LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis 2016

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Ludwig-Bölkow-Technologiepreis

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Ludwig-Bölkow-Technologiepreis

Gefragt waren Innovationsgeist, kreative Ideen und kluge Köpfe. Gesucht wurden Produkt- und Verfahrensinnovationen sowie innovative technologische Dienstleistungen, die sich wirtschaftlich umsetzen lassen. Der LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis wurde in diesem Jahr zum 14. Mal vergeben. Die feierliche Preisverleihung mit anschließender Besichtigung der Technologien, mit denen sich Unternehmen des Landes um den diesjährigen Preis bewarben, fand am 14. November 2016 in Neubrandenburg statt.

Preisträger LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis

Den LUDWIG BÖLKOW-Technologiepreis erhielten 2016 zwei Unternehmen. Preisträger sind in diesem Jahr die Physiolution GmbH aus Greifswald und die Prolupin GmbH aus Grimmen.

Die Physiolution GmbH und die Prolupin GmbH beweisen mit ihrer Unternehmensentwicklung, wie aus Ideen nach vielen Forschungsleistungen marktfähige Produkte entstehen können. Nachhaltiges Wachstum wird von Produkt- und Verfahrensinnovationen getrieben. Ein wesentliches Kriterium für die Auszeichnung ist der gelungene Technologietransfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft bei der Entwicklung technologischer Innovationen. Für diese Leistungen erhielten beide Siegerfirmen des LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreises ein Preisgeld in Höhe von jeweils 5.000 Euro.

Physiolution GmbH untersucht die Auswirkungen von Medikamenten auf den pH-Wert im Magen-Darm-Trakt

Das Greifswalder Unternehmen hat sich auf die Untersuchung der Wirkstofffreisetzung von festen peroralen (oral zu verabreichenden) Arzneiformen unter biorelevanten Testbedingungen spezialisiert. Damit soll herausgefunden werden, wie sich Medikamente auf den pH-Wert im Magen-Darm-Trakt auswirken. Zusätzlich wurden Geräte entwickelt, die eine verlangsamte Wirkstofffreisetzung darstellen. Dank der Entwicklung der Physiolution können künftig Wirkeigenschaften von Arzneimitteln unter Laborbedingungen simuliert werden. So können Zeiten und Kosten bei der Arzneimittelforschung verkürzt werden. Davon profitieren Patienten, Ärzte und forschende Pharmaunternehmen. Gleichzeitig wurden bisher vier hochwertige, zukunftsorientierte Arbeitsplätze geschaffen.

Die Physiolution GmbH wurde als sogenanntes „Spin Off“ - eine Ausgründung aus einer Institution - der Universität Greifswald im Jahr 2009 gegründet. Gemeinsam mit dem Institut für Pharmazie der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald hat das Unternehmen in einem Verbundvorhaben die Forschung durchgeführt. Das Projektvolumen der Physiolution GmbH betrug dafür insgesamt knapp 126.000 Euro. Es wurde vom Wirtschaftsministerium mit rund 75.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Weitere rund 90.000 Euro wurden dem Verbundpartner, der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, bewilligt.

Mit heimischen Pflanzen auf der Erfolgsspur - Prolupin GmbH entwickelt rein pflanzliche Lebensmittel

Die Prolupin GmbH aus Grimmen hat sich auf die Gewinnung und Modifizierung von Proteinen der Blauen Süßlupine als Lebensmittelzutat und deren gezielte Anwendung im Lebensmittelbereich spezialisiert. Lupinen sind eiweißhaltige Hülsenfrüchte und gelten als Soja-Ersatz. Das Lupinenprotein-Isolat (LPI) wird durch einen patentierten Prozess in einer hochreinen Form gewonnen. Durch die gezielte Entfernung von Bitterstoffen und störenden Aromen kann ein sensorisch maximal neutrales, pflanzliches Protein gewonnen werden. So hat das Unternehmen unter anderem einen Lupinen-Drink (eine rein pflanzliche „Milch“) und eine Lupinen-Joghurt-Alternative entwickelt. Auf der Basis heimische Pflanzen werden bei der Prolupin GmbH nach intensiver Forschung durch Weiterverarbeitung und Veredlung vom Markt nachgefragte Lebensmittel produziert. Damit ist ein wesentlicher Teil der Wertschöpfungskette in Mecklenburg-Vorpommern angesiedelt.

Die Betriebsstätte in Grimmen wurde 2013 in Betrieb genommen und beschäftigt heute 17 Mitarbeiter. Das Wirtschaftsministerium hatte die Ansiedlung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) mit rund 1,03 Millionen Euro unterstützt. Die Gesamtinvestition des Unternehmens betrug rund 2,5 Millionen Euro.

Informationen zum Preis:

Mit dem "LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis Mecklenburg-Vorpommern" werden Unternehmen und wissenschaftlich ausgebildete Einzelpersonen oder von solchen geleitete Personengruppen ausgezeichnet, die sich um den erfolgreichen Transfer von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen aus MV in die wirtschaftliche Nutzung in Form von Produkten, Verfahren und technologischen Dienstleistungen besonders verdient gemacht haben.

Der LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis wird seit 2003 vergeben. Der Preis, gemeinsam ausgelobt vom Wirtschaftsministerium und den Industrie- und Handelskammern in Neubrandenburg, Rostock und Schwerin, würdigt die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft im Nordosten.

Eine unabhängige Jury, bestehend aus einem Vertreter des Wirtschaftsministeriums, je einem Vertreter der IHKs, einem Vertreter der Universitäten und Fachhochschulen des Landes, einem Vertreter der Technologietransferstellen der Hochschulen, Medienvertreter sowie einem Vertreter der Kreditwirtschaft, bewertet und entscheidet über die Vergabe der Preise.

Der Namensgeber, Dr. Dr. hc. mult. Ludwig Bölkow war ein gebürtiger Schweriner und Mitbegründer des Konzerns Messerschmidt-Bölkow-Blohm (MBB), aus dem die DASA (heute EADS) entstand.

Für den „LUDWIG-BÖLKOW-Technologiepreis MV“ stehen 10.000 Euro Preisgeld zur Verfügung.

Weitere Informationen zum Preis und zu den Preisträgern der vergangenen Jahre bietet der Internetauftritt unter:

www.boelkowpreis.de