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Pressemeldung

Innenminister Caffier zieht positive Bilanz der Sportministerkonferenz

Nr. 184 - 28.11.2008 - IM - Innenministerium

Tagung der Sportministerkonferenz in Rostock-Hohe Düne
Tagung der Sportministerkonferenz in Rostock-Hohe Düne

Am 27. und 28. November 2008 fand die diesjährige Sportministerkonferenz in Rostock-Warnemünde statt. Auf Einladung des Vorsitzenden der Sportministerkonferenz, des Innenministers von Mecklenburg-Vorpommern Lorenz Caffier, wurden während der zweitägigen Veranstaltung Themen wie die zukünftige Leistungssportförderung in Deutschland, der gemeinsame Kampf gegen Doping sowie die Ausweitung des Sportangebots für Kinder und Jugendliche beraten.

 

Mit der Fußball Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz und den Olympischen und Paralympischen Sommerspiele in Peking  fielen hochkarätige internationale Sportereignisse in die Vorsitzzeit Mecklenburg-Vorpommerns. Das Abschneiden deutscher Sportler in Peking hatte zu einer Diskussion über die Zukunft des deutschen Spitzensportes geführt. "Bei aller verständlichen Enttäuschung sollten sowohl Sportfunktionäre als auch die Öffentlichkeit ihre Erwartungshaltung immer an dem tatsächlich Erreichbaren ausrichten," so Minister Lorenz Caffier in seinem Bericht an die Sportministerkonferenz. "Ist nur die Goldmedaille ein Erfolg und der vierte Platz bei Olympia bereits ein Misserfolg?" Die Bundesländer würden ihren Teil dazu beitragen, damit Deutschland auch in Zukunft eine wichtige und international anerkannte Sportnation bleibt. Mit der Unterzeichnung  einer "Gemeinsame Erklärung von Kultusministerkonferenz, Sportministerkonferenz, Deutschem Olympischen Sportbund und Hochschulrektorenkonferenz" zur besseren Vereinbarkeit  von Spitzensport und Hochschulstudium im Februar dieses Jahres haben die Länder ein entscheidendes Instrument in der Hand. "Die Umsetzung der Gemeinsamen Erklärung in den Ländern ist und bleibt eine der Kernaufgaben der SMK. Vor allem gilt es, die Rahmenbedingungen für studierende Spitzensportler zu verbessern", so der SMK-Vorsitzende. Erfreulich sei, dass einige Länderpolizeien Sportfördergruppen einrichten, um Spitzensportlern eine fundierte berufliche Qualifikation außerhalb des Sports nach ihrer aktiven Zeit zu ermöglichen.  Im September dieses Jahres haben erstmals auch in der Landespolizei M-V fünf Kaderathleten in einer Sportfördergruppe am Institut für polizeiliche Aus- und Fortbildung  der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege in Güstrow eine Ausbildung für den mittleren Polizeidienst begonnen.  Alle zwei Jahre sollen bei Eignung jeweils fünf weitere Ausbildungsplätze für die besten Spitzensportler des Landes bei der Polizei M-V zur Verfügung gestellt werden.

 

Auch in diesem Jahr stand das Thema Doping im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Nachdem die Länder auf der letzten SMK im November 2007 in einer Erklärung ihre Bereitschaft zur Mitfinanzierung der Dopingbekämpfung beschlossen hatten, wurden unmittelbar nach der Konferenz die ersten Zuwendungen aus dem Länderbeitrag, der insgesamt 200.000 EUR beträgt, in den laufenden Haushalt der NADA überwiesen. Auf ihrer letzten Sitzung hatten sich die SMK-Mitglieder auch für den Aufbau einer unabhängigen Schiedsgerichtsbarkeit und eine Bündelung der Aktivitäten zur Doping-Prävention ausgesprochen. Der Vorsitzende der SMK Minister Lorenz Caffier konnte berichten, dass zum 1. Januar 2008 das Deutsche Sportschiedsgericht  seine Tätigkeit aufgenommen hat und inzwischen mehrere Sportverbände Kooperationsvereinbarungen mit dem Deutschen Sportschiedsgericht geschlossen haben bzw. Vereinbarungen kurz vor dem Abschluss stehen. Außerdem sei eine Expertise in Auftrag gegeben worden, die die bisherigen Aktivitäten zur Dopingprävention unterschiedlichster Einrichtungen in Deutschland erfassen und analysieren wird.

 

"Trotz aller Fortschritte müssen wir feststellen, dass die Effizienz von Bemühungen zur Dopingprävention  darunter leidet, dass Zielgruppen unzureichend definiert oder falsch angesprochen werden und dementsprechend Maßnahmen nicht auf die Ziele der Dopingprävention abgestimmt werden", so der Vorsitzende der SMK. "Deshalb werden wir einen Ziel- und Maßnahmekatalog  entwickeln, der langfristig angelegt sein soll und klare Zielgruppen definiert sowie auch Verknüpfungen zu anderen Themen wie Ernährung und Sucht aufweist."

