25 Jahre Landesforschungsanstalt

Nr.181/17  | 31.05.2017  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

„Als Partner der Landwirtschaft und Fischerei, der Politik, der Verbände und der Wissenschaft leistet die Landesforschungsanstalt einen entscheidenden Beitrag für die praxisorienierte Forschung und setzt damit die Voraussetzungen für den wirtschaftlich wettbewerbsfähigen und umweltverträglichen Agrar- und Fischereistandort in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute in Gülzow-Prüzen (Landkreis Rostock). Dort feierte die Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern (LFA) ihr 25-jähriges Bestehen.

„Die Forschung war und ist ein entscheidender Begleiter bei der Produktivitätssteigerung in der Landwirtschaft. Von einem Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche werden immer mehr Menschen ernährt. Im Jahr 1900 erzeugte ein Landwirt Nahrungsmittel für ca. vier Personen, 1950 für zehn und 2014 für 155 Personen. Diese unglaubliche Entwicklung begründet sich ursächlich in der Steigerung der Erträge aufgrund der Züchtung, eines angepassten Managements und einer Verringerung der Verluste“, so der Minister.

Wurden vor 100 Jahren noch ca. 18,5 Dezitonnen (dt) Weizen auf einem Hektar (ha) geerntet, liegt der Ertrag im Mittel seit 2010 in Mecklenburg-Vorpommern mit 79,2 dt/ha viermal so hoch. Gab eine Milchkuh um 1900 noch 2.165 Kilogramm (kg) im Jahr, lag die Milchleistung im Jahr 2016 in Mecklenburg-Vorpommern bei im Schnitt 9.572 kg.

„Damit liegen wir deutschlandweit auf dem dritten Platz nach Thüringen (9.685 kg) und Sachsen-Anhalt (9.611 kg) mit an der Spitze. Ohne den Einsatz der Forschung und die Anwendung moderner Methoden hätten wir heute sicher nicht so hohe Leistungen mit gesunden Kühen“, führte Backhaus aus.

Der Verbraucher erwartet qualitativ hochwertige und sichere Lebensmittel. In diesem Zusammenhang ist nach Ansicht von Dr. Backhaus die Bedeutung des Umwelt-, Klima- und des Tierschutzes weiter gestiegen. „Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, bedarf es der Forschung, die unabhängig nach neuen Wegen und Lösungen suchen kann, um der Praxis Möglichkeiten aufzuzeigen. Schließlich geht es heute um Präzisionslandwirtschaft“, betonte der Minister. Dazu gehören robuste, ertragreiche Sorten, präzisierte Düngung oder der Einsatz moderner Technik in der Tierhaltung.

„Für mich ist klar, dass auch die moderne Landwirtschaft und Fischerei nachhaltig und verantwortungsbewusst mit den Naturressourcen umgehen muss. Deshalb ist die Landesforschungsanstalt für den traditionellen Agrar- und Fischereistandort Mecklenburg-Vorpommern von unschätzbarem Wert“, sagte der Landwirtschaftsminister.

Als kompetenter Ansprechpartner stellt sich die LFA dabei den Herausforderungen der Zeit, sucht nach aktuellen praktikablen Lösungen, wie z.B. bei Fragen nach Emissionsminderungen oder mehr Tierwohl.

Dabei werden in zehn Forschungskomplexen, u.a. Sortenwesen, Aquakultur, ökologischer Landbau, nachhaltige Landwirtschaft sowie Gemüse- und Obstbau, derzeit 78 einzelne Forschungsthemen und Projekte von knapp 100 Mitarbeitern bearbeitet. „Damit ist die LFA zudem auch ein wichtiger Arbeitgeber im ländlichen Raum“, so Dr. Backhaus.

Aus dem dem Minister übergebenen aktuellen Jahresbericht 2016 der LFA geht hervor, dass zu etwa 100 Veranstaltungen und Feldtagen etwa 5.300 Besucher kamen, um sich zu informieren. 300 Vorträge und 270 Veröffentlichungen ermöglichen einen schnellen Zugang zu den Ergebnissen der Forschung.

Für die Landwirtschaft sei es wichtig, in der Zukunft von den Märkten zu profitieren, weshalb der Zugang zu Innovationen und neuesten Technologien unbedingt gebraucht wird. „Dazu benötigen wir eine breitgefächerte, angewandte und standortspezifische Forschung, die die Herausforderung annimmt. Das haben wir in Mecklenburg-Vorpommern bereits geschaffen“, sagte der Landwirtschaftsminister.