Psychosoziale Prozessbegleitung

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Justizministerin Uta-Maria Kuder (Mitte) und Referatsleiterin Monika-Maria Kunisch (hinten rechts) mit den Prozessbegleiterinnen
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Mit dem Projekt "Psychosoziale Prozessbegleitung" setzt sich das Justizministerium dafür ein, dass kindlichen, jugendlichen und heranwachsenden Opfern von Gewalttaten fachliche Unterstützung vor, während und nach einer Gerichtsverhandlung kostenfrei gewährt wird. Die Ausübung sexueller und körperlicher Gewalt gegen Mädchen und Jungen gehört zu den schlimmsten Straftaten.

Nicht nur die Kinder und Jugendlichen selbst, sondern auch ihre Familienmitglieder und ihnen nahestehende Personen geraten in schwere seelische und soziale Konflikte und Unsicherheiten. Vor allem dann, wenn die Gewalt innerhalb der Familie oder des vertrauten Umfeldes stattgefunden hat. Das soziale Gefüge gerät ins Wanken.

Die Betroffenen, die Kinder selbst oder ihre Angehörigen sind nicht sicher, ob sie eine Anzeige bei der Polizei erstatten wollen. Mit der Anzeigeerstattung sind meist unangenehme Gefühle verbunden, aber auch der Wunsch nach Gerechtigkeit.

Viele Kinder und Jugendliche wissen nicht, was auf sie zukommt oder haben falsche Vorstellungen von einem Gerichtsverfahren. Diese Unsicherheit macht Angst – und kann die Aussagefähigkeit beeinträchtigen. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen sind oft die einzigen Zeuginnen und Zeugen. Daher ist der Ausgang des Verfahrens in hohem Ausmaß von ihrer Aussage abhängig. Dieser Druck soll den Kinder und Jugendlichen genommen werden. Im Rahmen des Projektes soll den Betroffenen geholfen werden, sich im Gerichtsverfahren zurecht zu finden.

Das Projekt der Justiz wird ausschließlich von Prozessbegleiterinnen durchgeführt, die durch das Institut für Opferschutz im Strafverfahren e.V. "RECHT WÜRDE HELFEN" unter Schirmherrschaft der Bundesjustizministerin ausgebildet wurden:

Das hohe Anforderungsprofil, die Standards und der Qualitätsanspruch dieses Instituts an die Aus- und Fortbildung der Prozessbegleiterinnen hat überzeugt. Opfer und die sie unterstützenden Angehörigen sollen ermutigt werden, von dem kostenlosen Angebot der Psychosozialen Prozessbegleitung Gebrauch zu machen – für die Kinder und Jugendlichen und auch für sie selber.

Kontakt

Beate Müller
Landgerichtsbezirk Neubrandenburg
"Hilfen für Opfer von Straftaten in MV" e.V.
Tilly-Schanzen-Straße 17
17033 Neubrandenburg
Telefon: 0395-57082370
Andrea Wehmer
Deutscher Kinderschutzbund Rostock e.V.
Psychosoziale Prozessbegleitung
Ernst-Haeckel-Straße 1
18059 Rostock
Telefon: 0176-56873925
Telefax: 0381-7680215
Karin Teich
Landgerichtsbezirk Stralsund
Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V.
Region Vorpommern - Regionalzentrum Greifswald
Bahnhofstraße 16
17489 Greifswald
Telefon: 03834-7983111
Telefax: 03834-7983123
Nadine Schomann
Landgerichtsbezirk Schwerin
Deutscher Kinderschutzbund Kreisverberband Schwerin e.V.
Perleberger Straße 22
19063 Schwerin
Telefon: 0385-3968373

Publikationen und Dokumente

Publikationen

Abschlussbericht der wissenschaftlichen Begleitung des Modellprojekt "Psychosoziale Prozessbegleitung" in Mecklenburg-Vorpommern
 
Fachtagung: Psychosoziale Prozessbegleitung "Zeugen-Mut statt Opfer-Angst"

In Mecklenburg-Vorpommern ist das Projekt „Psychosoziale Prozessbegleitung“ aus dem Jahr 2010 im Jahr 2014 zu einem landesweit ausgebauten Angebot geworden. Vier speziell qualifizierte Prozessbegleiterinnen betreuen Kinder und Jugendliche, die durch sexuelle oder körperliche Gewalt verletzt wurden. Auf einer Fachtagung im April 2014, dem Jahr des Vorsitzes Mecklenburg-Vorpommerns der Justizministerkonferenz, wurden Erfahrungen ausgetauscht. Hier finden Sie den Tagungsband als pdf.