Psychosoziale Prozessbegleitung

Die "Psychosoziale Prozessbegleitung" ist vom Justizministerium im Jahr 2010 als Projekt des Landes gestartet worden. Seit Januar 2017 besteht bundesweit ein gesetzlicher Anspruch auf psychosiziale Prozessbegleitung für Kinder, Jugendliche und schutzbedürftige Erwachsene, die Opfer von Sexual- und Gewaltstraftaten geworden sin. Diese Menschen haben nun Anspruch kostenfreie fachliche Unterstützung vor, während und nach einer Gerichtsverhandlung. Die Ausübung sexueller und körperlicher Gewalt gegen Mädchen und Jungen gehört zu den schlimmsten Straftaten.

Nicht nur die Kinder und Jugendlichen selbst, sondern auch ihre Familienmitglieder und ihnen nahestehende Personen geraten in schwere seelische und soziale Konflikte und Unsicherheiten. Vor allem dann, wenn die Gewalt innerhalb der Familie oder des vertrauten Umfeldes stattgefunden hat. Das soziale Gefüge gerät ins Wanken.

Die Betroffenen, die Kinder selbst oder ihre Angehörigen sind nicht sicher, ob sie eine Anzeige bei der Polizei erstatten wollen. Mit der Anzeigeerstattung sind meist unangenehme Gefühle verbunden, aber auch der Wunsch nach Gerechtigkeit.

Viele Kinder und Jugendliche wissen nicht, was auf sie zukommt oder haben falsche Vorstellungen von einem Gerichtsverfahren. Diese Unsicherheit macht Angst – und kann die Aussagefähigkeit beeinträchtigen. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen sind oft die einzigen Zeuginnen und Zeugen. Daher ist der Ausgang des Verfahrens in hohem Ausmaß von ihrer Aussage abhängig. Dieser Druck soll den Opfern genommen werden. Den Betroffenen soll geholfen werden, sich im Gerichtsverfahren zurecht zu finden.

Die psychosozialen Prozessbegleiterinnen und Prozessbegleiter werden durch das Institut für Opferschutz im Strafverfahren e.V. "RECHT WÜRDE HELFEN" unter Schirmherrschaft der Bundesjustizministerin ausgebildet. Das hohe Anforderungsprofil, die Standards und der Qualitätsanspruch dieses Instituts an die Aus- und Fortbildung der Prozessbegleiter hat überzeugt. Opfer und die sie unterstützenden Angehörigen sollen ermutigt werden, von dem kostenlosen Angebot der Psychosozialen Prozessbegleitung Gebrauch zu machen – für die Kinder, Jugendlichen, die schutzbedürftigen Erwachsenen und auch für sie selber.

Ansprechpartner für die psychosoziale Prozessbegleitung erhalten Betroffene bei den Gerichten und Staatsanwaltschaften des Landes. Die Adressen finden Sie hier.

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Publikationen

Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitung des Modellprojekt "Psychosoziale Prozessbegleitung" in Mecklenburg-Vorpommern
 
Fachtagung in Berlin am 7. April 2014
Fachtagung: Psychosoziale Prozessbegleitung "Zeugen-Mut statt Opfer-Angst"

In Mecklenburg-Vorpommern ist das Projekt „Psychosoziale Prozessbegleitung“ aus dem Jahr 2010 im Jahr 2014 zu einem landesweit ausgebauten Angebot geworden. Das Engagement aus Mecklenburg-Vorpommern war maßgeblich an der bundesweiten Gesetzgebung beteiligt. Seit Januar 2017 ist die psychosoziale Prozessbegleitung bundesweit gesetzlicher Anspruch für Kinder, Jugendliche und schutzbedürftige Erwachsene, die durch sexuelle oder körperliche Gewalt verletzt wurden. Auf einer Fachtagung im April 2014, dem Jahr des Vorsitzes Mecklenburg-Vorpommerns der Justizministerkonferenz, wurden Erfahrungen der psychosozialen Prozessbegleitung ausgetauscht. Hier finden Sie den Tagungsband als pdf.

Broschüre - Das Betreuungsrecht

Ausführliche Informationen zur Vorsorgevollmacht

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Psychosoziale Prozessbegleitung

bei Gewalt gegen Kinder und Jugendliche

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