Grüne Woche: Ausgezeichnete Land- und Ernährungswirtschaft aus MV

Nr.018/16  | 15.01.2016  | LU  | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

Heute wurde gleich zwei Mal die Land- und Ernährungswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns ausgezeichnet. So übergab Minister Dr. Till Backhaus der Störtebecker Braumanufaktur die europäische Auszeichnung „Regionale Esskultur“ und der Staatssekretär des Bundesumweltministerium Jochen Flasbarth würdigte die Gemeinschaftsarbeit von WWF, Zalf, Biopark, Edeka und des Landes Mecklenburg-Vorpommern ‚Landwirtschaft für Artenviefalt‘ als Projekt der UN-Dekade der Biologischen Vielfalt.

„Mit diesen internationalen Auszeichnungen wird deutlich, dass unsere Land- und Ernährungswirtschaft mit Engagement, Akribie und Leidenschaft wegweisende und beispielgebende Erfolge vorweisen kann. Nur wenn, wie in diesen Fällen, das Ganze im Auge behalten wird, können unsere Unternehmen auch in Zukunft noch nachhaltige Trends für unsere Ernährungsgewohnheiten beeinflussen“, erklärte Dr. Backhaus.

Das Europäische Netzwerk „Culinary Heritage Europe“ besteht seit mehreren Jahrzehnten. Derzeit sind in diesem Netzwerk 32 Regionen Europas von Angus County in Schottland bis zur Stadt Alanya in der Türkei vereint. Rügen ist als Region seit 1998 Mitglied. Das Netzwerk verfolgt folgende Ziele:

  • Bewahrung und Entwicklung der regionalen Identität und Traditionen in einem lebendigen Miteinander;
  • Erhalt von Arbeit und Einkommen in der Region durch die konsequente Nutzung regionaler Rohstoffe und Erzeugnisse im Handel und in der Gastronomie;
  • Verbindung regionaler Traditionen und moderne Kochkunst des 21. Jahrhunderts.

Seit 2008 wird das regionale Netzwerk durch den Rügen Produkte Verein getragen und gemanagt. Es wird folgende Mindestforderung an die Träger der Auszeichnung „Regionale Esskultur“ gestellt: Nutzung von mindestens 30 % regionaler Rohstoffe oder Produkte in der Gastronomie. Im Ergebnis sind in der Region 28 Unternehmen dabei, die sich dieser Herausforderung gestellt haben und mit ihrem Engagement Regionalität unterstützen wollen. Mit dem Braugasthaus „Zum Alten Fritz“ der Störtebecker Braumanufaktur wird das erste Unternehmen auf dem „Festland“ ausgezeichnet.

Mit dem Projekt ‚Landwirtschaft für Artenvielfalt‘ soll die Vielfalt der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten in landwirtschaftlich geprägten Lebensräumen nachweislich erhöht werden. Der in diesem Rahmen entwickelte Naturschutzstandard ist eine Zusatzqualifikation für besondere Leistungen ökologisch bewirtschafteter Betriebe zur Förderung der Artenvielfalt. Über 40 Betriebe des Anbauverbandes Biopark, der seinen Sitz in Mecklenburg-Vorpommern hat, mit über 25.000 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche beteiligen sich daran. Entwickelt wurde der Standard am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF).EDEKA Nord garantiert die Abnahme der Projekt-Produkte zu Erzeugerpreisen, die den Mehraufwand honorieren. Zudem hat das Land MV das Projekt mit insgesamt 50.000 Euro als einziges Bundesland unterstützt. „Große zusammenhängende Flächen und besonders Grünland in ökologischer Bewirtschaftung bieten wichtige Rückzugsgebiete für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Vom Feldhasen bis zum Laubfrosch, vom Schreiadler bis zum Braunkehlchen hat der ökologische Landbau in den letzten 20 Jahren einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität als Zusatznutzen seiner Produktionsweise geleistet. Dem Verbraucher ist das oft nicht bewusst. Das wollen wir mit diesem Projekt ändern und die heutige Auszeichnung wird uns dabei sicherlich helfen“, erklärte der Minister.

Weitere Informationen finden Sie auf www.gruene-woche-mv.de.