Familienkongress 2016

Fachkongress: Schwanger in M-V? Familienplanung auf dem Prüfstand

Am 30. und 31. Mai 2016 lud das Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales gemeinsam mit der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung zum Fachkongress rund um die Themen Familienplanung und Schwangerschaft in MV ein.

Auf der Basis aktueller Forschungsergebnisse und im interprofessionellen Austausch wurden Handlungsstrategien im Sinne der familienfreundlichen Arbeit überprüft und erweitert.

 

 

Das ist auf dem Kongress passiert:

Das Programm

Podiumsdiskussion Details anzeigen

"Soziale Lage und Familienplanung in Mecklenburg-Vorpommern"

Podiumsdiskussion

"Soziale Lage und Familienplanung in Mecklenburg-Vorpommern"

Montag, 30.05.2016

Grußwort von Ministerin Birgit Hesse, Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales M-V
Grußwort von Eckhard Schroll, Abteilungsleiter Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Köln

Parallele Workshops:

WS 1:
Interprofessionelle Zusammenarbeit im Qualitätszirkel Pränataldiagnostik
Dr. med. Stephan Henschen, HELIOS Kliniken Schwerin
Barbara Guth, DRK Schwangerschaftsberatungsstelle Sternberg
Stefanie Henschel, AWO Schwangerschaftsberatungsstelle Schwerin

Unter der Leitung von Dr. med. Stephan Henschen (HELIOS Kliniken Schwerin), Barbara Guth (DRK Schwangerschaftsberatungsstelle Sternberg) und Stephanie Henschel (AWO Schwangerschaftsberatungsstelle Schwerin) wurden die interdisziplinäre Zusammenarbeit der verschiedenen Professionen beleuchtet und die Hilfsangebote für die Schwangeren aufgezeigt.
Das Fazit des Workshops verdeutlichte, dass Kooperationen zwischen GynäkologInnen und BeraterInnen im Sinne der Schwangeren bereichernd funktionieren können. Gegenseitiger Austausch fördert die Aufklärungsarbeit über Untersuchungen, Risiken und Chancen im Bereich der Pränataldiagnostik.

WS 2:
Unerfüllter Kinderwunsch - Ursachen und aktuelle Behandlungsmöglichkeiten
Priv.-Dozent Dr. med. Heiner Müller, Praxis für Fertilität Rostock

Priv.-Doz. Dr. med. Heiner Müller von der Praxis für Fertilität Rostock beschrieb die  Situation von unerfülltem Kinderwunsch in MV und gab einen Einblick in Probleme und Lösungsmöglichkeiten.
In seinem Workshop stellte er dar, dass bei Frauen die Verschiebung des Kinderwunsches in ein höheres Lebensalter einen spontanen Schwangerschaftseintritt erschwert. Seit 2013 gibt es vom Land finanzielle Unterstützungen für Paare mit ungewollter Kinderlosigkeit.
Dr. Müller plädierte für mehr Sensitivität in der Wahrnehmung des reproduktiven Optimums der Frau.

WS 3:
Jugendsexualität und Migration
Angelika Heßling, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln
Andrea Bentzien, Landesfachstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung MV

 Angelika Heßling von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellte in dem Workshop aktuellste Ergebnisse der repräsentativen BZgA-Studie „Jugendsexualität“ vor. Diese wurden diskutiert und von Andrea Bentzien, Sexualpädagogin der Landesfachstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung MV, durch Praxiserfahrungen ergänzt.
Im Ergebnis des Workshops wurde deutlich, dass in der Aufklärungsarbeit immer individuell auf Situationen und Personen eingegangen werden sollte. Ob mit oder ohne Migrationshintergrund, im Kontakt mit Menschen fördert eine wertschätzende Kommunikation die Verständigung. Diese Faktoren ermöglichen einen effektiveren Zugang als vorgefertigte Aufklärungsprogramme.

WS 4:
Familienplanung an die Frau und den Mann bringen – über Facebook, Smartphone, Broschüren oder Beratung?
Anke Erath und Sonja Siegert, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln

Dass es nicht nur einen Weg gibt, das Thema Familienplanung ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, konnten Anke Erath und Sonja Siegert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in ihrem Workshop anschaulich darstellen.
Den Teilnehmerinnen wurden u.a. mediale Zugänge zu Informationen über frühgeburtliche Untersuchungen und Schwangerschaft präsentiert. Diese praxisnahen Beispiele der BZgA zeigten die Möglichkeiten, wie unterschiedliche Zielgruppen unter Berücksichtigung von Alter, Beeinträchtigung, Migrationshintergrund, Geschlecht und unterschiedlichen Bedürfnissen angesprochen werden können.

