Hochschulzugangsberechtigung

Zum Studium an einer Hochschule in Mecklenburg-Vorpommern ist befähigt, wer ein Zeugnis der allgemeinen oder der fachgebundenen Hochschulreife besitzt.

Darüber hinaus kann zu einem Fachhochschulstudium auch zugelassen werden, wer die Fachhochschulreife, die allgemeine Hochschulreife oder die fachgebundene Hochschulreife besitzt.

Mit der allgemeinen Hochschulreife können an allen Hochschulen alle Studiengänge studiert werden, mit der fachgebundenen Hochschulreife nur einige bestimmte. Zum Studium an den Universitäten berechtigen auch bestimmte, außerhalb des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Geltungsbereich des Grundgesetzes erworbene Zeugnisse.

Allgemeine Hochschulreife

Die allgemeine Hochschulreife wird nachgewiesen durch ein in Mecklenburg-Vorpommern erworbenes

  • Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife eines Gymnasiums, einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, eines Fachgymnasiums, eines Gymnasiums in öffentlicher Trägerschaft oder einer als Ersatzschule anerkannten Einrichtung der genannten Schularten,
  • Zeugnis über die Prüfung für den Hochschulzugang von besonders befähigten Berufstätigen (Begabtenprüfung),
  • Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife über die Abiturprüfung für Nichtschüler,
  • Zeugnis einer Volkshochschule über die allgemeine Hochschulreife.
  • Zeugnis über die Abschlussprüfung eines Sonderlehrgangs zum Erwerb der
    allgemeinen Hochschulreife für Berechtigte nach dem Bundesvertriebenengesetz.

Die allgemeine Hochschulreife wird außerdem nachgewiesen durch ein in Mecklenburg-Vorpommern erworbenes

  • Zeugnis der Abschlussprüfung (Hochschulprüfung, Staatsprüfung) nach einem Studium mit einer Regelstudienzeit von mindestens sechs Semestern an einer Universität,
  • Zeugnis der Abschlussprüfung (Hochschulprüfung, Staatsprüfung) an der Hochschule für Musik und Theater Rostock,
  • Zeugnis der Abschlussprüfung (Hochschulprüfung, Staatsprüfung) nach einem Studium mit einer Regelstudienzeit von mindestens sechs Semestern an einer Fachhochschule.

Zum Studium an den Universitäten und an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock berechtigen weiterhin außerhalb des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Geltungsbereich des Grundgesetzes erworbene Zeugnisse

  • der allgemeinen Hochschulreife eines Gymnasiums, einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, eines Fachgymnasiums, eines Abendgymnasiums, eines Instituts zur Erlangung der Hochschulreife (Kollegschule) in öffentlicher Trägerschaft oder einer als Ersatzschule anerkannten Einrichtung der genannten Schulen,
  • der Hochschulreife
    (a) für das Land Nordrhein-Westfalen
    (b) für das Land Baden-Württemberg
    jeweils in Verbindung mit dem Zeugnis über die Ergänzungsprüfung zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife
  • über die Prüfung für den Hochschulzugang von besonders befähigten Berufstätigen (Begabtenprüfung),
  • der allgemeinen Hochschulreife über die Abiturprüfung für Nichtschüler,
  • der fachgebundenen Hochschulreife,
  • über die Abschlussprüfung eines Sonderlehrgangs zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife für Berechtigte nach dem Bundesvertriebenengesetz.

Zum Studium an einer Universität und an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock berechtigen auch

  • das Reifezeugnis einer deutschen Schule im Ausland, die von der Kultusministerkonferenz anerkannt und zur Abhaltung der deutschen Reife- oder Abiturprüfung berechtigt ist,
  • das Reife- und das Abiturzeugnis einer Privatschule im deutschsprachigen Ausland, die aufgrund einer Genehmigung durch die Kultusministerkonferenz zur Abhaltung der deutschen Reife- oder Abiturprüfung ermächtigt wurde,
  • das Reifezeugnis einer Europäischen Schule über das Bestehen der Europäischen Reifeprüfung,
  • das Reifezeugnis der internationalen Schulen in St. Germain-en-Laye und Fortainebleau – Deutsche Abteilung,
  • das Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife der Internationalen Shape-Schule in Shape (Belgien) – Deutsche Abteilung,
  • das an einer deutschen Schule im Ausland erworbene Zeugnis über die Erweiterte Ergänzungsprüfung zu einem ausländischen Zeugnis der Hochschulreife

Darüber hinaus wird die allgemeine Hochschulreife nachgewiesen durch ein in Mecklenburg-Vorpommern oder außerhalb des Landes im Geltungsbereich des Grundgesetzes erworbenes

