Binnenfischereitag MV: Pachten und Aalbesatz beschäftigen Branche

Nr.073/16  | 06.03.2017  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

„Die Binnenfischerei in Mecklenburg-Vorpommern mit ihren 42 Haupterwerbsunternehmen, sieben Nebenerwerbsunternehmen und etwa 250 Mitarbeitern ist zwar ein kleiner, aber für die Identität unseres gewässerreichen Bundeslandes sehr wichtiger Berufszweig“, heißt es in der Rede des Landwirtschafts- und Umweltministers Dr. Till Backhaus anlässlich des heutigen Jahresfischereitages der Landesverbandes der Binnenfischer in Schwerin. Zu den zentralen Themen der Veranstaltung gehörte die Verpachtung von Gewässern, die Förderung des Aalbesatzes sowie Investitionen in die Aquakultur.

Das Ministerium kündigte an, juristisch und fachlich überprüfen zu lassen, inwieweit bestehende Pachtverträge für Gewässer nach ihrem Auslaufen im Jahr 2021 weitergeführt werden können. Prinzipiell sieht die Landeshaushaltsordnung eine Neuausschreibung vor. „Mir ist aber auch klar, wie wichtig es den Fischern ist, ihre Gewässer weiterhin bewirtschaften zu können, gerade wenn man den eigenen Kindern eine berufliche Perspektive bieten will“, so der Minister.

Fast 45.000 Hektar Wasserfläche sind hierzulande an Berufsfischer verpachtet. Die Pachthöhe beträgt durchschnittlich rund 8,5 Euro pro Hektar pro Jahr. Im Zuge der Generalbonitierung durch die Landesforschungsanstalt wurden fünf Ertragsklassen gebildet und diesen Ertragsklassen jeweils eine Pachthöhe zugeordnet. Für Gewässer mit einer geringeren Ertragsfähigkeit fällt die Pacht niedriger aus. So zahlt beispielsweise die Fischerei Müritz Plau GmbH bei einer Pachtfläche von 20.932 ha nur 5,75 € pro Hektar pro Jahr.

In 2015 haben die Binnenfischer in MV 570 Tonnen Fisch gefangen. Bezogen auf die bewirtschaftete Seefläche sind das je Betrieb durchschnittlich rund 12,7 kg pro Hektar pro Jahr – bei weitem nicht ausreichend, um den Bedarf der Kunden zu decken. Die Folge: Es muss Fisch dazu gekauft werden. Die Fischer haben demnach – anders als die Milchbauern kein Absatz-, sondern ein Beschaffungsproblem. Laut Backhaus widerspricht der Zukauf allerdings dem, wofür MV steht und von Gästen und Einheimischen geschätzt wird – regionale Produkte mit Wiedererkennungswert.

Da die Errichtung neuer Teichwirtschaften in der Regel wirtschaftlich nicht rentabel ist und umweltrechtlich genauso wie Netzgehegeanlagen häufig nicht genehmigungsfähig sind, bleibt nur die Investition in Kreislaufanlagen, wenn man Fisch anbieten will, der nicht aus Polen, Dänemark oder Norwegen sondern aus MV kommt. Auch deutschlandweit sieht es hinsichtlich der Fänge und der Notwendigkeit des Zukaufs nicht anders aus. Mit 3.020 Tonnen gefangenen Fischen in den Binnengewässern lässt sich die Nachfrage nicht decken.

Für Aalbesatzmaßnahmen werden noch in diesem Monat Landesmittel und Mittel aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) in Höhe von 87.000 Euro ausgezahlt. Auch prüft das Land gemeinsam mit der Branche, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um die Aalbesatz-Förderung von jetzt 49% auf 60 bzw. 80% der Kosten zu erhöhen. Bislang erfolgt die Förderung aus Sicht der Kommission nur in dem Maße, das erforderlich ist, um die Abwanderung von 40 Prozent der adulten Aale aus den Binnengewässern in Richtung des Laichgebiets Sargassosee zu ermöglichen. Insgesamt stehen für die gesamte Förderperiode bis Ende 2023 für alle Bereiche der Fischwirtschaft 50 Mio. € EMFF-Mittel und 13 Mio. € Landesmittel zur Verfügung.

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