WS 5:
Diversity – Kompetenz im Beratungskontext
Diana Craciun, Familienplanungszentrum Berlin – Balance e.V.

Die Migrations- und Öffentlichkeitsbeauftragte vom Familienplanungszentrum Berlin – BALANCE, Diana Craciun, teilte ihre Erfahrungen aus der Beratungsarbeit auf Grundlage des Diversity-Konzeptes mit.
Mit interaktiven Übungen und Methoden lag der Fokus auf Selbstreflektion und Kommunikation. Hiermit konnten eigene Kompetenzen, die für einen wertschätzenden Umgang miteinander gebraucht werden, erkannt und gefestigt werden. Der Workshop gab den Teilnehmerinnen auch einen ermutigenden Blick darauf, dass Vielfalt eine bereichernde Ressource ist.

WS 6:
Vaterschaft versus Schwangerschaft?
Stieven S. Mewald, Regionalkoordination Frühe Hilfen Jugendhaus Storchennest e.V.

Mit Stieven S. Mewald von der Regionalkoordination Frühe Hilfen Jugendhaus Storchennest e.V. konnten sich die TeilnehmerInnen in Gesprächsgruppen mit der Rolle des Mannes während und nach der Schwangerschaft auseinandersetzen.
In den Gesprächen hinsichtlich der Rolle der werdenden Väter wurde deutlich, dass Männer teilweise noch wenig in die Geschehnisse während der Schwangerschaft eingebunden sind. Als Gründe hierfür wurden u.a. fehlende Angebote für werdende Väter, Unsicherheiten des Mannes und die Tatsache, dass die Frau die Schwangerschaft körperlich erlebt, diskutiert. Positiv wurde hervorgehoben, dass die Inanspruchnahme von Vätermonaten erkennbar ist.

WS 7:
Umgang mit ungeplanten Schwangerschaften
Leonie Schmidt und Andrea Bruns, Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, Hilfetelefon „Schwangere in Not“
Inett Rütze, Beratungsstelle Sozial-Diakonische Arbeit – Evangelische Jugend Schwerin

Leonie Schmidt und Andrea Bruns vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben aus Köln gaben Einblicke in die Erfahrungen mit dem Hilfetelefon „Schwangere in Not“. Inett Rütze von der Beratungsstelle Sozial-Diakonische Arbeit – Evangelische Jugend Schwerin bereicherte den Workshop mit ihrem Blick auf die Schwangerschafts(konflikt)beratung.
Im Ergebnis des Workshops wurde festgestellt, dass der Bedarf an Aufklärung, besonders im Bereich Familien- und Lebensplanung,  vorhanden ist. Die Vernetzung in der Schwangerschaftsberatung ist von besonderer Bedeutung, um besondere Unterstützungsangebote zu empfehlen.

Dienstag, 31.05.2016

Vorträge:

Familienplanung als Teil der Familienpolitik in Mecklenburg Vorpommern; Referent: Gerhard Bley, Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales M-V

Gewollt und ungewollt schwanger in Mecklenburg-Vorpommern: Wer, warum und wie weiter. Auswertung der BZgA Sondererhebung „Familienplanung im Lebenslauf von Frauen in Mecklenburg-Vorpommern“
Referentin: Prof. Cornelia Helfferich, SOFFI F. an der Ev. Hochschule Freiburg

Modellprojekt „Reduzierung von Schwangerschaftsabbrüchen in M-V
Referentin: Dr. Sabina Ulbricht, Institut für Sozialmedizin und Prävention, Universitätsmedizin Greifswald

Familienplanung und Sexualaufklärung – der Blick nach Europa
Referentin: Angelika Heßling, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Podiumsdiskussion

„Soziale Lage und Familienplanung in Mecklenburg Vorpommern“
Mit: Prof. Cornelia Helfferich, SOFFI F. an der Ev. Hochschule Freiburg
Dr. Sabina Ulbricht, Institut für Sozialmedizin und Prävention, Universitätsmedizin Greifswald
Dr. med. Stephan Henschen, HELIOS Kliniken Schwerin
Martina Tegtmeier, Sozialausschuss im Landtag M-V
Miriam Scharnweber, Diakonie Rostocker Stadtmission e.V.
Angelika Stiemer, Lokales Bündnis für Familie der Hansestadt Rostock
Moderation: Birgit Schröter

Dokumente zum Download

Nachfolgend finden Sie alle verfügbaren Dokumente rund um den Kongress.

