BIOFACH 2016 – Backhaus am Mittwoch im Gespräch mit Unternehmen aus MV

Nr.047/2016  | 08.02.2016  | LU  | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

„Um den ökologischen Landbau weiter voranzubringen setzen wir in MV mit der ‚Öko-Kompetenz 2020‘ auf allen Stufen der Wertschöpfungskette an. Ziel ist, die Produktivität zu verbessern, Logistik- und Distributionskosten zu senken und den Erwartungen der Verbraucher an Qualität, Herkunft und Preis gerecht zu werden. Wir haben in MV ideale naturräumliche Voraussetzungen, um die Öko-Produktion in der Landwirtschaft weiter zu forcieren. Ich plädiere aber auch dafür, dies auf einem sozial verantwortungsvollen und wirtschaftlich tragfähigen Weg zu tun“, sagte heute Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, anlässlich der BIOFACH 2016, die vom 10.02. – 13.02. in Nürnberg stattfindet.

Die BIOFACH 2016 findet in diesem Jahr zum 27. Mal statt und ist mit etwa 44.600 Fachbesuchern national und international die Leitmesse der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft. Unter den rund 2.500 Ausstellern befinden sich auch acht Unternehmen aus MV, die sich an einem Gemeinschaftsstand präsentieren: die Biopark-Markt GmbH aus Malchin, die biosanica Manufaktur GmbH aus Süderholz, die EO Mecklenburger Ernte GmbH/Behr AG aus Gresse (Ludwigslust-Parchim), die Invest in Mecklenburg-Vorpommern GmbH aus Schwerin, die Mecklenburger Backstuben GmbH mit Sitz in Waren, die Qualitätsfleischerzeugergemeinschaft Weidehof aus Hohen Wangelin (Mecklenburgische Seenplatte), die Störtebeker Braumanufaktur GmbH aus Stralsund und die Ludwigsluster Fleisch- und Wurstspezialitäten GmbH. Weitere Unternehmen sind vor Ort in Verbänden oder betrieblichen Kooperationen organisiert, so zum Beispiel die Gläserne Molkerei aus Dechow im Ökoverband Naturland e.V.

Am Mittwochvormittag wird Dr. Backhaus die Unternehmen und Verbände aus MV am Gemeinschaftsstand in Halle 6 willkommen heißen. Der ökologische Landbau hat einen hohen Stellenwert in und für MV. 1.088 Betriebe der Land- und Ernährungswirtschaft sind inzwischen entsprechend der EU-Öko-Verordnung zertifiziert. 809 landwirtschaftliche Betriebe bewirtschaften rund 122.000 ha (9%) der landwirtschaftlichen Fläche. Damit ist MV im Bundesvergleich quantitativer Spitzenreiter. „Ich freue mich sehr, dass einige von ihnen ihre breite Palette an Bio-Produkten in einem Schaufenster mit weltweiter Strahlkraft vorstellen können und damit auch das Land MV als Spitzenreiter im Ökolandbau würdig repräsentieren“, so der Minister. Auf insgesamt 251 qm Ausstellungs- und Gemeinschaftsfläche können Unternehmen aus MV Präsenz innerhalb der Branche zeigen, wichtige Kontakte knüpfen und neue Absatzmärkte erschließen. Organisiert und betreut wird der Gemeinschaftsstand im Auftrag des Landes MV durch den Verein Agrarmarketing MV.

Das MV im Öko-Sektor mehr ist als nur Rohstofflieferant und verstärkt auf regionale Kreisläufe setzt, zeigt beispielhaft die Ludwigsluster Fleisch- und Wurstspezialitäten GmbH (LFW), die mit den Marken „BioLust“ und mit Eigenmarken, wie „Natur-Pur“ für EDEKA Nord, BIO Greno oder real BIO, bundesweit Marktführer im Bereich Bio-Fleisch- und Wurstspezialitäten ist. „Die Schlachtung findet überwiegend in Mecklenburg- Vorpommern statt, die Zerlegung und Verarbeitung ausschließlich am Standort Ludwigslust. Die Bio-Produkte verlassen täglich mit Mecklenburger Speditionen den Hof und werden bundesweit zugestellt“, berichtet LFW-Chefin Urte Warncke.

Am Mittag nimmt Dr. Backhaus als Diskutant an der Podiumsrunde „Handeln für mehr Bio – was Deutschland tun kann“ des Bunds für ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) teil. Die Bio-Bauern in MV produzieren schon heute öko-zertifiziert 15% des Schweinefleisches, 15% des Rindfleisches sowie ein Fünftel aller Bio-Eier in Deutschland. Mit Fördermittel aus dem Landwirtschaftsfonds zur Entwicklung des ländlichen Raums (ELER), Förderprämien für Öko-Neueinsteiger und Öko-Beibehalter, sowie Fördermöglichkeiten im Rahmen spezieller Agrarumweltmaßnahmen, wird die Förderpolitik rund um den ökologischen Landbau in der aktuellen Förderperiode bis 2020 weiter forciert. Ökobetriebe, wie der BIOPARK e.V. in Güstrow begrüßen diese Entwicklung: „Das Geld honoriert die Leistungen, die ein Ökoproduzent für Natur, Umwelt und letztlich für die Gesellschaft erbringt. Allerdings hat es ein Öko-Produzent am Pacht- und Bodenmarkt deutlich schwerer sich zu behaupten“, betont Geschäftsführerin Dr. Delia Micklich. Über das Agrarinvestitionsförderprogramm des Landes werden deshalb ökologisch wirtschaftende Betriebe künftig auch bei der Verpachtung von Landesflächen bevorzugt.

„Obgleich sich der Bio-Trend hierzulande und deutschlandweit positiv entwickelt, müssen wir auch zu Kenntnis nehmen, dass der Ökolandbau langfristig nur Bestand haben kann, wenn er auf lange Sicht nicht von staatlichen Subventionen abhängt“, mahnt Dr. Backhaus. Ein Wettlauf von Förderprämien könnte ähnlich wie im konventionellen Sektor das Gegenteil bewirken: „Ich erinnere an die Situation, in der ein Überangebot zu Verfügung stand und der Preis für die Landwirte einbrach und etliche Betriebe aufgaben. Von der Politik erwarten wir uns weniger Eingriffe durch Subventionen. Der Markt muss es richten“, bekräftigt Stephan Weber, Geschäftsführer beim Fleischwerk Edeka Nord.

Am Nachmittag wir der Umwelt- und Landwirtschaftsminister am Gemeinschaftsstand das Gespräch mit Unternehmen aus MV suchen, um gemeinsam mit ihnen über Chancen und Risiken des Marktes zu sprechen. Eine große Herausforderung in einem dünnbesiedelten Land wie MV stellt vor allem der Absatz bzw. die Direktvermarktung von Bio-Produkten dar: „Neben der notwendigen Einstellung wird auch immer die Ökonomie darüber entscheiden, ob ein Betrieb auf Ökolandbau umstellt oder weiter ökologisch produzieren kann“, fasst BIOPARK-Geschäftsführerin Micklich zusammen.

Informationen rund um den Auftritt Mecklenburg-Vorpommerns auf der BIOFACH 2016 erhalten Sie auf den Seiten des AMV.