Hochwasserschutz Heiddorf – Backhaus: „Investitionen in Leben und Existenzen“

Nr.055/2016  | 17.02.2016  | LU  | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, gab heute den Startschuss für den Baubeginn der Hochwasserschutzwand in der Ortslage Heiddorf/Gemeinde Neu Kaliß (Landkreis Ludwigslust-Parchim) gemeinsam mit Vertretern des StALU Westmecklenburg, dem LUNG MV, dem Bauverantwortlichen sowie dem Bürgermeister der Gemeinde.

„Wir alle haben noch die schockierenden Bilder vom Rekordhochwasser im Juni 2013 vor Augen. Damals wurden 721 cm am Pegel Dömitz gemessen. Damit wurde der bisherige Bemessungshochwasserstand von 1983 um 36 cm überschritten. Die örtliche Katastrophenabwehr und viele freiwillige Helfer setzten wochenlang alles daran, die Fluten einzudämmen und Schäden zu verhindern. Allen Beteiligten war sofort klar, dass sich so ein immenser Aufwand nicht wiederholen dürfe. Deshalb habe ich mich unverzüglich dafür eingesetzt, dass Schutzdefizit zu beseitigen und die Sicherheit des Ortes und seiner Bewohner zu verbessern“, betonte Dr. Backhaus.    

Allein 2013 errichteten die Bundeswehr, das Technische Hilfswerk, die örtliche Feuerwehr und viele weitere Unterstützer entlang der B 191 auf 480 m einen bis zu 1,30 m hohen, aus ca. 200.000 Sandsäcken bestehenden Schutzwall. Auch der 230 m lange Erdwall hinter dem Netto-Einkaufsmarkt wurde im Zuge der Hochwasserabwehr 2013 in nur wenigen Tagen errichtet. „So sehr das Hochwasser die Menschen in der Region auch traf, sie haben in dieser schweren Zeit eindrucksvoll bewiesen, dass sie zusammenhalten und füreinander einstehen“, so der Minister.

Mit der heute beginnenden Baumaßnahme setzt die Landesregierung das zweite Vorhaben in der Region seit dem Hochwasser in 2013 um. Bereits im Sommer 2014 wurde die Erhöhung der landseitigen Berme am Heiddorfer und Kalißer Deich mit einem Gesamtkostenumfang von rund 850.000 Euro fertiggestellt. Nun entstehen in 3 Bauabschnitten eine mit Stahlbeton verkleidete Stahl-Spundwand sowie ein 255 Meter langer Wall. Die veranschlagten Brutto-Baukosten belaufen sich nach aktuellen Berechnungen auf ca. 1,5 Mio. Euro und werden aus EU, Bundes- und Landesmitteln finanziert. „Verglichen mit den Hochwasserschäden von 2013 an Elbe, Donau und Rhein in Höhe von 5,6 Mrd. Euro fällt die Schadenssumme von rund 8 Mio. Euro in unserer Region zwar verhältnismäßig gering aus. Investitionen für Präventionsmaßnahmen sind aber immer auch Investitionen in die Rettung von Menschenleben und persönlicher Existenzen und daher auch ein ganz persönliches Kernanliegen meinerseits“, sagte Dr. Backhaus.

Als eine positive Folge des Hochwassers von 2013 bezeichnete Minister Dr. Backhaus, dass es erstmals gelungen ist, ein länderübergreifendes Programm zur Verbesserung des präventiven Hochwasserschutzes zu installieren. „Mit dem Nationalen Hochwasserschutzprogramm, das von der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser unter Federführung meines Hauses entwickelt wurde, werden vordringliche Maßnahmen geplant und umgesetzt, die überregional zur Senkung des Wasserspiegels und somit auch zum Wasserrückhalt im Oberlauf beitragen werden“, so Dr. Backhaus. Finanziert wird das Programm aus dem Sonderrahmenplan „Präventiver Hochwasserschutz“. Darin ist geregelt, dass 60% der Kosten vom Bund und 40% von den Ländern finanziert werden.