Das Gebäude

Der klassizistische Putzbau auf einer kleinen Landzunge im Schweriner See ganz in der Nähe des Schlosses wurde in den Jahren 1838 bis 1842 als großherzoglicher Marstall nach Plänen von Georg Adolph Demmler errichtet. 1858 wurde die Anlage vom Hofgärtner Theodor Klett um einen Garten erweitert. Zwischen 1854 und 1873 unternahm Hermann Willebrand einige bauliche Veränderungen. Er fügte z. B. ein Giebeldreieck an der Reithalle ein.

Die sich zur Stadt hin öffnende Anlage besteht aus zwei Kopfbauten, vier Eckpavillons, der Reithalle und sechs Verbindungsbauten. Der große Hof ist nach vorn geöffnet und bildet städtebaulich den Abschluss des Großen Moors. Zu beiden Seiten der Reithalle befanden sich zwei große Reitflächen.

Der Marstall diente der Unterbringung von Pferden und Wagen des großherzoglichen Hofes sowie des dazugehörigen Personals. Nach dem Abdanken des Großherzoges 1918 ging das Gebäude in das Eigentum des Staates über und der Marstall wurde vermietet. 1938 wurde er zur Polizeikaserne umfunktioniert und 1945 zur Kaserne sowjetischer Truppen. Nach 1956 wurde der Marstall für Büro- und Verwaltungszwecke umgebaut. Er war Sitz der Bau-Union-Schwerin, des Bezirksbauamtes, des Landwirtschaftsrates und des Rates des Bezirkes Schwerin. Die Reithalle wurde in dieser Zeit als Sporthalle genutzt, aber auch für Theaterveranstaltungen, Konzerte, Vorträge und Ausstellungen. In den 1970er und 80er Jahren war sie Nebenspielort des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin. Eine umfassende Sanierung des Gebäudes erfolgte in den Jahren 2003 bis 2007.

Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur hat hier seinen Sitz bereits seit 1990.