Backhaus: Öko-Verarbeitungsindustrie in MV weiter auf dem Vormarsch

Nr.050/2016  | 10.02.2016  | LU  | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

„Mecklenburg-Vorpommern liefert nicht nur die Rohstoffe für Öko-Produkte, sondern verfügt entgegen vieler Behauptungen auch über eine starke Verarbeitungsindustrie. Für mich bedeutet ökologischer Landbau auch, regionale Kreisläufe und kurze Transportwege aufzubauen. Mit Befremden nehme ich zur Kenntnis, dass in den Supermarktregalen vielfach Öko-Produkte aus entfernten Regionen oder sogar China oder Argentinien angeboten werden. Das widerspricht in meinen Augen den Gedanken des ökologischen Landbaus“, sagte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, heute zur Eröffnung der BIOFACH 2016 in Nürnberg.

Als erfolgreiche Beispiele für bio „made in MV“ führte der Minister unter anderem die Teterower Fleisch GmbH (Landkreis Rostock), die Ludwigsluster Fleisch- und Wurstspezialitäten GmbH, die Mecklenburger Landpute GmbH in Severin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) und Arla Foods Upahl (Landkreis Nordwestmecklenburg) an. Die Ludwigsluster Fleisch- und Wurstspezialitäten GmbH, auch auf der BIOFACH 2016 vertreten, verarbeitet ihre Bio-Produkte nach eigenen Angaben ausschließlich am Standort Ludwigslust. Die Bio-Produkte verlassen täglich mit Mecklenburger Speditionen den Hof und werden bundesweit zugestellt. Mit biosanica Manufaktur GmbH aus Süderholz (Landkreis Vorpommern-Rügen) ist 2013 ein schnell wachsendes Unternehmen dazu gekommen, das für getrocknete Apfelchips bekannt ist und gerade den Markt für getrocknete Gemüsechips erschließt.

„Es tut sich einiges bei uns im Land und wir halten nach wie vor umfangreiche Mittel im ELER-Fonds bereit, um weitere Ansiedlungen ökologisch produzierender Unternehmen oder Neu-Investitionen bestehender Betriebe zu unterstützen“, so der Minister. „Mit der ‚Öko-Kompetenz 2020‘ habe ich einmal mehr zum Ausdruck gebracht, dass der Ausbau des Ökolandbaus einen hohen Stellenwert in und für MV hat. In diesem Zusammenhang schätze ich auch die BIOFACH als nationale und internationale Leitmesse und freue mich sehr darauf, persönlich mit Unternehmen aus MV ins Gespräch zu kommen. Ich möchte die BIOFACH aber auch zum Anlass nehmen, um zu betonen, dass der ökologische Landbau nicht grundsätzlich als ‚bessere Alternative‘ in der Landwirtschaft angesehen werden darf. Damit würden wir den vielen Landwirten in unserem Land und ihre tagtäglichen Leistungen für die Bevölkerung nicht gerecht werden“, sagte er weiter. Der ökologische Landbau setze auf bestimmte Qualitätsparameter, wie den Verzicht auf Pflanzenschutzmittel oder Kunstdünger, und spricht damit einen stetig wachsenden Anteil an Verbraucherinnen und Verbraucher an. So ist Deutschland mit 8 Mrd. Euro Umsatz im Jahr 2014 der größte Markt für Bio-Lebensmittel in Europa. „Aber wer in Deutschland konventionell erzeugte Lebensmittel kauft, der geht weder ein Gesundheitsrisiko ein, noch ist er ein schlechterer Mensch“, betonte Dr. Backhaus.

 

Hintergrund

Die BIOFACH 2016 findet in diesem Jahr zum 27. Mal statt und ist mit etwa 44.600 Fachbesuchern national und international die Leitmesse der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft. Unter den rund 2.500 Ausstellern befinden sich auch acht Unternehmen aus MV, die sich an einem Gemeinschaftsstand präsentieren: die Biopark-Markt GmbH aus Malchin, die biosanica Manufaktur GmbH aus Süderholz, die EO Mecklenburger Ernte GmbH/Behr AG aus Gresse (Ludwigslust-Parchim), die Invest in Mecklenburg-Vorpommern GmbH aus Schwerin, die Mecklenburger Backstuben GmbH mit Sitz in Waren, die Qualitätsfleischerzeugergemeinschaft Weidehof aus Hohen Wangelin (Mecklenburgische Seenplatte), die Störtebeker Braumanufaktur GmbH aus Stralsund und die Ludwigsluster Fleisch- und Wurstspezialitäten GmbH. Weitere Unternehmen sind vor Ort in Verbänden oder betrieblichen Kooperationen organisiert, so zum Beispiel die Gläserne Molkerei aus Dechow im Ökoverband Naturland e.V.