Backhaus: Moderne Landwirtschaft im Einklang mit Natur und Gesellschaft

Nr.066/17  | 22.02.2017  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Über die Zukunftsperspektiven der Landwirtschaft diskutierte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt heute auf dem VR-Landwirtschaftstag in Linstow.

Eines der Themen war die Gemeinsame Agrarpolitik bis 2020. „Für mich kommt eine Umschichtung von Mitteln von der ersten in die zweite Säule nur in ganz geringem Umfang in bestehende Programme in Betracht. Im vergangenen Jahr haben wir bereits die Sommerweidehaltung und die dauerhafte Umwandlung von Ackerland in Grünland in das Spektrum aufgenommen, um etwas für die Tierhaltung im Land zu tun. Ab Mai 2017 können dann auch Anträge für die Maßnahmen der emissionsarmen und gewässerschonenden Gülleausbringung gestellt werden“, sagte der Minister.

Die finanzielle und wirtschaftliche Lage stellte sich 2016 äußerst kritisch dar. Besonders in der Milchviehhaltung war die Situation alarmierend. „Wir haben alles daran gesetzt Liquidität und Stabilität in die Betriebe zu bringen. Wir haben ein EU-Hilfspaket oder ein Milchreduktionsprogramm auf den Weg gebracht. Außerdem bietet die Landgesellschaft einen Flächenankauf an und das Land gewährt Zahlungsaufschub für Pachtzinsen. Bei den Finanzämtern wurde eine Neuberechnung der Steuervorauszahlung 2016 durchgesetzt. Des Weiteren gewährt kein anderes Bundesland neben MV Bürgschaften für Umlaufmittelkredite“, betonte Backhaus. Weiteren Handlungsbedarf sieht er im Bereich der Bodenpolitik, da in den vergangenen 5 Jahren Hektarpreise fast verdoppelt und Neupachtpreise um fast 40 % angestiegen sind. „Deshalb arbeiten wir an Eckpunkten für ein Gesetz zur Sicherung und Verbesserung der Agrarstruktur“, unterstrich Dr. Backhaus.

Auch die Technologisierung und Digitalisierung wurde thematisiert. „Melkroboter in den Ställen, GPS-Steuerung und N-Sensoren auf dem Feld, die Nutzung von Smartphones, Tablets, Apps oder Drohnen im Arbeitsalltag.

Die Liste ist lang, aber die Bedingungen müssen stimmen, damit man die Technik auch nutzen kann. Diese kann dabei helfen natürliche Ressourcen zu schützen und die Prozesse vom Feld bis zur Gesellschaft unter Berücksichtigung der globalen Herausforderungen zu vernetzen“, so der Minister.

Abschließend wurde über den Landwirt im Blickpunkt der Öffentlichkeit diskutiert. Backhaus forderte einen offenen zukunftsweisenden Dialog zwischen Landwirtschaft, Verbrauchern und Politik, die die Landwirtschaft als Partner sehen und nicht von vorn herein in eine Ecke stellen, die ihrer tagtäglichen Leistung nicht gerecht wird. „Schließlich ist die Landwirtschaft mehr als nur Landwirtschaft. Im ländlichen Raum ist sie das Rückgrat der Gesellschaft und oftmals der einzige Arbeitgeber“, hob er hervor.