Wölfen auf der Spur – Telemetrieprojekt der Jäger und Förster liefert erste Daten

Nr.053/16  | 16.02.2016  | LU  | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

In MV wird seit 2011 eine aus Mitteln der obersten Jagdbehörde des Landes finanzierte Pilotstudie zur Telemetrie von Wölfen mittels GPS-GSM-Halsbandsendern durchgeführt. Im Oktober 2015 konnte erstmals ein männlicher Wolfswelpe (34kg) aus dem Rudel in der Lübtheener Heide erfolgreich besendert werden. Nun liegen erste Daten vor.

„Das Forschungsprojekt, in das sich vor allem die Jäger des Landes MV intensiv einbringen, ist landesweit bislang einmalig. Ich freue mich sehr, dass Jäger, Forstleute und Naturschützer in MV zur weiteren Erforschung des Wolfes Hand in Hand gehen und so wichtige Daten zu Aktionsraumgrößen, Habitatnutzung, Schlafplätzen und Nahrungsspektrum von freilebenden Wölfen ermittelt werden können. Mit den Erkenntnissen kann das Wolfsmanagement im Land unterstützt und die Diskussion rund um den Wolf weiter versachlicht werden“, erklärte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz.

Der GPS-Sender des 2015 besenderten Wolfswelpen „Arno“ hat in den letzten Monaten planmäßig Daten geliefert. Sie belegen, dass sich der Kernlebensraum wie vermutet in der Lübtheener Heide (Landkreis Ludwigslust-Parchim) befindet. Die bis Ende Januar 2016 ausgewerteten Peildaten ergaben einen Aktionsraum von 350 km2. Seit dem Januar scheint das Rudel regelmäßig Jagdausflüge in nordöstliche Richtung bis ins Forstamt Jasnitz (20 km entfernt vom Revierzentrum) zu unternehmen. So lagen die Peildaten teilweise am Abend noch in der Lübtheener Heide, nachts bereits bei Jasnitz, und am darauffolgenden Morgen wieder in der Lübtheener Heide. Bei solchen Ausflügen wurden ein oder mehrere Wölfe auch im Großraum Picher beobachtet. Bisher gelangen keine Ortungen im benachbarten Amt Neuhaus (Niedersachsen).

Weiterhin konnte über die Telemetriedaten der Zusammenhang zu drei Übergriffen auf Schafe hergestellt werden. Mit den erhobenen Daten kann demnach auch die Arbeit der Riss-Gutachter im Land unterstützt werden.

Noch in diesem Jahr sollen zwei weitere Sender aus Mitteln der obersten Jagdbehörde zum Einsatz kommen. Durchgeführt wird die Pilotstudie in enger Abstimmung zwischen dem Landesjagdverband MV, dem Bundesforstbetrieb Trave der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und dem Land Mecklenburg-Vorpommern durch die Professur für Forstzoologie der TU Dresden.

Hintergrund

Die ersten Fangversuche von Wölfen zwischen 2011 und 2013 in der Lübtheener Heide blieben erfolglos. Zu jener Zeit lebte dort nur ein einzelner Rüde. Nachdem sich im Jahr 2014 ein Wolfspaar erfolgreich reproduziert hat, wurden 2015 die Fangbemühungen wieder aufgenommen und waren erfolgreich. Am 20.10.2015 konnte ein männlicher Welpe (34 kg) aus dem Lübtheener Rudel erfolgreich besendert werden. Der Sender liefert wichtige Daten zur Raumnutzung des Rudels und unterstützt damit das Wolfsmonitoring des Landes. Über die Ergebnisse wird in regelmäßigen Abständen informiert.