Nr. 39/2010 - 16.07.2010 - FG - Parlamentarische Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung
SCHWERIN. Die Parlamentarische Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung, Dr. Margret Seemann (SPD), unterstützt ausdrücklich die Forderungen der stellvertretenden SPD-Bundesvorsitzenden und Sozialministerin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, nach einer gesetzlichen Frauenquote für Unternehmen und nach harten Sanktionsmöglichkeiten.
Seemann: "Laut Deutschem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) liegt der Frauenanteil in den Vorständen der 100 umsatzstärksten Unternehmen bei nur 0,9 Prozent (2009). Wenn es bei der Besetzung von Führungspositionen wirklich um Qualifikationen ginge, müsste der Frauenanteil viel höher sein, denn Frauen machen heute im Durchschnitt bessere Bildungsabschlüsse als Männer. Eine Quote würde den vielen hochqualifizierten Frauen die Möglichkeit geben, ihr Können zu beweisen."
Quoten bevorzugen Frauen zudem nur dort, wo sie unterrepräsentiert sind und die Kandidatinnen mindestens genauso gut qualifiziert sind, wie die männlichen Mitbewerber (weiche Quoten). Zudem gibt es Ausnahmemöglichkeiten für Unternehmen, in denen zum Beispiel aufgrund des Berufswahlverhaltens ohnehin nur Frauen oder Männern arbeiten. "Das Beispiel Norwegens zeigt aber, dass eine Frauenquote erst dann wirkt, wenn den Unternehmen drastische Sanktionen drohen. Auch in Deutschland haben die freiwilligen Vereinbarungen der letzten neun Jahre keine Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen erbracht. Dabei sollten die Unternehmen sowie die Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern (VUMV) e. V. großes Interesse an mehr weiblichen Führungskräften haben. Denn die weltweit renommierte Unternehmensberatung McKinsey hat festgestellt, dass Unternehmen, in denen Männer und Frauen in Führungspositionen vertreten sind, effizienter, innovativer und erfolgreicher sind", so Seemann abschließend.