 

Ein Schwerpunkt der SMK 2007 war die Zunahme von Gewalt  und Extremismus im Fußball, verstärkt auch in den unteren Ligen. Innenminister Caffier verwies in seinem Bericht auf eine Länderumfrage der SMK-Geschäftsstelle, die zeigt, dass in allen Bundesländern an Maßnahmepaketen und geeigneten Modellen gearbeitet wird. "Beim Thema Gewalt und Extremismus  wird die Prävention auf lange Sicht eine zentrale Rolle einnehmen müssen. Politik, Verbände Vereine, Schulen und Polizei sind gefordert, an einem Strang zu ziehen." Beispielhaft nannte der Minister die nach den Richtlinien des "Nationalen Konzeptes Sport und Sicherheit" eingerichteten Fanprojekte. Derzeit existieren 41 solcher kommunaler Fanprojekte, weitere sind in Planung. Seitens des DFB bzw. der DFL wurde die jährliche Fördersumme pro Projekt auf maximal 60.000 EUR erhöht. In Mecklenburg-Vorpommern profitiert das "Kommunale Fanprojekt Rostock" von dieser Förderung. "Ich will an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, dass sich neben der Stadt Rostock auch die Landesregierung mit jährlich 50.000 EUR an diesem Projekt beteiligt. Ohne diese Landesbeteiligung wäre das Projekt gar nicht möglich", unterstrich Innenminister Caffier.

 

Weitere Themen auf der SMK:

 

Kinder- und Jugendsport

 

Prof. Dr. Werner Schmidt von der Universität Duisburg-Essen stellte auf der Sportministerkonferenz den "Zweiten Deutschen Kinder- und Jugendsportbericht" vor, in dem sich Wissenschaftler mit der Bedeutung des Sports für Kinder bis etwa zum zwölften Lebensjahr befassen. Sport und Bewegung seien fester Bestandteil der Lebenswelt nahezu aller Kinder und böten daher wie kaum ein anderer Bereich  die Möglichkeit, positiv auf ihre Entwicklung einzuwirken[1], heißt es in den Ergebnissen der Studie.  Die Mitglieder der SMK begrüßen ausdrücklich vorgelegte differenzierte Analyse des Kinder- und Jugendsports in Deutschland. "Auf seiner  Grundlage können politische Entscheidungsträger und Sportorganisationen ihre Maßnahmen beraten", so Minister Caffier. " Sport und bewegungsorientierter Unterricht unterstützen in vielfältiger Weise die sprachliche, intellektuelle und körperliche Entwicklung von Kindern. Sie helfen auch, soziale Schranken abzubauen und die Integration benachteiligter Kinder zu fördern." Vor diesem Hintergrund wird die SMK ihre Beratungen mit den Gremien der Kultusministerkonferenz, der Jugendministerkonferenz, dem Deutschen Olympischen Sportbund und den kommunalen Spitzenverbänden weiterführen. "Einmal mehr unterstreicht die Studie, dass Kinder- und Jugendsport eine gesellschaftliche Querschnittsaufgabe ist, bei der Familien, Schulen, Vereine und Verbände in der Verantwortung stehen und von deren Erfolg alle profitieren - vor allem unsere Kinder."

 

Frauen Fußball WM 2011

 

Nach einer erfolgreichen Fußballweltmeisterschaft im eigenen Land im Jahr 2006 wird Deutschland im Jahr 2011 Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft der Frauen sein. Die Präsidentin des Organisationskomitees Deutschland der FIFA Frauen WM 2011 Steffi Jones berichtete der SMK über den Stand der Vorbereitungen auf dieses sportliche Großereignis. Die Sportministerkonferenz bekräftigt ihre Unterstützung auch im Rahmen einer eigens eigerichteten Arbeitsgruppe der SMK. Diese soll engen Kontakt mit dem DFB, dem BMI und allen weiteren in die Vorbereitung der Frauen Fußball WM eingebundenen Organisationen halten.

 

Integration

 

Die SMK will sich dafür einsetzen, dass mehr Migrantinnen und Migranten als bisher die  Möglichkeiten nutzen, die der Sport für ihre Integration bietet. Gerade bei der Umsetzung des Nationalen Integrationsplans der Bundesregierung tragen die Länder eine besondere Verantwortung. Hieran wollen die Länder auch künftig mitwirken. Angesichts der konkreten Situation der Länder im Bereich Integration und Sport hält die SMK verschiedene Handlungsempfehlungen für besonders wichtig. Hierzu gehört u.a., dass die Arbeit mit spezifischen Zielgruppen (z.B. männliche Heranwachsende) intensiviert und auch die Elternarbeit ausgebaut werden soll. Es sollten eher  weniger Projekte durchgeführt, dafür aber ihre Bewertung und Wirkung deutlicher herausgestrichen werden.  Die Anziehungskraft des Fußballs auf Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund gilt es auch weiterhin zu nutzen. Darüber hinaus sollten aber auch andere Sportarten stärker als Integrationspotenzial erkannt werden. Die Verbände und Vereinen sollten ihre Aus- und Fortbildungsangebote mehr als bisher auf die Männer und Frauen verstärken, die sich im Bereich der Integration engagieren. "Die Sportministerkonferenz ist überzeugt, dass mit diesen Handlungsempfehlungen die Möglichkeiten des Politikfeldes "Integration und Sport"  deutlich weiter entwickelt werden und auch der Sport durch die Einbindung von Menschen mit Migrationshintergrund   gestärkt wird", sagte Lorenz Caffier.

 

Mit diesem Jahr endet die zweijährige Amtszeit des Innenministers von Mecklenburg-Vorpommern als Vorsitzender der Sportministerkonferenz. Anlässlich der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes in Rostock-Warnemünde wird Minister Caffier während eines Länderabends am 5. Dezember 2008 offiziell den Vorsitz an den Innenminister Schleswig-Holsteins Lothar Hay übergeben.


[1]Die Studie wurde auf Initiative der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung erstellt. Vor zwei Wochen wurden  die Ergebnisse der Studie in Hessen an den für Sport zuständigen Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und den Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes Michael Vesper übergeben.

Anlagen:

Pressemitteilung (PDF-Dokument, 117 KB)
Innenminister Caffier zieht positive Bilanz der Sportministerkonferenz

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