Moorschutz hat in MV eine lange Tradition und ist international anerkannt

Nr.038/16  | 29.01.2016  | LU  | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

Derzeit ist Moorschutz Gegenstand der öffentlichen Berichterstattung. Eine Klarstellung zu einzelnen Vorhaben finden Sie am Ende der Pressemitteilung.

„Wortmeldungen diverser Politiker im Lande zum Thema Moorschutz zeigen mir, dass nicht nur Vertreter der Opposition im Landtag sich im Vorwahlkampf verstärkt dem Thema Moorschutz in Mecklenburg-Vorpommern zuwenden. Das begrüße ich sehr. Zeigt es doch, dass die kontinuierliche Arbeit der Landesregierung zum Klimaschutz, zum Schutz der Biodiversität und zur Verbesserung der Wasserqualität - allen dreien gesamtgesellschaftlichen Aufgaben dient der Moorschutz - eine immer breitere Basis erhält.“ Damit reagiert Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus auf Meinungsäußerungen verschiedener Politiker im Lande.

„Die Öffentlichkeit hat längst anerkannt, dass der Moorschutz in Mecklenburg-Vorpommern eine lange Tradition hat und letztlich ein Standortvorteil für unser Land ist. Unsere Lösungsansätze sind international hoch geschätzt und mehrfach ausgezeichnet worden“, so der Minister. So wirken Moore als Nährstoffsenken in der Landschaft. Bis zu 150 kg Stickstoff sowie 55 kg Phosphor können hier pro Hektar und Jahr dauerhaft aufgenommen und gebunden werden. Das aktuelle Konzept zum Schutz und zur Nutzung der Moore in M-V sieht die Verbesserung der hydrologischen Situation auf rund 50.000 Hektar tief entwässerten Moorflächen vor. Moore sind zudem Kohlenstoffspeicher. Die Wiedervernässung trockengelegter Moore führt zu einer deutlichen Emissionsminderung von bis zu 30 Tonnen Kohlendioxidäquivalenten pro Hektar und Jahr. „Moore tragen außerdem erheblich dazu bei, die gesellschaftlichen Ziele des Klimaschutzes, des Gewässerschutzes und des Schutzes der Artenvielfalt zu erreichen. Wer auf den Beitrag der Moore zur Zielerreichung in diesen Bereichen verzichten will, sollte sagen, wie er die Ziele anders erreichen kann und was diese Alternativen kosten“, führte Dr. Backhaus aus.

Allein in der zurückliegenden EU-Förderperiode wurden 15 Moorschutzprojekte auf mehr als 2.700 Hektar erfolgreich abgeschlossen. Seit 1990 konnten insgesamt etwa 47.600 Hektar Moore renaturiert werden. Das sind 16% der vorhandenen Moore, die weniger als 2% der Landesfläche bedecken. „Voraussetzung dafür war in allen Projekten die frühzeitige und umfassende Einbeziehung der vor Ort lebenden Menschen. Das war und ist auch in Zukunft unverzichtbar, um diese Entwicklung landesweit einvernehmlich organisieren zu können. Moorschutz funktioniert nur mit den Menschen“, so Backhaus weiter.

Ab dem Haushaltsjahr 2016 sind im Haushalt des Umweltministeriums 300.000 Euro Landesmittel bereitgestellt, die zur Nachsorge für Naturschutzprojekte eingesetzt werden. Es hat sich gezeigt, dass trotz sorgfältigster Planung aufgrund der außerordentlich komplexen hydrologischen Situationen bei der Umsetzung größerer Naturschutzvorhaben unvorhersehbare Auswirkungen auftreten können. Mit diesem Geld kann hier Abhilfe geschaffen werden und die berechtigte Erwartung der Menschen an vorsorgende Landespolitik wird damit umgesetzt.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es insgesamt rund 300.000 Hektar Moorflächen, die verschiedene Moortypen umfassen. Die flächenmäßig bedeutendsten sind die Durchströmungsmoore, die Verlandungsmoore, die Versumpfungsmoore und die Überflutungsmoore. Ökologische Besonderheiten sind die sogenannten Quellmoore, die Regenmoore, die Kesselmoore und die Hangmoore. Insgesamt sind 12,6% der Gesamtfläche unseres Landes Moore.

Von insgesamt den über 60 im Land Mecklenburg-Vorpommern umgesetzten Moorschutzprojekten sind nach dem LU vorliegenden Informationen tatsächlich Konflikte bei gerade einmal zwei Einzelprojekten aufgetreten! Aus diesen beiden Einzelfällen zu schlussfolgern, dass Moorschutzprojekte in Vorpommern „regelmäßig mit Problemen von sich reden machen“, ist völlig überzogen. Bei allen Moorschutzprojekten, bei denen sich im Laufe der Planungsphase zeigte, dass das Projekt zu Problemen für die Bürger führt, wurde das Projekt entweder an die Belange der Bürger angepasst oder – wenn es keine Lösung gab – nicht weiterverfolgt.

Durch die Moorschutzprojekte des Landes aus den letzten beiden Förderperioden wurden mehr als 9.750.000 Euro Fördermittel in die Region gelenkt. Dieses Geld wurde nicht „im Moor versenkt“, sondern ganz überwiegend an regionale Bauunternehmen und Landwirte vergeben.

Die z.B. aus dem Moorschutzprojekt resultierenden Probleme in Kamp wurden durch bauliche Maßnahmen bereits im Jahr 2014 gelöst, die mit Mitteln des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz (LU) finanziert wurden. Den Bewohnern wurde darüber hinaus zugesagt, dass das LU sie auch bei der anstehenden Ertüchtigung ihres Schöpfwerkes unterstützen wird.

Die Vernässung der Koblentzer Seewiesen erfolgte nicht durch das Land Mecklenburg-Vorpommern, sondern ist eine Ausgleichsmaßnahme der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH) für den Bau der Bundesautobahn A20. Der schlechte bauliche Zustand der anliegenden Kreisstraße wird von der DEGES auf die Bauweise der Kreisstraße zurückgeführt. Diese Einschätzung wurde nach Auskunft der DEGES durch externe Gutachter bestätigt. Dies ist sowohl der Kreisverwaltung als auch den Abgeordneten der Region bekannt.