  • Zeugnis über die bestandene, nach den Bestimmungen des Berufsbildungsgesetzes oder der Handwerksordnung abgelegte Meisterprüfung,
  • Zeugnis über die bestandene, nach den Bestimmungen der §§ 53 oder 54 des Berufsbildungsgesetzes oder nach §§ 42 oder 42a der Handwerksordnung abgelegte berufliche Fortbildungsprüfung, sofern die Lehrgänge mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen,
  • Zeugnis über die bestandene Abschlussprüfung einer öffentlichen oder staatlich anerkannten Fachschule entsprechend der Rahmenvereinbarung über Fachschulen der Kultusministerkonferenz,
  • durch eine der Meisterprüfung gleichwertige Qualifikation auf der Grundlage des Seemannsgesetzes,
  • durch einen der Meisterprüfung gleichwertigen Abschluss nach landesrechtlichen Fortbildungsregelungen für Berufe im Gesundheitswesen sowie im Bereich der sozialpflegerischen oder sozialpädagogischen Berufe oder
  • durch den Abschluss als Steuerberaterin oder Steuerberater und Wirtschaftsprüferin oder Wirtschaftsprüfer.

Fachgebundene Hochschulreife

Eine fachgebundene Hochschulreife erwirbt, wer das Grundstudium an einer staatlichen Fachhochschule in Mecklenburg-Vorpommern abgeschlossen hat.
Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur stellt die fachgebundene Hochschulreife fest und bescheinigt sie. Solche Bewerberinnen und Bewerber sind befähigt, in gleichen oder in einem verwandten Studiengang an einer Universität in Mecklenburg-Vorpommern weiter zu studieren.
Für welche universitären Studiengänge das absolvierte Grundstudium in einem Fachhochschulstudiengang zum Weiterstudieren befähigt, ist § 4 der Qualifikationsverordnung Mecklenburg-Vorpommern vom 12. Juli 2005 (GVOBl. M-V S. 398) zu entnehmen.
Eine fachgebundene Hochschulreife erwirbt auch, wer die Laufbahnprüfung für den gehobenen nichttechnischen Dienst nach einem Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Güstrow abgeschlossen hat.
Studienbewerber, die das Grundstudium in einem Fachhochschulstudiengang außerhalb von Mecklenburg-Vorpommern abgeschlossen haben, erwerben die Berechtigung zum Weiterstudium im gleichen oder in einem verwandten Studiengang an den Universitäten in Mecklenburg-Vorpommern, wenn

  • das Zeugnis der Fachhochschulreife zur Aufnahme des Studiums in dem entsprechenden Studiengang an einer Fachhochschule in Mecklenburg-Vorpommern berechtigt hätte,
  • die Universität die Vor- und Zwischenprüfung in dem zu Grunde liegenden Bildungsgang als gleichwertig mit einer Vor- oder Zwischenprüfung in Mecklenburg-Vorpommern anerkannt hat.

Darüber hinaus erhalten die fachgebundene Hochschulreife Absolventinnen und Absolventen von Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien und die eine abgeschlossene Berufsausbildung haben.
Darüber hinaus können auch besonders befähigte Berufstätige nach Bestehen einer Hochschulzugangsprüfung an einer Universität oder Fachhochschule in Mecklenburg-Vorpommern studieren. Voraussetzung ist eine mindestens zweijährige Berufsausbildung  und eine mindestens dreijährige berufliche Tätigkeit. Rechtsgrundlage hierfür ist die jeweilige Zugangsprüfungsordnung der Universität bzw. Fachhochschule, an der das Studium beabsichtigt ist.

Gleichwertige Anerkennung

In Einzelfällen kann das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur auf Antrag bestimmte Vorbildungsnachweise aus anderen Bundesländern als der allgemeinen oder der fachgebundenen Hochschulreife gleichwertig anerkennen.

Studienbewerber/innen mit einer ausländischen Hochschulzugangsberechtigung dürfen das Studium an einer Hochschule des Landes erst aufnehmen, wenn ihr Vorbildungsnachweis als einer inländischen Hochschulzugangsberechtigung gleichwertig anerkannt ist. Hierzu muss u. U. eine besondere Anerkennungs- oder Ergänzungsprüfung bestanden werden.

Die Bewertung ausländischer Zeugnisse von potentiellen ZVS-Bewerbern mit Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern fällt in die Zuständigkeit des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Abteilung Schulen und Erwachsenenbildung.

Fachhochschulreife

Die Fachhochschulreife wird nachgewiesen durch ein in Mecklenburg-Vorpommern erworbenes

  • Zeugnis der Fachhochschulreife an einer beruflichen Schule in öffentlicher Trägerschaft oder einer als Ersatzschule anerkannten beruflichen Schule,
  • Zeugnis der Fachhochschulreife (schulischer Teil) eines Gymnasiums, einer Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe, eines Fachgymnasiums, eines Abendgymnasiums in öffentlicher Trägerschaft oder einer als Ersatzschule anerkannten Einrichtung der vorgenannten Schularten in Verbindung mit dem Nachweis über eine mindestens zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung oder über ein einjähriges Betriebspraktikum.
  • Zeugnis der Fachhochschulreife über die Fachoberschulprüfung für Nichtschüler,
  • Zeugnis über die Abschlussprüfung eines Sonderlehrgangs zum Erwerb der Fachhochschulreife für Berechtigte nach dem Bundesvertriebenengesetz.

