Rettung für Rebhuhn, Fasan und Hase - Niederwildsymposium in Linstow

Nr.065/17  | 22.02.2017  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

„Der Verlust an geeigneten Lebensräumen sowie ein hoher Prädationsdruck müssen als die wohl wichtigsten Ursachen für den Rückgang unseres Niederwildes, wie zum Beispiel Rebhuhn, Fasan oder Hase, genannt werden“, machte Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus heute in Linstow im Rahmen des Symposiums zur Förderung des Niederwildes in M-V auf die angespannte Situation dieser Spezies in unserer Kulturlandschaft aufmerksam.

Mit der Veranstaltung unter dem Motto „Unser Niederwild – Was ist zu tun?“ sollen Wege aufgezeigt werden, wie dieser Entwicklung Einhalt geboten werden kann. „Dabei setze ich auf eine enge Kooperation von Jägerinnen und Jägern mit den Grundeigentümern und Bewirtschaftern“, so Dr. Backhaus.

Um die negativen Bestandstrends aufzuhalten oder gar umzukehren und damit das Niederwild nachhaltig in den Revieren zu erhalten, seien aktive Maßnahmen zur Verbesserung der Überlebenschancen notwendig. „Allen voran gilt hier die Biotopverbesserung, verbunden mit einer konsequenten Raubwildbejagung. Nur in enger Zusammenarbeit der Grundeigentümer, Landnutzer und Jäger lassen sich Maßnahmen der Biotopverbesserung am geeignetsten planen und zum Vorteil des Niederwildes umsetzen“, machte der Minister deutlich.

Neben ungünstigen Lebensraumbedingungen ist das Niederwild darüber hinaus dem steigenden Prädatorendruck ausgesetzt. Während sich der Marderhund in seiner Bestandshöhe stabilisiert hat, verläuft die Ausbreitung des Waschbärs in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin ungebremst.

Im Jagdjahr 2015/2016 standen in Mecklenburg-Vorpommern den erlegten 12.386 Hasen, Kaninchen, Fasanen, Tauben, Schwänen, Wildgänsen, Wildenten, Waldschnepfen, Blässhühnern und Möwen genau 38.386 erlegte Füchse, Marder, Iltisse, Hermeline, Dachse, Marderhunde, Waschbären und Minke gegenüber. „Vor dem Hintergrund dieser Daten bin ich auf die Lösungsansätze der heutigen Veranstaltung gespannt“, so Minister Backhaus.

Hintergrund:

Aus dem Projekt „Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands“ (WILD) des Deutschen Jagdverbandes lassen sich Entwicklungen in den Niederwildbesätzen ableiten.

Die Hasenpopulation bewegt sich stabil mit ca. fünf Hasen je 100 Hektar auf einem sehr geringen Niveau. Rebhuhn-, Fasan- und Wildkaninchenvorkommern nehmen in M-V kontinuierlich ab. Hier kommt der Hege eine weitaus größere Bedeutung zu als der Bejagung. Rebhühner waren nur noch bei einem Fünftel der am WILD-Projekt beteiligten Reviere anzutreffen, und dort auch nur in einer Besatzdichte von 2 Paaren je 1.000 Hektar Offenland. Fasane waren nur noch auf ca. 13 % der Jagdfläche anzutreffen, dort mit ca. einem Hahn je 1.000 Hektar.