An fast allen Schulen im Land wird aktiv Gewaltprävention betrieben, oft laufen gleich mehrere Projekte an einer Schule.
Einen besonderen Stellenwert im Land hat der Wettbewerb "Wir in Mecklenburg-Vorpommern – fit und sicher in die Zukunft", der - durch Antenne M-V, die AOK M-V, das Landeskriminalamt M-V und den Landessportbund M-V initiiert – alle Schulformen und Klassenstufen im Land anspricht. In diesem Wettbewerb wird besonderen Initiativen der Schulen und Schüler bei der Herausbildung von Werten Anerkennung zuteil.
15 Grundschulen nahmen an dem bundesweiten Projekt "Unsere Schule..." teil, das Ende 2007 auslief. Dabei wird über eine Schülerbefragung die soziale Schulqualität ermittelt, um anschließend für jede Schule Empfehlungen zu geben und eine entsprechende Lehrerfortbildung zu organisieren. Im Bundesvergleich haben z.B. die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Crivitz besonders gute Noten gegeben.
Als sehr hilfreich bei der Auseinandersetzung mit dem Thema "Gewalt" haben sich die Schülerschlichter erwiesen, die es derzeit an rund 200 Schulen im Land gibt. Die dazu notwendige Ausbildung für Lehrer und Schulsozialarbeiter zu Multiplikatoren wird sowohl über das L.I.S.A. als auch über das Netzwerk Schulmediation organisiert. Im Oktober 2007 begann eine Gruppe von 15 Lehrerinnen und Lehrer beim L.I.S.A. diese Ausbildung, um dann in ihren Schulen neue Gruppen aufzubauen bzw. bestehende besser anzuleiten.
"Erwachsen werden" heißt ein weiteres Programm von LIONS QUEST - eine Gemeinschaftsaktion des Lions-Club und des L.I.S.A., das insbesondere an Ganztagsschulen, an "Selbstständigen Schulen" und im Zusammenhang mit dem längeren gemeinsamen Lernen stark nachgefragt ist. Seit 2003 wurden fast 900 Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen in diesem Programm fortgebildet. Die Wartelisten sind lang, da dieses Programm in den Schulen sehr gern genutzt wird. Dank der Unterstützung von den Lions-Clubs und die Förderung aus dem Landeshaushalt werden auch in Jahr 2008 200 bis 250 Lehrerinnen und Lehrer in den Genuss dieser Fortbildung kommen. Erste Schulen erwägen den Kampf um den Titel "Lions-Quest-Schule".
Diese und viele andere Projekte sowie die entsprechende Hilfestellung für die Lehrkräfte sollen dazu beitragen, den Kindern und Jugendlichen in der Schule solche Werte wie Fairness und Toleranz, Rücksicht und Hilfsbereitschaft und auch Freundschaft und Teamgeist zu vermitteln.
Darüber hinaus leisten eine Reihe von Handreichungen und Broschüren, die von den Ministerien herausgegeben werden, Hilfestellung bei der Lösung von Fragen und Problemen zur Prävention und Intervention von Gewalt.
Im Sommer 2002 erschien die Neuauflage von "ohne geht's", einer Handreichung zur Gewaltprävention für die Schulen in Mecklenburg-Vorpommern. Diese Broschüre zeigt die Vielfältigkeit der einzelnen Projekte und gibt Hinweise zur Gewaltprävention an unseren Schulen.
Eine weitere sinnvolle Möglichkeit, präventiv tätig zu werden und Gewalt in ihrer vielfältigen Form zu verhindern, besteht für die Schulen darin, entsprechende Regelungen in Haus- bzw. Schulordnungen fest zu schreiben.
An beruflichen Schulen sind die Themen, wie Jugendkriminalität, Rechtsextremismus, Gewalt in der Familie, Sucht und Gewaltprävention in den Rahmenplänen der Unterrichtsfächer Sozialkunde, Ethik, Psychologie und Kunst festgeschrieben. (z.B. Teilnahme an Gerichtsverhandlungen, Unterrichtsgänge zu Vereinen, zur Staatsanwaltschaft oder durch Besuche in Justizvollzugsanstalten, Beratungsstellen).
An jeder beruflichen Schule gibt es einen Beratungslehrer, der allen Jugendlichen mit Beratungsangeboten bei der Bewältigung von Konfliktsituationen zur Verfügung steht. Gleichzeitig sind diese Beratungslehrer auch Ansprechpartner für die Lehrkräfte der Schule und für die Eltern bei der Bewältigung von Konflikten mit Schülern und Kindern.