Dauerregen bringt Gewässer an Grenzen – Ernte verzögert sich

Nr.246/2017  | 26.07.2017  | LM  | Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt

Seit zwei Tagen regnet es fast flächendeckend im gesamten Land. Aber die Intensität der Niederschläge ist sehr verschieden.

„Besonders stark waren die Niederschläge in den südlichen Teilen der Landkreise Vorpommern Greifswald und Ludwigslust-Parchim. Dort sind lokal bis zu 100 mm Niederschlag registriert worden. Das ist mehr als normalerweise im gesamten Monat. Da es zudem auch Anfang Juli stark geregnet hat, liegen die Monatssummen des Niederschlages überall deutlich über den Mittelwerten. An der Station Marnitz beispielsweise, wurde mehr als das Doppelte der üblichen Menge gemessen“, sagte der Minister für Landwirtschaft und Umwelt Dr. Till Backhaus heute in Schwerin mit Blick auf die Starkregenereignisse.

Aufgrund des aktuellen Niederschlagsgeschehens ist auch die Wasserführung in den meisten Fließgewässern und der Wasserstand in den Seen zum Teil deutlich erhöht. „Kleinere Gewässer, insbesondere dort wo die ergiebigsten Niederschläge auftraten, führen Hochwasser, das lokal zu Ausuferungen und Überschwemmungen geführt hat. Die Mitarbeiter der staatlichen Wasserwirtschaftsverwaltung sind vor Ort und kontrollieren die Gewässer und wasserwirtschaftlichen Anlagen. Über diese Anlagen wird der Abfluss so gesteuert, dass schädigende Auswirkungen möglichst unterbunden oder zumindest minimiert werden“, informierte Backhaus.

Die Möglichkeiten zur Zwischenspeicherung von Wasser in den großen Seen des Landes sind mittlerweile allerdings fast vollständig erschöpft. So liegt beispielsweise der Pegel des Schweriner Sees aktuell nur noch einen Zentimeter unter dem Höchststauziel. Das hat zur Folge, dass die Abgabemengen über die Abläufe im Rahmen des Möglichen erhöht werden müssen, und damit die Abflüsse in den aufnehmenden Gewässern deutlich ansteigen. Im Falle des Schweriner Sees sind dies die Störwasserstrasse und der Wallensteingraben.

„Besonderes Kopfzerbrechen bereitet mir bei diesem Wetter die Ernte. Aufgrund des anhaltenden Regens müssen Landwirte die Arbeit immer wieder unterbrechen. Wenn wir nicht endlich beständiges Sonnenwetter bekommen, dann steuern wir hier auf eine mittelschwere Katastrophe zu“, kommentierte Backhaus.

Insgesamt kann bei landesweiter Betrachtung aber festgestellt werden, dass die Sicherheit der Bevölkerung aktuell nirgendwo in Gefahr ist. Es gibt zwar lokale Probleme, wie überschwemmte Ackerflächen, vollgelaufene Keller und unpassierbare Wege, aber keine Gefährdung von Menschen. „Im Vergleich zu unserem Nachbarland Niedersachsen, das es deutlich schlimmer getroffen hat, haben wir Glück im Unglück“, so der Minister. Insbesondere im Harz sind extreme Niederschlägen gefallen. Im Landkreis Goslar wurde der Katastrophenalarm ausgelöst.

Unbeeindruckt von den Niederschlägen in Norddeutschland zeigt sich hingegen die Elbe. Ihr Wasserstand liegt nur knapp über dem mittleren Niedrigwasser. „Das liegt daran, dass es in den Gebieten, in denen die Elbhochwässer schwerpunktmäßig entstehen, dem Böhmerwald und dem Riesengebirge, nur wenig geregnet hat“, erklärte Backhaus.

Dennoch: „Die aktuelle Situation zeigt, wie wichtig vorsorgendes Handeln im Hochwasserschutz ist. Die mehr als 500 Mio. Euro, die das Land Mecklenburg-Vorpommern seit 1991 in den Hochwasser- und Küstenschutz und den Ausbau der Gewässer investiert hat, sind gut angelegtes Geld!“, sagte der Minister abschließend.  

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