Bündnis für Arbeit und Wettbewerbsfähigkeit und Fachkräftebündnis für Mecklenburg-Vorpommern

Bündnispartner ziehen positive Bilanz

Pressegespräch nach der Hauptrunde des Bündnisses für Arbeit mit Ministerpräsident Erwin Sellering, Thomas Lambusch (links, Vereinigung der Unternehmerverbände, Margit Haupt-Koopmann (Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Nord) sowie Uwe Polkaehn (DGB Nord) Details anzeigen

Pressegespräch zum Bündnis für Arbeit

Pressegespräch nach der Hauptrunde des Bündnisses für Arbeit mit Ministerpräsident Erwin Sellering, Thomas Lambusch (links, Vereinigung der Unternehmerverbände, Margit Haupt-Koopmann (Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Nord) sowie Uwe Polkaehn (DGB Nord)

Pressegespräch zum Bündnis für Arbeit

Die Landesregierung hat gemeinsam mit ihren Partnern am 18. April 2016 eine Bilanz des Bündnisses für Arbeit in der Wahlperiode 2011 bis 2016 gezogen. Sellering:Wir sind uns einig darüber, dass es in Mecklenburg-Vorpommern eine eindeutig positive Tendenz in der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt gibt.

Dies belegten die Daten der vergangenen fünf bis zehn Jahre, zum Beispiel zum Wirtschaftswachstum und zum Bruttoinlandsprodukt. Die Zahl der Arbeitslosen sei kontinuierlich zurückgegangen und zugleich die der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 50.000 gestiegen.

Sellering:Ich halte es für eine der großen Stärken Mecklenburg-Vorpommerns, dass bei uns Regierung, Wirtschaft, Gewerkschaften und Arbeitsverwaltung sehr eng zusammenarbeiten. Deshalb bedanke ich mich bei den anderen Bündnis­partnern für die gute Zusammenarbeit in den letzten fünf Jahren.

Fachkräftebündnis für Mecklenburg-Vorpommern

Wichtigstes Thema im Bündnis sei die Sicherung des Fachkräftebedarfs gewesen. Das Land befinde sich angesichts bundesweit sinkender Arbeitslosenzahlen in einem schärfer werdenden Wettbewerb um Fachkräfte.

Sellering: Wir haben deshalb schon 2011 ein Fachkräftebündnis beschlossen. Unser erstes Ziel war es, Jugendliche optimal auf das Berufsleben vorzubereiten und in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu integrieren. Da können wir als Land darauf verweisen, dass wir unsere Mittel für Kitas und Schulen deutlich erhöht haben. Aber auch die Wirtschaft hat ihre Anstrengungen vergrößert. Der Anteil der ausbildenden Betriebe hat sich in den letzten Jahren erhöht. Und wir haben im Bündnis ein gemeinsames Konzept für den Übergang von Schule und Beruf erarbeitet.

Auch auf den anderen vier Feldern des Fachkräftebedarfs seien die Bündnispartner vorangekommen: bei der Identifizierung des Fachkräftepotenzials, der Sicherung attraktiver Bedingungen, beim Erhalt des Potenzials in den Betrieben und der Werbung für Mecklenburg-Vorpommern als Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensstandort. Sellering sprach sich in der Sitzung für die Fortführung des Fachkräftebündnisses aus.

Tarifbindung

Ein weiteres Thema der Hauptrunde des Bündnisses für Arbeit war die Tarifbindung.

Sellering:Wir werden im Wettbewerb mit anderen Regionen nur mithalten, wenn die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei uns konkurrenzfähige Löhne erhalten. Das Lohnniveau ist zwar auch bei uns im Land in den letzten Jahren gestiegen - durch die Einführung des Mindestlohns, aber auch in den Gehaltsgruppen darüber. Aber wir liegen immer noch hinter anderen Bundesländern.

