Tradition lebt an Heiligabend auch in der JVA: Kartoffelsalat mit Bockwurst

Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) lobt die Bemühungen im Vollzug für das Weihnachtsfest: "Wahrung der Tradition gehört zur Resozialisierung"

Nr.104/15  | 22.12.2015  | JM  | Justizministerium

„Weihnachten gehört zu unserem Brauchtum. Viele Gefangene denken gerade in dieser Zeit über sich und ihre Zukunft nach“, sagte Justizministerin Kuder. Sie wünscht allen 1.100 Inhaftierten und deren Angehörigen, dass das Fest hilft, die Resozialisierung voranzubringen. Auch allen 3.000 Justizbediensteten, darunter 800 Vollzugskollegen, wünscht die Ministerin frohe Weihnachten: „Ein großer Dank gilt den Organisatoren der Festtage in den Anstalten. Denn Traditionen zu leben ist ein Stück Rückkehr ins normale Leben, also ein Teil der Resozialisierungsarbeit.“

In allen fünf Justizvollzugsanstalten des Landes stehen Weihnachtsbäume auf Fluren oder im Besucherbereich. Die Besuchszeiten wurden erweitert. In der JVA Bützow sind zum Beispiel acht Langzeitbesuchsplätze eingerichtet. „Inhaftierte Väter können so längere Zeit bei ihren kleinen Kindern sein. Sie sollten ihr Verantwortungsbewusstsein dem Kind gegenüber nie aus den Augen verlieren“, sagte Ministerin Kuder. Die sechs Gefangenenseelsorger der Kirchen organisieren Gottesdienste. Auf Weihnachtsfeiern werden in Waldeck und Stralsund dank Spenden kleine Geschenke verteilt. In der Jugendanstalt Neustrelitz gibt es Weihnachtstüten mit Marzipan, Orangen und Lebkuchen. Weihnachtspäckchen von außerhalb sind nicht erlaubt. Besucher können aber in der Anstalt Kleinigkeiten kaufen. Für die Gefangenen werden Turniere in Tischtennis, Dart oder Skat angeboten. Dafür werden die Aufschlusszeiten verlängert. Der Speiseplan hält sich an Heiligabend fast überall an die Tradition: Kartoffelsalat mit Bockwurst. Nur in der JVA Bützow werden es gebratene Eier, Gemüse, Kartoffeln und Obst sein. Am ersten Weihnachtstag gibt es in den Anstalten Gänsebrust, Kaninchen oder Wildgulasch. 19 Inhaftierte, ähnlich viele wie voriges Jahr, sind derweil mit der Weihnachtsbegnadigung vorzeitig entlassen worden.