Landwirtschaft kann nur gemeinsam weiterentwickelt werden

Nr.017/16  | 15.01.2016  | LU  | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

Heute finden anlässlich der Internationalen Grünen Woche zwei Großkundgebungen, „Wir machen euch satt!“ und „Wir haben es satt!“, zur zukünftigen Ausrichtung der Landwirtschaft statt.

„Eine Demokratie lebt durch die friedliche, auch öffentliche Auseinandersetzung mit gesellschaftlich wichtigen Themen. Bei der Diskussion um die vermeintlich richtige Ausrichtung der Landwirtschaft habe ich jedoch zunehmend die Befürchtung, dass es nur noch zwei Wahrheiten und nichts dazwischen gibt und sich die Stimmungslage weiter aufheizt. Ich bin davon überzeugt, dass wir nur miteinander im sachlichen Dialog auch tatsächlich weiterkommen können. Dies hat unser Masterplanprozess in Mecklenburg-Vorpommern auch bestätigt. Dabei müssen jedoch beide Seiten auch bittere Pillen schlucken: Ja, wir haben ein Überdüngungsproblem zu Lasten des Grundwassers verursacht durch die Landwirtschaft, aber Dünger und Pflanzenschutzmittel sind deswegen noch kein Teufelszeug. Pflanzen brauchen zum Beispiel eine medizinische Behandlung zur Abwehr von Krankheiten und Schädlingen, damit die Waren überhaupt auf den Markt kommen können. Wenn man keine Pflanzenschutzmittel mehr einsetzen würde, wie es ‚Wir haben es satt!‘ fordert, würde kaum noch ein Betrieb in Deutschland überleben können. Damit würde der Landwirtschaft das Ende erklärt, mit der Folge, dass die Produkte dann nur noch aus dem Ausland bezogen werden könnten. Wem nützt eine Kartoffel, die schon nach wenigen Tagen verfault oder verschimmelter Weizen, der krank machen würde und nicht verkauft werden dürfte, nur damit man auf Pflanzenschutzmittel verzichtet? Daher fordere ich beide Seiten auf, vom Beharren auf nicht durchsetzbaren Maximalforderungen Abstand zu nehmen. Der Bund muss dabei eine viel aktivere Rolle übernehmen, denn nur so kann auch eine nachhaltige, von der Gesellschaft akzeptierte Weiterentwicklung der Landwirtschaft erfolgen“, erklärte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz MV.