Saisonauftakt in Nationalparken – Backhaus: „MV steckt voller Natur“

Nr.091/2016  | 16.03.2016  | LU  | Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft gab Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, heute in Born auf dem Darß (Landkreis Vorpommern-Rügen) den Startschuss zum Saisonauftakt 2016 im Amtsbereich Vorpommern, also für die Nationalparke Jasmund und Vorpommersche Boddenlandschaft. In diesem Jahr steht der Saisonauftakt im Rahmen einer bundesweiten Themenkampagne der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) unter dem Motto „Faszination Natur“.

„Wir alle wissen, wie wichtig die Naturparke, Nationalparke und Biosphärenreservate für den Tourismus im ländlichen Raum sind. Sie bieten Bewohnern der Region und Gästen attraktive Ausflugsziele und Möglichkeiten zur Erholung und zum Naturerleben. Sie tragen zur Entwicklung der touristischen Infrastruktur bei und entwickeln selbst spannende Angebote für interessierte Besucher aller Altersklassen. Ich bin davon überzeugt, dass das Themenjahr „Faszination Natur“ die Naturschönheiten unseres Bundeslandes deutschlandweit noch mehr in den Mittelpunkt rücken wird und wir unserem Status als beliebtes Urlaubsland in 2015 mit 29,5 Millionen Übernachtungen auch künftig gerecht werden“, betonte Dr. Backhaus.

Der Minister wies im Rahmen des Saisonauftaktes darauf hin, dass Mecklenburg-Vorpommern inzwischen auf 3 UNESCO-Biosphärenreservate, 7 Naturparke sowie 3 Nationalparke blicken kann, die insgesamt etwa 17% der Landesfläche bedecken. „Oberstes Ziel in Nationalparks ist der Schutz der Natur. Ziel ist es aber auch, den Menschen die Möglichkeit zu geben, natürliche Prozesse mitzuerleben“, sagte er weiter. Erst kürzlich habe der Tourismusverband MV die 7 Naturwunder des Landes vorgestellt, darunter die Inseln, die Kreidefelsen, die Kraniche, die Wildnis, die Lagunen, die Seenlandschaften und die Küstenwälder. „Die Ausweisung der 7 Naturwunder macht deutlich: MV steckt voller Natur – 2016 sogar noch ein bisschen mehr“, so Dr. Backhaus.

Das intensive Erleben der Natur nehme im Alltag und auf Reisen einen sehr hohen Stellenwert ein. Dennoch würden sich Tourismus und Naturschutz nicht immer widerspruchsfrei vereinen lassen: „Je besser die Balance gelingt, umso positiver werden die Flächen und auch die Aktivitäten der regionalen Akteure wahrgenommen“, unterstrich der Minister. Der Ausgleich unterschiedlicher Interessen sei ein fortlaufender Prozess, der vorausschauendes Handeln erfordert.

Der Minister erinnerte auch daran, dass noch in diesem Jahr in allen drei Nationalparken in MV durch die bundesweite Evaluierungskommission von EUROPARC Deutschland zwischenevaluiert wird: „Mit der Überprüfung werden Erfolge aufgezeigt, Standards angemahnt und Potenziale aufgespürt. Das Ergebnis wird zeigen, wie weit wir bei der Erfüllung von Nationalparkstandards sind und welche Aufgaben vor uns liegen.“

Eine Herausforderung im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft wird sein, die Darßer Arche in Wieck mit ca. 500 m² Ausstellungsfläche als Nationalparkzentrum weiter zu entwickeln. Das konsequent ökologisch erbaute und mit Solarenergie betriebene Haus wurde 2000 eröffnet und es wird gegenwärtig z.B. eine Erweiterung des Naturkinobetriebs geprüft. Die Deutsche Wildtierstiftung unterstützt das Darßer Naturfilmfestival, das in diesem Jahr vom 5. Bis 9. Oktober stattfindet, schon jetzt maßgeblich. Der Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft ist ein echter Meeresnationalpark mit 78,6 km² Fläche, davon 83 % Wasserfläche Bodden und Ostsee. Von weltweiter Besonderheit sind die sogenannten Lagunen der Ostsee, da sie einzigartige Kaltwasser-Lagunen darstellen.

Im Nationalpark Jasmund wird derzeit ein geeigneter Ersatz für den Abstieg am Königsstuhl konzipiert. „Die Kreideküste mit seiner natürlichen Küstendynamik und den ökologisch elementaren Hangwäldern stellt ein absolutes Alleinstellungsmerkmal des Nationalparks Jasmunds dar", so Minister Dr. Till Backhaus. Die Faszination dieser Kreidefelsen hat bereits zu früherer Zeit enorme Begeisterung für das heutige Schutzgebiet hervorgerufen, zum Beispiel durch die Malereien von Caspar David Friedrich um 1818. Ebenso ist die Eröffnung des UNESCO-Welterbeforums in der ehemaligen Waldhalle ist für dieses Jahr geplant. Seit 2011 gehören zudem die „alten Buchwälder“ im Nationalpark zum UNESCO-Weltnaturerbe, mit einer anteiligen Flächengröße von 493 Hektar.