Frauen und Politik

Kommunalpolitik braucht mehr weibliches Engagement

Im Koalitionsvertrag heißt es: „Mehr Frauen sollen ermutigt werden, sich in der Politik zu engagieren.“ Um Handlungsempfehlungen und konkrete Maßnahmen abzuleiten, wurde das Institut für Politik- und Verwaltungswissenschaften an der Universität Rostock durch das Frauenbildungsnetz M-V e.V. beauftragt zu prüfen, welche Faktoren das politische Engagement der Frauen in M-V beeinflussen und wie sich die Zahl der politisch aktiven Frauen im Verlauf der vergangenen Jahre entwickelt hat.

Dafür wurden neben der Erhebung von Daten Interviews mit Kommunal- und Landespolitikerinnen geführt. Wie sie in die Politik gekommen sind, welche fördernden oder hemmenden Faktoren es gab und wie die Rahmenbedingungen des Engagements verbessert werden können, wurden darin abgefragt.

 

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Für M-V lässt sich bis Mitte der 2000er Jahre ein Anstieg des Frauenanteils in der Landespolitik nachweisen. Danach fällt der Wert ab. Wesentlichen Einfluss darauf hatten der Einzug der FDP und der NPD 2006 in das Landesparlament. Der leichte Anstieg nach der Wahl 2011 wurden durch das sehr gute Wahlergebnis für die SPD und den Einzug von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN begünstigt.

  • Mecklenburg-Vorpommern belegt bei den kommunalen Mandaten mit einem Frauenanteil von 25 Prozent Rang zwei unter den ostdeutschen Ländern. Deutliche Unterschiede gibt es zwischen beiden Landesteilen. Während in der Kommunalpolitik in Mecklenburg der Frauenanteil zwischen 21 und 38 Prozent liegt, werden in Vorpommern nur 15 bis 23 Prozent erreicht.

  • Die Verbundenheit mit der Region ist für alle befragten Kommunalpolitikerinnen relevant. Die persönliche Bekanntheit und Verwurzelung im regionalen Umfeld wirkt sich vorteilhaft auf die Chancen, gewählt zu werden, aus.

  • Kommunalpolitikerinnen in Mecklenburg-Vorpommern sehen in der Lösung des Vereinbarkeitsproblems einen wichtigen Faktor, um Frauen für politische Ämter zu gewinnen. So sollten beispielsweise Veranstaltungen am Wochenende tabu sein.

  • Schwierig sind die großen Entfernungen zwischen Arbeits- bzw. Wohnort und dem jeweiligen Sitz des Kreistages, die sich infolge der Kreisgebietsreform nochmals verlängert haben. Hier könnten nach Meinung der Kommunalpolitikerinnen z. B. wechselnde Sitzungsorte zu Verbesserungen respektive einem Ausgleich führen. Darüber hinaus sollten die technischen Möglichkeiten stärker genutzt werden.

  • Viele der in Mecklenburg-Vorpommern befragten Kommunalpolitikerinnen gaben an, dass sie z. T. mehrmals persönlich angesprochen wurden und so zu ihrem politischen Engagement kamen. Die Ansprache sollte themenbezogen sein, d. h. an den Interessen und Anliegen der potentiellen Mitstreiterinnen anknüpfen.

  • Oftmals sind es weibliche Vorbilder, die das Interesse an politischen Aktivitäten wecken. Erfahrene Kommunalpolitikerinnen und -politiker können als Vorbilder für den Einstieg in die Politik wirken und für Kommunalpolitik werben. Wichtig wäre es, sie als Mentorinnen und Mentoren für Nachwuchspolitikerinnen zu gewinnen.

Mehr dazu lesen Sie in der  Studie zum Stand der Gewinnung von Frauen für politische Mandate in Mecklenburg-Vorpommern

Publikationen und Dokumente

Publikationen

Engagiert vor Ort – Aktiv für die Gesellschaft
Engagiert vor Ort – Aktiv für die Gesellschaft

Studie zum Stand der Gewinnung von Frauen für politische Mandate in Mecklenburg-Vorpommern.