Rissvorfall Reddelich: Wolf und Hund kommen derzeit in Frage

Nr.004/16  | 07.01.2016  | LU  | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

In der Nacht vom 5./6.01.2016 kam es in Reddelich, Landkreis Rostock, zu einem Übergriff auf eine Schafherde, dabei wurden 8 Tiere getötet bzw. schwer verletzt, zwei weitere sind verletzt.

Derzeit läuft die Begutachtung des Vorfalls, die Schafe werden im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock untersucht. Ein Befund kann erst erhoben werden, wenn die Kadaver aufgetaut sind. Parallel dazu werden Genetik-Proben genommen und zur Untersuchung an das Referenzlabor für Wolfsgenetik gegeben.

Nach derzeitigem, vorläufigem Kenntnisstand kann weder ein Hund noch ein Wolf als Verursacher der Risse ausgeschlossen werden. Es gibt viele Indizien, die für Hunde als Verursacher sprechen.

„Wir müssen lernen, mit der streng geschützten Art Wolf zu leben. Daher appelliere ich an alle Nutztierhalter, darauf zu achten, dass die Tiere sicher gehalten werden. Wir bieten hierfür Förderungen und Informationen an und geschulte Ansprechpartner stehen in der Region bei Fragen zur Verfügung“, erklärte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz heute.

Schaf- und Ziegenhalter sollten diese Meldung zum Anlass nehmen, ihre Vorkehrungen zum Herdenschutz zu überprüfen. Die Zäune müssen allseitig geschlossen sein. Empfohlen werden entweder mind. 90 cm hohe stromführende Zäune mit einem Bodenabstand <20 cm bzw. Maschendrahtzäune mit mind. 120 cm Höhe. Im Wolfsgebeit des Landes sind notwendige Verbesserungen auch über die Förderrichtlinie Wolf finanzierbar.

Informationen zum Wolf in Mecklenburg-Vorpommern und zur Förderrichtlinie Wolf finden sich unter www.wolf-mv.de oder auf der Seite des LUNG www.lung.mv-regierung.de unter Naturschutz/Artenschutz/Wolf.