Dahlemann: Die Lehre heißt gute Nachbarschaft und Zusammenarbeit

Nr.53/2017  | 10.03.2017  | STK  | Staatskanzlei

„Wir stehen erschrocken und fassungslos vor der gewaltigen Zahl an Menschen, die am 12. März 1945 und den Tagen danach in Swinemünde bei einem amerikanischen Bombenangriff ihr Leben lassen mussten. Und wir denken an die vielen einzelnen Schicksale, die hinter dieser großen Zahl Getöteter stecken. Zugleich sind unsere Gedanken bei den vielen Verletzten und denen, die zwar überlebten, aber durch die Erlebnisse traumatisiert wurden, manchmal mit schlimmsten Folgen für ihr gesamtes Leben“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann auf einer Gedenkveranstaltung für die Opfer der Bombardierung von Swinemünde am Sonntag an der Kriegsgräberstätte Golm auf der Insel Usedom. 

Es ginge aber nicht nur darum zu trauern. „Es geht auch darum, dass wir die Erinnerung an das Geschehen wachhalten und zwar nicht als Selbstzweck, sondern damit wir daraus die richtigen Lehren ziehen. Deshalb treten wir allen Versuchen von Ewiggestrigen, die Ereignisse des 12. März 1945 für sich zu instrumentalisieren, heute und in Zukunft entschieden entgegen“, betonte Dahlemann. Die Lehre aus jenen Märztagen in Swinemünde, aus der deutschen Geschichte seien gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit über Grenzen hinweg, „so wie es seit vielen Jahren z.B. mit unseren polnischen Partnerregionen, den Wojewodschaften Westpommern und Pommern gelebte Realität ist“. 

Der Staatssekretär lobte die ehrenamtliche Arbeit, die seit vielen Jahren auf dem Golm geleistet werde. Dazu zähle der langjährige und hartnäckige Einsatz für eine würdevolle letzte Ruhe der Getöteten und die Erinnerungsarbeit, die Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für das Thema Kriegsgräber und Kriegsgräberpflege. „Die Einweihung der App „Digitaler Friedhof“ ist ein schönes Beispiel dafür.“ Mit dieser App können sich Besucherinnen und Besucher der Kriegsgräberstätte Golm auf einen digitalen Rundgang begeben. Das in Deutschland einmalige Projekt wurde von der Landeszentrale für politische Bildung gefördert.