungen für die Entwicklung und schrittweise Umsetzung eines inklusiven Bildungssystems für M-V bis zum Jahr 2020 abgegeben. Um einer breiten Öffentlichkeit die Teilnahme an der Diskussion zur Inklusion zu ermöglichen, hatte der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur eine Begleitgruppe berufen. Aufgabe dieses Gremiums war, die Arbeit der Expertenkommission kritisch zu begleiten und Stellungnahmen abzugeben.

Bericht der Begleitgruppe zur Expertenkommission "Inklusive Bildung in Mecklenburg-Vorpommern bis zum Jahr 2020" - Teil 2

Die Expertenkommission hat Empfehlungen für die Entwicklung und schrittweise Umsetzung eines inklusiven Bildungssystems für M-V bis zum Jahr 2020 abgegeben. Um einer breiten Öffentlichkeit die Teilnahme an der Diskussion zur Inklusion zu ermöglichen, hatte der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur eine Begleitgruppe berufen. Aufgabe dieses Gremiums war, die Arbeit der Expertenkommission kritisch zu begleiten und Stellungnahmen abzugeben.