Leitlinien zur Integration

Leitlinien zur Integration

Leitlinien zur Integration von Migrantinnen und Migranten in Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern ist ein weltoffenes Land.

Die geographische Lage als Ostseeanrainer und die Nachbarschaft zu den Staaten, die 2004 der Europäischen Union beitraten, bieten dem Land Mecklenburg-Vorpommern vielfältige Chancen zur internationalen Zusammenarbeit, zur Bildung von Partnerschaften und zur Entstehung grenzüberschreitender Projekte. Aufgeschlossenheit und Interesse für andere Kulturen sind hierfür unentbehrlich.

Aufgrund der besonderen natürlichen Bedingungen hat sich Mecklenburg-Vorpommern zu einem Tourismusland entwickelt. Der Tourismus trägt über zehn Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Über vier Millionen Besucher aus dem In- und Ausland lernen das Land jährlich kennen. Sie sollen die Erfahrung machen: Mecklenburg-Vorpommern ist lebenswert und attraktiv für alle. Dies hat positive Effekte für die Wirtschaft und Kultur des Landes sowie die internationale Wahrnehmung und Akzeptanz.

Weltoffenheit zeigt sich auch im Umgang mit Menschen, die als Zuwanderinnen und Zuwanderer in unser Land kommen und hier ihren Lebensmittelpunkt finden.

Gegenwärtig leben in Mecklenburg-Vorpommern ca. 40.000 Migrantinnen und Migranten, die aus unterschiedlichen Gründen gekommen sind: Sie planen einen Neubeginn für sich und ihre Familien, wollen ein Studium oder Arbeit aufnehmen, bei ihrer Familie sein oder Schutz und Zuflucht suchen. Mit ihren individuellen Potenzialen können sie die Wirtschaft des Landes stärken, Kunst und Kultur bereichern und ihre Kompetenz in vielen verschiedenen Bereichen einbringen. Unser von Abwanderung stark betroffenes Bundesland profitiert vom langsam aber stetig anwachsenden Anteil der dauerhaft im Land lebenden Zuwanderinnen und Zuwanderer.

Die Landesregierung betrachtet Zuwanderung nach Mecklenburg-Vorpommern als Bereicherung der Gesellschaft. Sie setzt sich das Ziel, das friedliche und gleichberechtigte Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft aktiv und bewusst zu gestalten und die Ausstrahlung Mecklenburg-Vorpommerns als interkulturell aufgeschlossenes und gebildetes Land zu fördern und zu prägen.

Ausgehend von dem in der Verfassung des Landes dargelegten Wertefundament, insbesondere dem Bekenntnis "zu den Menschenrechten als Grundlage der staatlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit" (Artikel 5) sowie dem Willen, "die Würde aller in diesem Land lebenden oder sich hier aufhaltenden Menschen zu achten und zu schützen" (ebenda) und "ein sozial gerechtes Gemeinwesen zu schaffen" (Präambel), sieht die Landesregierung die Integration von Migrantinnen und Migranten in Mecklenburg-Vorpommern als eine wichtige politische Daueraufgabe.

Die Integrationsbedingungen in Mecklenburg-Vorpommern sind wesentlich geprägt durch die Flächenstruktur des Landes und die geringen Zuwanderungszahlen. Die Abwanderung aus den ländlichen Regionen, erhebliche regionale Unterschiede, fehlende Arbeitsplätze ebenso wie ein sehr spezieller Arbeitskräftebedarf einiger weniger Branchen stellen besondere Anforderungen an den Umgang mit Zuwanderung.

Damit Integrationsprozesse schneller und erfolgreicher verlaufen können, wird die Landesregierung die Integration der hier lebenden Menschen mit Migrationshintergrund unterstützen.

Mit den Leitlinien zur Integration wird ein Handlungsrahmen für eine nachhaltige und ganzheitliche Integrationspolitik in Mecklenburg-Vorpommern vorgelegt, die sowohl die bereits im Land lebenden Migrantinnen und Migranten als auch Neuzuwanderinnen und Neuzuwanderer erfasst.

Asylsuchende und Flüchtlinge sollen in die Integrationsbemühungen einbezogen werden, soweit dieses im Hinblick auf den vorübergehenden Aufenthalt dieses Personenkreises sinnvoll erscheint.

Die Leitlinien richten sich an alle am Integrationsprozess beteiligten Personen und Institutionen. Insbesondere sind dies Politikerinnen und Politiker des Landes und der Kommunen sowie Beschäftigte öffentlicher Einrichtungen, die durch ihr Agieren wesentliche Rahmenbedingungen setzen. Sie richten sich ebenfalls an Vertreterinnen und Vertreter der Migrantenorganisationen sowie an die im Bereich der Integration von Migrantinnen und Migranten tätigen Vereine und Verbände in Mecklenburg-Vorpommern.

Integrative Maßnahmen können nur im Rahmen verfügbarer Haushaltsmittel und Stellen vorgenommen werden.