Regierung, Gewerkschaften und eine Reihe von Wirtschaftsverbänden, hätten schon in den vergangenen Jahren für mehr Tariflohn geworben. Dies werde aber in den kommenden Jahren noch auszubauen sein. Eine hohe Tarifbindung schütze auch die Unternehmen, die nicht auf Dumpinglöhne setzten, sondern für gute Arbeit auch gutes Geld zahlten. Sellering:Wir müssen dafür werben, dass mehr Unternehmen in die Tarifbindung gehen und Tariflohn zahlen.

Im Bündnis für Arbeit und Wettbewerbsfähigkeit gibt es drei Arbeitsgruppen:

AG 1 "Wirtschaftsstandort Mecklenburg-Vorpommern"

Federführung: Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus Themen sind zum Beispiel: Standortoffensive und Standortmarketing, Technologie- und Innovations­förderung, Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft, Unternehmensnachfolge, Existenzgründung, Gesundheitswirtschaft und Medizin, Erneuerbare Energien und Offshoretechniken, Konjunkturbeobachtung.

AG 2 "Zukunft der Arbeit" (Qualifizierung, lebenslanges Lernen)

Federführung: Ministerium für Arbeit, Gleichstellung und Soziales. Themen sind zum Beispiel: Fachkräftebündnis für MV, Familie und Beruf, Berufsorientierung und Berufsausbildung, Übergang Schule/Beruf, Weiterbildung, ältere Arbeitnehmer.

AG 3 "Regionale Entwicklung Vorpommerns"

Federführung: Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung Themen sind zum Beispiel: Umsetzung der Strategie "Wirtschaftliche Entwicklung für Vorpommern", Regionalentwicklung, Verkehrsinfrastruktur, Vernetzung Wissenschaft und Wirtschaft, Zusammenarbeit mit Polen.

Fachkräftebündnis

Vertragspartner

Vertragspartner des Fachkräfte­bündnisses sind neben der Landesregierung die Vereinigung der Unternehmens­verbände für Mecklenburg-Vorpommern e.V., der DGB Bezirk Nord, die Landesarbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern in Mecklenburg-Vorpommern, die Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern Mecklenburg-Vorpommern und Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit.

Fünf zentrale Handlungsfelder

Ausgehend von sieben Leitsätzen arbeitet das Fachkräfte­bündnis an fünf zentralen Handlungsfeldern, die mit 29 Unterzielen und 107 Maßnahmen untersetzt sind. Die Handlungsfelder setzen an den Lebensphasen des Einzelnen an, beginnend mit der frühkindlichen Bildung über die Ausbildung in Schule und Beruf bis ins spätere Berufsleben.

  • HF 1: Jugendliche optimal auf das Berufsleben vorzubereiten und in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt integrieren
  • HF 2: Fachkräftebedarf identifizieren, Potenzial der Arbeitslosen und Nichterwerbstätigen erschließen
  • HF 3: Fachkräftepotenzial durch attraktive Rahmenbedingungen erschließen
  • HF 4: Fachkräftepotenzial in Betrieben erhalten
  • HF 5: Für den Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensstandort werben

Publikationen und Dokumente

Bericht der Bündnispartner zum aktuellen Umsetzungsstand des Fachkräftebündnisses für Mecklenburg-Vorpommern

Bericht für die Hauptrunde des Bündnisses für Arbeit am 18. April 2016 in der Schweriner Staatskanzlei (17 Seiten).

Übersicht mit Tabellen zur Arbeitslosigkeit, Beschäftigtenquote und Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts

Die Übersicht enthält Tabellen zur Arbeitslosigkeit und Beschäftigtenquote von 2005 bis 2015 sowie zum Bruttoinlandsprodukt von 2009 bis 2015

Fachkräftebündnis für Mecklenburg-Vorpommern

Das Dokument (11 Seiten) umfasst Präambel, Ziele und Handlungsfelder des Fachkräftebündnisses.

Landeskonzept für den Übergang von der Schule in den Beruf

Bündnis für Arbeit und Wettbewerbsfähigkeit Mecklenburg-Vorpommern: "Landeskonzept für den Übergang von der Schule in den Beruf" (Stand 26.05.2014, 82 Seiten)