Ministerin Drese: Antrag der AfD ist diskriminierend und grenzt Familien aus

Nr.60  | 06.04.2017  | SM  | Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung

Sozialministerin Stefanie Drese hat heute im Landtag zu einem familienpolitischen Antrag der AfD Stellung bezogen.

„Das einseitige Familienbild der AfD teile ich ausdrücklich nicht“, sagte die Ministerin in der heutigen Landtagsdebatte. Familien seien zunehmend vielschichtiger und diverser. „So bunt das Leben ist, so verschieden sind auch die familiären Bedürfnisse“, so Drese. Es gäbe Familien mit und ohne Trauschein, Alleinerziehende, Regenbogen- und Patchworkfamilien, Familien mit Pflegekindern, Familien, die sich um ihre pflegebedürftigen Angehörigen kümmern und Familien mit Migrationshintergrund.

„Mein Anspruch als zuständige Ministerin ist es, für alle Familien- und Lebensformen da zu sein, um sie in ihren spezifischen Lagen zu unterstützen“, betonte Drese. Der AfD warf die Ministerin vor, mit der besonderen Betonung der „klassischen“ Familie, viele Familien bewusst auszugrenzen und zu diskriminieren. „Das ist kein familienpolitischer Antrag, sondern ein dünnes ideologisches Pamphlet“, so Ministerin Drese.

Scharf wies Drese in diesem Zusammenhang die AfD-Forderung zurück, nur Bürger, die seit mindestens fünf Jahren in Mecklenburg-Vorpommern leben, zu fördern. „Spätestens wenn man das Staatsbürgerverständnis der AfD mit der Rückkehr zum Abstammungsrecht zu Grunde legt, wird die fremdenfeindliche Intention klar. Mit der hinterhältigen Formulierung sollen alle von der AfD als nichtdeutsch empfundenen Familien ausgeschlossen werden. Das ist mit mir nicht zu machen“, verdeutlichte Ministerin Drese.