Backhaus: „Öko-Verarbeitung im Land nimmt Fahrt auf“ – „Wissen bündeln“

Nr.082/2016  | 10.03.2016  | LU  | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

Im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern wurde heute ein Antrag der Regierungsfraktionen zum Ausbau des ökologischen Landbaus diskutiert. Ziel ist, den Platz des Landes in der bundesweiten Spitzengruppe des Öko-Landbaus weiter zu stabilisieren und auszubauen.

„Der ökologischer Landbau hat in der Landwirtschaft von MV einen festen Platz, die Fakten sprechen für sich: In 2015 gab es im Land einen Flächenzuwachs von etwa 3.500 Hektar. Nach derzeitigem Stand sind 1.088 Betriebe der Land- und Ernährungswirtschaft öko-zertifiziert. 809 landwirtschaftliche Unternehmen bewirtschaften rund 122.500 Hektar Landwirtschaftsfläche ökologisch. Das entspricht einem Anteil von 9 %, der Bundesschnitt liegt bei 6%. Neben den wirtschaftlichen Erfolgen ist MV auch federführend bei der Weiterentwicklung des Öko-Rechts. Mit der ‚Ökokompetenz MV 2020‘ haben wir wichtige Grundlagen geschaffen, um an diese Erfolge anzuknüpfen, denn Stillstand ist für mich keine Option. Mir ist vor allem daran gelegen, vorhandenes Wissen der Branche zu bündeln und weiter zu vermitteln, weswegen mein Ressort erst in dieser Woche zu einem Info-Tag für umstellungswillige Betriebe geladen hat“, betonte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz.

Der Minister führte insbesondere die Dynamik in der Verarbeitungsindustrie aus. So wurde vor vier Jahren die Bio-Molkerei in Dechow (Landkreis Nordwestmecklenburg) eröffnet mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von 80 Mio. kg Rohmilch. „Wir sind schon lange nicht mehr nur Produzenten für die städtischen Ballungsgebiete, auch wenn dieses Vorurteil gerne kolportiert wird“, sagte er weiter. Neu gebaut wurde im vergangenen Förderzeitraum auch die Bio-Eichenmühle in Stavenhagen (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte), ein modernes Werk zur ökologischen Mischfutterproduktion. Auch die Produkte der Mecklenburger Landpute und der Bio Geflügel GmbH Mecklenburg aus Severin (Landkreis Ludwigslust-Parchim) erfreuen sich großer Beliebtheit. Allein diese drei Unternehmen wurden vom Land im Rahmen der Marktstrukturverbesserung gefördert. „Der Vorwurf, die Landesregierung tut für die Verarbeitung regionaler Öko-Erzeugnisse zu wenig, entspricht also keineswegs der gängigen Förderpraxis.“

Backhaus unterstrich: „Mein künftiges Ziel ist es, die Instrumente der Agrarpolitik auf die wachsenden Herausforderungen auszurichten, um den ökologischen Landbau als eine besondere Chance des Landes weiter auszubauen.“ Er sagte auch: „Wir müssen aber auch zur Kenntnis nehmen, dass wir uns – wie überall in der Landwirtschaft – in einem harten europäischen Wettbewerb befinden.“ Als große Herausforderungen der Öko-Branche benannte er unter anderem mangelnde Produktivität, geringe Wertschöpfung pro Flächeneinheit und steigende Preise für Bodenpacht und -käufe. „Alle diese Punkte wurden im Rahmen unseres Ökokonzepts fachlich umfassend analysiert, auf Grundlage der Ergebnisse werden praktikable Lösungswege aufgezeigt. Dieses Vorgehen unterscheidet staatliches Handeln von grüner Parteipolemik ohne Regierungsverantwortung.“

Hintergrund zur „Öko-Kompetenz MV 2020“

Im Rahmen der Erarbeitung des Ökokonzepts wurde die Flächenförderung für den ökologischen Landbau in der aktuellen Förderperiode bis 2020 um ca. 42 Mio. € auf insgesamt 168 Mio. € angehoben. Weiterhin wurden die Prämien für Neueinsteiger von 150 auf 260 € und für Beibehalter von 150 auf 200 € je Hektar angehoben. Nach wie vor werden Bio-Betriebe beim Agrarinvestitionsförderprogramm bevorzugt und mit maximal 40 % gefördert. Weitere Punkte der Strategie sind:

  • Beratung und Bildung als Grundpfeiler nachhaltigen Wirtschaftens (die erstmalige Beratung ist mit bis zu 1.500 Euro zu 100 % förderbar)
  • Öffentliches Geld für öffentliche Leistungen - Förderung der ökologischen Wirtschaftsweise Kombination mit Agrarumweltmaßnahmen,
  • Vermarktungsstrukturen mit regionalem Bezug für regionale Wertschöpfung,
  • Verbraucherschutz – Verordnungskonforme Umsetzung der ökologischen Wirtschaftsweise und Kontrolle,
  • Praxisorientierte Forschung und Vernetzung zur weiteren Optimierung.

Das Konzept finden Sie als Anlage zu dieser Pressemitteilung.