Bezeichnung Format Größe
Familienkongress Grußwort Ministerin Hesse.pdf PDF 0.27 MB
Grußwort von Eckhard Schroll Abteilungsleiter BZgA.pdf PDF 0.1 MB
Referat Gewollt und ungewollt schwanger Prof. Cornelia Helfferich Ev. Hochschule Freiburg.pdf Referat: Gewollt und ungewollt schwanger in M-V: Wer, warum und wie weiter. Auswertung der BZgA Sondererhebung „Familienplanung im Lebenslauf von Frauen in M-V“
Referentin: Prof. Cornelia Helfferich, SOFFI F. an der Ev. Hochschule Freiburg
PDF 1.56 MB
Referat Modellprojekt Reduktion von Schwangerschaftsabbrüchen in M-V.pdf PDF 1.08 MB
Referat Familienplanung und Sexualaufklärung – der Blick nach Europa Angelika Heßling BZgA.pdf PDF 2.3 MB
Referat Familienplanung als Teil der Familienpolitik in Mecklenburg Vorpommern Referent Abteilungsleiter SozMin Gerhard Bley.pdf Referat: Familienplanung als Teil der Familienpolitik in Mecklenburg Vorpommern; Referent: Gerhard Bley, Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales M-V PDF 0.29 MB
Workshop 1 Interprofessioneller Qualitätszirkel Pränataldiagnostik .pdf Interprofessionelle Zusammenarbeit im Qualitätszirkel Pränataldiagnostik
Dr. med. Stephan Henschen, HELIOS Kliniken Schwerin
Barbara Guth, DRK Schwangerschaftsberatungsstelle Sternberg
Stefanie Henschel, AWO Schwangerschaftsberatungsstelle Schwerin
PDF 1.24 MB
Workshop 1 Falldokumentation aus dem Qualitätszirkel Pränataldiagnostik Schwerin.pdf Interprofessionelle Zusammenarbeit im Qualitätszirkel Pränataldiagnostik
Dr. med. Stephan Henschen, HELIOS Kliniken Schwerin
Barbara Guth, DRK Schwangerschaftsberatungsstelle Sternberg
Stefanie Henschel, AWO Schwangerschaftsberatungsstelle Schwerin
PDF 4.06 MB
Workshop 1 Fallbesprechung.pdf Interprofessionelle Zusammenarbeit im Qualitätszirkel Pränataldiagnostik
Dr. med. Stephan Henschen, HELIOS Kliniken Schwerin
Barbara Guth, DRK Schwangerschaftsberatungsstelle Sternberg
Stefanie Henschel, AWO Schwangerschaftsberatungsstelle Schwerin
PDF 0.28 MB
Workshop 2 Zusammenfassung und Fazit.pdf PDF 0.27 MB
Workshop 3 Jugendsexualität und Migration.pdf Jugendsexualität und Migration
Angelika Heßling, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln
Andrea Bentzien, Landesfachstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung MV
PDF 4.46 MB
Workshop 3 Jugendsexualität Studie.pdf Jugendsexualität und Migration
Angelika Heßling, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Köln
Andrea Bentzien, Landesfachstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung MV
PDF 0.36 MB
Workshop 3 Zusammenfassung und Fazit.pdf PDF 0.24 MB
Workshop 4 Zusammenfassung und Fazit.pdf PDF 0.23 MB
Workshop 5 Diversity.pdf PDF 47.69 MB
Workshop 5 Kompetenz im Beratungskontext Diana Craciun Familienplanungszentrum Berlin .pdf Diversity – Kompetenz im Beratungskontext
Diana Craciun, Familienplanungszentrum Berlin – Balance e.V.
PDF 1.53 MB
Workshop 5 Zusammenfassung und Fazit.pdf PDF 0.25 MB
Workshop 6 Zusammenfassung und Fazit.pdf PDF 0.22 MB
Workshop 7 Das Hilfetelefon „Schwangere in Not“ Leonie Schmidt, Andrea Bruns, Inett Rütze.pdf Umgang mit ungeplanten Schwangerschaften
Leonie Schmidt und Andrea Bruns, Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, Hilfetelefon „Schwangere in Not“
Inett Rütze, Beratungsstelle Sozial-Diakonische Arbeit – Evangelische Jugend Schwerin
PDF 0.58 MB
Workshop 7 Zusammenfassung und Fazit.pdf PDF 0.28 MB

Markt der Möglichkeiten