Ministerium weist Vorwurf der Untätigkeit im Öko-Landbau zurück

Nr.043/16  | 03.02.2016  | LU  | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

Die Situation des Öko-Landbaus in Mecklenburg-Vorpommern ist derzeit vieldiskutierter Gegenstand der öffentlichen Berichterstattung.

„Mecklenburg-Vorpommern ist mit einem Anteil von 9% an der landwirtschaftlichen Fläche quantitativ Spitzenreiter im ökologischen Landbau in Deutschland. Diesen positiven Trend wollen wir weiter ausbauen. Anders als der BUND plädiere ich aber für einen maßvollen Anstieg auf 12% bis 2020, damit der Wandel für die Unternehmen auch wirtschaftlich tragfähig bleibt. Prämien können in diesem Zusammenhang nicht dauerhaft das Mittel der Wahl sein, da sie im schlimmsten Fall dazu führen, dass wir ähnlich wie aktuell im konventionellen Bereich ein Überangebot produzieren, das Preise einbrechen lässt und Betriebe zum Aufgeben zwingt. Auf keinen Fall aber sollten wir die ökologische und die konventionelle Wirtschaftsweise gegeneinander ausspielen. Bislang blicken wir auf ein sehr gutes Miteinander, an diesem Credo möchte ich festhalten. Mit dem Öko-Konzept 2020 und dem Masterplan haben wir in den vergangenen Jahren wichtige Maßnahmen zur Stärkung und Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus erarbeitet und umgesetzt. Wir dürfen aber auch die Faktenlage nicht ignorieren. Zwar sind die Umsätze mit Bio-Produkten im Einzelhandel in den vergangenen Jahren bundesweit gestiegen, dies lag aber nicht nur an einer erhöhten Mengenabnahme, sondern auch an den Preissteigerungen. Die private Nachfrage nach Bio-Produkten ist im Vergleich zu konventionellen Erzeugnissen immer noch sehr gering. So nahmen beispielsweise Bio-Wurst und Bio-Fleischwaren gemessen an den Gesamteinkäufen nur einen Anteil von etwa 1% ein, bei Konsummilch rund 6% und bei Eiern rund 10,8%“, erklärte Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr.Till Backhaus.

Der Minister reagiert mit diesen Worten auf das gestern vom BUND vorgestellte Aktionsprogramm „Mehr BIO aus MV“, das zum Teil Maßnahmen enthält, die das Land bereits im Mai 2015 einer breiten Öffentlichkeit vorstellte. „Es wundert mich schon sehr, dass es aus den Reihen des BUND nun heißt, man möchte dem Land mit eigenen Konzept ein Diskussionsangebot unterbreiten, war es doch Herr Roloff höchstpersönlich, der sich aus dem damals von uns initiierten fachlichen Austausch im Masterplanprozess ausklinkte. Anderseits lässt sich mit plakativen Parolen im Wahlkampfjahr natürlich viel mehr Staub aufwirbeln. Bleibt die Frage, ob es hier wirklich noch um die Sache oder um die Profilierung Einzelner geht“, so Dr. Backhaus weiter.

Auch der zentrale Vorwurf, das Land würde nicht genug Anreize setzen, um Betrieben den Einstieg oder den Wechsel in den Öko-Landbau schmackhaft zu machen, ist haltlos: „Vielleicht sind die Förderprämien hierzulande niedriger als beispielsweise in Bayern oder Nordrhein-Westfalen, sie alleine zeichnen aber längst kein umfassendes Bild über die tatsächliche finanzielle Unterstützung, die das Land MV speziell Öko-Betrieben an die Hand gibt. Neben einer Erhöhung der Förderprämien, von 150 auf 260 Euro je Hektar für Neueinsteiger und von 150 auf 200 Euro je Hektar für Beibehalter, werden freiwillige Agrarumweltmaßnahmen, wie die naturschutzgerechte Grünlandnutzung, belohnt“, erklärte der Minister weiter. Die Beispielrechnung für einen durchschnittlichen Öko-Betrieb mit 284 ha landwirtschaftlicher Fläche, davon 56 ha Grünland und 228 ha Ackerland, hat ergeben, dass ein Öko-Betrieb, der alle vom Land angebotenen Fördermöglichkeiten ausschöpft, bis zu 500 Euro pro Hektar pro Jahr abrufen kann. Das macht für das konkrete Fallbeispiel jährlich insgesamt 140.000 Euro. „Für unsere Förderprogramme im Ökolandbau – insbesondere in der Beratung – genießen wir bundesweit hohe Anerkennung“, so Dr. Backhaus.