Backhaus unterstützt landesweites Bibermanagement mit 930.000 Euro

Nr.235/17  | 19.07.2017  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt, hat den Weg für ein landesweites Bibermanagement in Mecklenburg-Vorpommern freigemacht. Bis 2019 stellt sein Haus rund 930.000 Euro für Monitoring, Öffentlichkeitsarbeit sowie Konfliktmanagement zur Verfügung. Einen entsprechenden Förderbescheid übergab er heute in Stralsund an die UmweltPlan GmbH, die diese Maßnahmen mit der Gesellschaft für Naturschutz und Landschaftsökologie Kratzeburg in allen Landkreisen steuern und begleiten soll.

„Wichtige Erfahrungen wurden in der Vergangenheit insbesondere im Naturpark Sternberger Seenland gesammelt, da dort naturräumlich bedingt eine Häufung biberverursachter Konflikte auftrat. Das Vorgehen wurde inzwischen auch auf weitere Naturparke übertragen und soll mit dem beginnenden Projekt nun landesweit Anwendung finden. Die im Einzelfall geeigneten Maßnahmen werden zeitnah, vor Ort und gemeinsam mit den betroffenen Landnutzern gewählt“, informierte Backhaus.

Geeignete Handlungsoptionen im Konfliktfall sind unter anderem der Einbau von Dammdrainagen („Bibertäuscher“), der Rückbau (auf definierte Höhen) oder Abtrag von Biberdämmen, der Einsatz von Verbissschutzmitteln, die Zäunung gefährdeter (Forst-)Kulturen, die Anlage/ Förderung von Gewässerrandstreifen mit Weichhölzern, der Einbau von Untergrabschutz in Deichen/ Dämmen und in Einzelfällen die Entnahme von Bibern.

Landesweit gibt es rund 100 Gewässerabschnitte mit insgesamt rund 400 km Länge, an denen kleinere oder große Konflikte auftreten. In Gebieten mit einer flächendeckenden Besiedlung, zum Beispiel an Warnow und Peene, ist bereits ein leicht rückläufiger Bestandstrend nachweisbar. Dennoch gehen unsere Experten von einem weiteren Anstieg des Gesamtbestandes aus, da immer noch Lebensräume verfügbar sind. Derzeit ist etwas mehr als die Hälfte des Landes vom Biber besiedelt, der Gesamtbestand wird auf ca. 2.300 Tiere geschätzt.

Seit 2015 gibt es etwa 40 geschulte Biberberater im Land, die vor Ort Konflikte einschätzen und Lösungsmöglichkeiten vorschlagen. Auch können schon jetzt Biber entnommen oder deren Lebensstätten aufgelöst werden, sofern Gefahr für Leib und Leben besteht und andere Maßnahmen nicht greifen.

Durch die Kombination verschiedener Förderrichtlinien ist es hierzulande nun erstmals möglich, sowohl die landesweite konzeptionelle Vorbereitung als auch die Maßnahmenumsetzung zu unterstützen. Ziel ist ein friedliches Nebeneinander von Bibern und Landnutzern zu etablieren.

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