Aktuelle Zahlen unterstützen Inklusionsfrieden des Landes

Minister Brodkorb: Inklusion an unseren Schulen macht Fortschritte

Nr.026-16  | 26.02.2016  | BM  | Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur

Im Schuljahr 2014/2015 haben in Mecklenburg-Vorpommern mehr Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine Regelschule besucht als im Bundesdurchschnitt. Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Bildungsministeriums hervor. Im Schuljahr 2014/2015 lag der Inklusionsanteil in Mecklenburg-Vorpommern bei 37,9 Prozent, der Bundesdurchschnitt bei 34,1 Prozent. Der Erhebung des Ministeriums liegt die Systematik der Inklusions-Studie der Bertelsmann Stiftung zu Grunde.

„Die aktuellen Zahlen unterstützen die Inklusionsstrategie des Landes. Dennoch gibt es noch einiges zu tun“, betonte Bildungsminister Mathias Brodkorb. „Im Bundesvergleich haben wir viel zu viele Kinder mit dem Förderschwerpunkt ‚Lernen‛, die noch nicht an Regelschulen beschult werden. Dies müssen wir ändern, weil diese Schülerinnen und Schüler grundsätzlich als eher leicht zu inkludieren gelten. Bei der Inklusion von Mädchen und Jungen mit dem Förderschwerpunkt ‚emotionale und soziale Entwicklung‛ erreichen wir im Vergleich zu anderen Ländern hingegen sehr hohe Werte. Hier sehen die Partner des Inklusionsfriedens Korrekturbedarf“, so Brodkorb.

Der Inklusionsanteil von Schülerinnen und Schülern mit dem Förderschwerpunkt „Lernen“ lag in Mecklenburg-Vorpommern im Schuljahr 2014/2015 bei 18,8 Prozent. Der Bundesdurchschnitt war mit 39,5 Prozent mehr als doppelt so hoch. Beim Förderschwerpunkt „emotionale und soziale Entwicklung“ ist der Inklusionsanteil im Land vergleichsweise hoch. Im Schuljahr 2014/2015 lag er im Nordosten bei 87,7 Prozent, der Bundesdurchschnitt bei 50,2 Prozent.

„Unsere Inklusionsstrategie soll dafür sorgen, dass in Zukunft so viele Kinder und Jugendliche wie möglich Regelschulen besuchen können“, sagte Bildungsminister Mathias Brodkorb. „Zu den wichtigen Maßnahmen zählt, dass die Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt ‚Lernen‛ aufgelöst und flexible Bildungsgänge an Regionalen Schulen und Gesamtschulen eingerichtet werden sollen. Die Sonderbeschulungssysteme für Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt ‚emotionale und soziale Entwicklung‛ sollen wieder aufgebaut werden“, erläuterte Brodkorb. Das Land stellt für die Umsetzung der Inklusion 237 Stellen zusätzlich bereit.

Der Landtag wird über die Strategie zur Umsetzung der Inklusion im Bildungssystem bis zum Jahr 2020 abschließend beraten. Am Sonnabend, dem 12. März 2016, lädt das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur alle Interessierten zum vierten Inklusionskongress in die Hochschule Wismar ein, um das Konzept zu diskutieren.

Weitere Informationen: www.bildung-mv.de