Stadtumbau

Die Strukturveränderungen in Demographie und Wirtschaft wirken sich insbesondere in den neuen Ländern aus und werden zukünftig zunehmen. Durch den Stadtumbau besteht für die Städte und Gemeinden die Chance, dass die Strukturveränderungen und Schrumpfungsprozesse ohne gesellschaftliche Verwerfungen verlaufen und die Städte sich zu zukunftsfähigen regionalen Wachstumskernen entwickeln.

Die Gemeinden können aufgrund ihrer begrenzten Finanzausstattung die Aufgaben des Stadtumbaus nicht alleine bewältigen. Damit sie in die Lage versetzt werden, auf die mit dem Strukturwandel verbundenen städtebaulichen Auswirkungen, insbesondere die städtebaulichen Funktionsverluste und die wachsenden Wohnungsleerstände, wirksam zu reagieren, hat der Bund 2002 das Förderprogramm "Stadtumbau Ost - für lebenswerte Städte und attraktives Wohnen" mit einer Laufzeit bis 2009 aufgelegt. Im Rahmen der vom Bund in Auftrag gegebenen Evaluierung des Programms Stadtumbau Ost im Jahr 2008 wurde ein weiterer Förderbedarf eindeutig belegt. Mit der aktuellen Koalitionsvereinbarung auf Bundesebene ist daraufhin die Fortsetzung des Programms Stadtumbau Ost von 2010 bis 2016 festgeschrieben worden.

Der Stadtumbau-Ost stellt derzeit das wichtigste stadtentwicklungspolitische Konzept dar, um den Folgen des demografischen und sozioökonomischen Wandels zu begegnen. Dieser findet seinen Ausdruck nicht nur in dem starken Bevölkerungsrückgang, verursacht durch einen negativen Geburten-/Sterberatensaldo und die Abwanderung vor allem gut ausgebildeter Frauen im Familiengründungsalter, sondern - langfristig eher noch gravierender - in der dramatischen Veränderung der Altersstruktur. Im Jahr 2020 wird jeder dritte Bewohner Mecklenburg-Vorpommerns älter als 60 Jahre sein.

Aufgrund der heterogenen Struktur des Landes beinhaltet das Programm Stadtumbau Ost mit seinen Programmteilen Aufwertung und Rückbau sowohl die Beseitigung überzähliger Wohnungen als auch die Steigerung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Gemeinden durch Aufwertungsmaßnahmen und die Verbesserung der infrastrukturellen Ausstattung der Stadt- und Ortsteile.

Die Herausforderungen des Stadtumbaus in Mecklenburg-Vorpommern bestehen schwerpunktmäßig in der Stärkung der Oberzentren und Innenstädte, der Herstellung einer städtebaulichen Struktur und Funktionalität in den Wiederaufbaustädten, der Erhöhung der Attraktivität und Konkurrenzfähigkeit der marktfähigen Bestände in zu erhaltenden Großwohnsiedlungen, der Verbesserung des öffentlichen Raums, der Wiedernutzung von vorrangig innerstädtischen Brachflächen bzw. freigelegten Flächen/Baulücken sowie in der Aufwertung und dem Umbau des Gebäudebestandes. Zudem geht es um die Entlastung des Wohnungsmarktes durch den Rückbau leer stehender, dauerhaft nicht mehr benötigter Wohnungen, vor allem in den Plattenbaugebieten.

Die Stadtumbaumaßnahmen dienen der Erhaltung und Entwicklung zukunftsfähiger Orts- und Stadtteilzentren als Wohn- und Lebensbereich. Zukünftig sind in den Stadtumbau die Aspekte des Klimaschutzes und der Anpassung städtischer Infrastrukturen stärker einzubeziehen.

Postanschrift
Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung 5 - Bau
Schloßstraße 6-8
19053 Schwerin
Hausanschrift
Abteilung 5 - Bau
Johannes-Stelling-Straße 14
19053 Schwerin
Dorit Materna
Telefon: 0385-588 5536
Telefax: 0385-588 5052

Publikationen und Dokumente Inhalte ein- bzw. ausblenden

Merkblatt zur Landesförderung für den Rückbau leerstehender, dauerhaft nicht mehr benötigter Wohnungen
 
Bund-Länder-Bericht Stadtumbau Ost 2012