Extensivierungsrichtlinie geändert: GVE-Besatzstärken fallen weg

Nr.103/2017  | 28.03.2017  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Im Amtsblatt für Mecklenburg-Vorpommern vom 04. Januar 2017 hat das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt die Änderung der Extensivierungsrichtlinie bekannt gegeben. Diese sieht unter anderem den Wegfall der Vorgaben des maximalen Viehbesatzes von 2,0 GVE/ha auf bewirtschafteter landwirtschaftlicher Fläche und den des Mindestviehbesatzes von 0,3 GVE/ha auf Dauergrünland vor. Im Sinne des angestrebten Bürokratieabbaus ist daher die Führung der Tierbestandsnachweise im Rahmen von Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) nicht mehr notwendig.

Trotz der ersatzlosen Streichung dieser Parameter ist für die Ökoförderung nach wie vor folgendes zu beachten:

Grundsätzlich kann nur gefördert werden, wenn Grünland zu wirtschaftlichen Zwecken genutzt wird, wobei entsprechende Nachweise im Landwirtschaftsbetrieb vorzuhalten sind. Dabei sollte in erster Linie eine Nutzung des Grünlandaufwuchses durch Tierhaltung erfolgen, da bei der Haltung von Tieren im Betrieb eine Förderung von Stoffkreisläufen umfassend unterstützt wird.

Darüber hinaus sind weitere Formen der Nutzungen möglich, bei denen bezogen auf die Gesamtökofläche in Mecklenburg-Vorpommern von einer Flächennutzung mit stark begrenztem Umfang ausgegangen wird. Unter anderen könnte die temporäre Beweidung durch Schafe oder Ziegen, der Verkauf oder die Abgabe von Aufwuchsmaterial von Dauergrünland (Heu, Silage) oder die innerbetriebliche Nutzung von Aufwüchsen auf Dauergrünland ohne Tierhaltung (Gewinnung als Mulchmaterial), aber auch die Nutzung von Dauergrünlandflächen mit Bestand von einzelnstehenden Obstbäumen (Streuobstwiesen bis max. 150 Bäume/ha) zur Anwendung kommen.

„Ziel ist es, individuelle Betriebsformen im Ökolandbau zu unterstützen und die unterschiedlichen Standortverhältnisse und die daraus resultierend Möglichkeiten für die Grünlandnutzung zu berücksichtigen“, erklärte Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus.

Die Regelungen der EU-Ökoverordnung sind bei allen Formen der Nutzung einzuhalten.

Beispiele für Nachweise zur Nutzung des Grünlandes

 

  • Nutzung des Grünlandes in Verbindung mit Tierhaltung (Basisvariante)Anfall von mindestens 25kg N/ha aus Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft (Berechnung entsprechend Vorgaben DüngeVO)

 

  • Temporäre Beweidung durch Schafe oder Ziegen
    Dokumentation des Weidgangs (Tag und Weidedauer, Anzahl Tiere mit welcher die Beweidung durchgeführt worden ist).

 

  • Verkauf oder Abgabe von Aufwuchsmaterial von Dauergrünland (Die Nutzung von Dauergrünland kann über den Verkauf von Aufwuchsmaterial , z.B. als Heu, Silage, als Frischmaterial auch zum Zweck der energetischen Verwertung oder bei Abgabe von Aufwuchsmaterial im Rahmen einer überbetrieblichen Kooperation erfolgen).

    Verkaufs- oder Abgabebelege von Grünlandaufwüchsen mit folgenden Angaben: Menge (z.B. mind. 2 Rundballen je ha oder äquivalente Ballenmenge), Art (Silage, Heu oder Frischmasse) und Verwertungsform auf dem aufnehmenden Betrieb.

    Dokumentation der Mahd und weiterer Maßnahmen, u.a. Bergung des Erntegutes sowie Erntemengen (Anzahl Ballen oder äquivalente Ballenmenge)
  • Innerbetriebliche Nutzung von Aufwüchsen auf Dauergrünland ohne Tierhaltung (Beispiele: Gewinnung der Aufwüchse als Mulchmaterial für andere lw. genutzte Flächen oder für die energetische Verwertung).

    Dokumentation der Mahd und weiterer Maßnahmen, u.a. Bergung des Erntegutes sowie Erntemengen (mind. 2 Rundballen je ha oder äquivalente Ballenmenge, Anzahl Anhänger mit Angabe des Fassungsvolumens)

    Verwertungsform der Aufwüchse und Dokumentation der Verbringung, u.a. auf Ackerflächen anhand einer Ackerschlagkartei und gemäß geltender DüngeVO (z.B. Nährstoffvergleich). Hinweis: auch Lagerung der Aufwüchse (Heu- und Silageballen, Silagemieten, Kompostmieten auf Betriebs- bzw. Hoffläche bis zur weiteren Verwertung auf dem Betrieb wird anerkannt, da der Aufwuchs vom Dauergrünland abgefahren und der Kostenaufwand für Bergung und Lagerung getätigt wurde.
  • Dauergrünlandflächen mit Bestand von einzelnstehenden Obstbäumen (Streuobstwiesen bis max. 150 Bäume/ha)
    Nutzung des Obstes (u.a. Obsternte, Saftherstellung)
    Nutzung des Grünmasseaufwuchses
    Pflegemaßnahmen beim Baumbestand

 

 

 

 

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