Backhaus begrüßt Vertagung der Glyphosat-Zulassung – „Argumente prüfen“

Nr.079/2016  | 09.03.2016  | LU  | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

Zur Entscheidung der EU-Kommission die Abstimmung über eine weitere Zulassung des umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat zu verschieben, stellt Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz fest:

„Ich begrüße das Vorgehen der EU-Kommission sehr, denn die Entscheidung den Einsatz von Glyphosat für weitere 15 Jahre zu erlauben, sollte gut überlegt sein. In den letzten Wochen wurden aus pflanzenschutzrechtlicher sowie lebensmittelrechtlicher Perspektive viele treffliche Argumente ausgetauscht. Um zu einer wissensbasierten Einschätzung über die Chancen und Risiken von Glyphosat zu kommen, halte ich eine weitere gründliche Prüfung daher für sehr sinnvoll. Es sollte genau abgewogen werden, welche Konsequenzen eine Entscheidung für oder gegen Glyphosat für Mensch, Tier und Umwelt mit sich bringt. Schnellschüsse sind in dieser Frage nicht angebracht und würden die Öffentlichkeit, vor allem die Verbraucher, nur weiter verunsichern.“

Das Land MV beschäftige sich bereits intensiv mit dem Thema Glyphosat: „In 2015 haben wir freiwillig ein Projekt durchgeführt, um einerseits festzustellen, wie viel Glyphosat tatsächlich in Lebensmitteln zu finden ist, und um andererseits damit mehr Klarheit zu bekommen. Dazu arbeiten wir ausschließlich mit staatlich akkreditierten Laboren, wie dem Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF), zusammen. Ich bin hoch erfreut, dass wir in keiner einzigen Probe eine Höchstgehaltsüberschreitung hatten und in keiner Probe aus MV Rückstände trotz feinster Analytik gefunden werden konnten“, betont Dr. Backhaus.

Der Minister weist aber auch darauf hin, dass weitere flächendeckende Studien notwendig sind, um ein wirklich umfassendes Bild zu erhalten: „Der Bund wäre daher im Vorteil, wenn er eine groß angelegte, unabhängige Studie hierzu in Auftrag geben würde.“ Dr, Backhaus kündigt auch an, das Thema auf den Agrarministerkonferenzen im April und September, für die MV in diesem Jahr den Vorsitz übernommen hat, in den Fokus zu rücken, um gemeinsam mit anderen Bundesländern zu abgestimmten Lösungen zu kommen.