Darüber hinaus berechtigen zum Studium an Fachhochschulen:

  • im Geltungsbereich des Grundgesetzes erworbene Zeugnisse der Fachhochschulreife der Fachoberschule und der Nichtschülerprüfung, die den Vereinbarungen der Kultusministerkonferenz entsprechen,
  • sonstige, außerhalb des Landes Mecklenburg-Vorpommern im Geltungsbereich des Grundgesetzes erworbene Zeugnisse, die aufgrund einer Vereinbarung mit einem anderen Land der Bundesrepublik oder einer Vereinbarung der Kultusministerkonferenz vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur als Fachhochschulreife für das Land Mecklenburg-Vorpommern anerkannt worden sind.
  • das Zeugnis der Fachhochschulreife (schulischer Teil) einer deutschen Schule im Ausland, das von der Kultusministerkonferenz anerkannt worden ist, in Verbindung mit einem Nachweis über eine Berufsausbildung oder ein Praktikum.

Zum Studium an Fachhochschulen berechtigen auch die folgenden gemäß den Vereinbarungen der Kultusministerkonferenz erworbenen Zeugnisse:

  • das Abschlusszeugnis des Aufbaulehrgangs Verwaltung einer Bundeswehrfachschule,
  • die an der Bundeswehrfachschule in den Fachrichtungen Technik, Wirtschaft und Sozialpädagogik erworbenen Abschlusszeugnisse des Lehrgangs zur Erlangung des Bildungsstandes, der der Fachhochschulreife entspricht,
  • das Abschlusszeugnis des Lehrgangs zum Erwerb der Fachhochschulreife an einer Grenzschutzfachschule.

Sonstige Vorbildungsnachweise, die in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik erworben wurden und dort einer allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife entsprachen, gelten in gleichem Umfang als Nachweis der allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife.

Darüber hinaus können auch besonders befähigte Berufstätige nach Bestehen einer Hochschulzugangsprüfung an einer Universität oder Fachhochschule in Mecklenburg-Vorpommern studieren. Rechtsgrundlage hierfür ist die jeweilige Zugangsprüfungsordnung der Universität bzw. Fachhochschule, an der das Studium beabsichtigt ist.

Studieren ohne Abitur

Bewerberinnen und Bewerber, die keine Hochschulzugangsberechtigung besitzen, haben die Möglichkeit, eine Zugangsprüfung abzulegen, durch die die zum Studium an einer Hochschule in Mecklenburg-Vorpommern erforderliche Eignung für den gewählten Studiengang festgestellt wird.

Zur Zugangsprüfung kann zugelassen werden, wer eine mindestens zweijährige Berufsausbildung und eine mindestens dreijährige berufliche Tätigkeit nachweist. Die Ausbildung und berufliche Tätigkeit müssen in einem Berufsfeld erfolgt sein, welches einen unmittelbaren Sachzusammenhang zum angestrebten Studiengang aufweist.

Die Einzelheiten über die Zugangsprüfung, insbesondere das Verfahren und die Fristen haben die Hochschulen in eigener Zuständigkeit geregelt. Nähere Informationen hierüber können über die Internet-Seiten der Hochschulen oder die Studentensekretariate eingeholt werden.

Praktikum und künstlerische Begabung

Generell erfordert das Studium an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock, aber auch das Studium in einem gestalterischen oder künstlerischen Studiengang an einer Universität oder Fachhochschule neben der Hochschulreife als weitere Zugangsvoraussetzung den Nachweis der entsprechenden künstlerischen Begabung, die in einer speziellen Eignungsprüfung der jeweiligen Hochschule festgestellt wird.

Gemäß § 18 Absatz 3 des Landeshochschulgesetzes kann für künstlerische Studiengänge zusätzlich zum Reifezeugnis oder an dessen Stelle das Bestehen einer Prüfung der Hochschule zum Nachweis der erforderlichen künstlerischen Eignung verlangt werden. Für Sportstudiengänge kann die Hochschule einen entsprechenden Eignungsnachweis und eine sportärztliche Bescheinigung über die volle Sporttauglichkeit verlangen.

Ferner wird für viele Studiengänge, insbesondere für alle Fachhochschulstudiengänge, ein oft mehrmonatiges berufsorientiertes Praktikum verlangt, das vor allem bei den Fachhochschulstudiengängen bereits teilweise vor Studienbeginn abgeleistet werden muss. Welche Modalitäten hier konkret für den angestrebten Studiengang gelten, ist bei der jeweiligen Hochschule nachzufragen.

Publikationen und Dokumente

Verordnungen

Verordnung über die Qualifikation für ein Studium an den Hochschulen des Landes Mecklenburg-Vorpommern (Qualifikationsverordnung - QualVO M-V)
Verordnung über die Prüfung für den Hochschulzugang von besonders befähigten Berufstätigen (BegabtenVO)

Vom 12. Januar 1994