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Pressemeldung

Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU): "Frauen und Männer des Widerstands gegen das nationalsozialistische Regime sind mit Zivilcourage für ein freiheitliches, demokratisches Deutschland mit unabhängiger Rechtsprechung eingetreten!"

Justizministerin Uta-Maria Kuder erinnert an den 65. Jahrestag des Attentats vom 20. Juli 1944 auf Adolf Hitler

Nr. 85/09 - 17.07.2009 - JM - Justizministerium

Am 20. Juli 1944 wagte eine Gruppe von Wehrmachtsoffizieren ein Attentat auf Adolf Hitler, das als zentrales Ereignis des Widerstands gegen den Nationalsozialismus gilt und der letzte Versuch war, den verbrecherischen Krieg und die Gewaltherrschaft in Deutschland von innen her zu beenden.

Justizministerin Uta-Maria Kuder: "Das Attentat vom 20. Juli 1944 war der Höhepunkt des Widerstandes gegen die totalitäre Gewaltherrschaft des Nationalsozialismus. Die Frauen und Männer des Widerstands sind mit ihrem Handeln mutig für ein Deutschland mit unabhängiger Rechtsprechung eingetreten. Damit haben die Widerstandskämpfer ein unübersehbares Zeichen für das Fortleben des Freiheits- und Friedenswillens der Deutschen in der dunkelsten Zeit unserer Geschichte gesetzt."

"Alle Deutschen leben heute in einer rechtsstaatlichen Demokratie – aber," so die Ministerin weiter, "wir dürfen nicht vergessen: Freiheit zum Nulltarif, Freiheit ohne geistige Auseinandersetzung wird es niemals geben! Wir dürfen auch nicht vergessen, dass freiheitliche, offene Gesellschaften immer wieder bedroht sein können. Allein deshalb lohnt es sich, daran zu denken, dass es mutige Menschen wie die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 gab! Gerade eine Demokratie ist lebensnotwendig auf die Beherzigung staatsbürgerlicher Tugenden angewiesen. Wir sind weiter darauf angewiesen, dass alle Bürgerinnen und Bürger sich zu den Institutionen und Werten des demokratischen Rechtsstaates bekennen und sich dafür nach den jeweiligen Kräften und Möglichkeiten einsetzen."

Im Scheitern des geplanten Umsturzversuchs liegt eine große Tragik: Wäre er geglückt, wäre der Bevölkerung Europas vermutlich viel weiteres Leid erspart worden. Allein in Deutschland starben in den letzten zehn Monaten des Krieges – vom 21. Juli 1944 bis zum Ende Anfang Mai 1945 – nochmals über 4,8 Millionen Menschen.

Justizministerin Kuder: "Claus Graf Stauffenberg, Ludwig Beck, Carl Goerdeler, die Geschwister Scholl, Dietrich Bonhoeffer und ihre Freunde im deutschen Widerstand, Menschen aus den unterschiedlichsten Schichten, bleiben Leitbilder unserer Zeit. Sie sind Zeugen unseres Freiheitswillens und ihnen gebührt unser Dank!"

Information:

20. Juli 1944: Der 36-jährige Offizier Claus Schenk Graf Stauffenberg legte an diesem Tag bei einer Besprechung in Hitlers ostpreußischem Hauptquartiert "Wolfsschanze" eine Aktenmappe mit einem Sprengsatz am Kartentisch ab. Die Explosion verletzte die meisten Teilnehmer, doch der Diktator Hitler kam mit ein paar Kratzern davon. Der nach Berlin zurückgeeilte Stauffenberg meldete seinen Mitverschwörern den Top Hitlers. Meist unwissende Truppenverbände wurden in Berlin, Paris, Wien und Prag in Marsch gesetzt, um SS- und hitlertreue Wehrmachtsverbände in Schach zu halten. Die Radiomeldung vom Überleben des "Führers" aber ließ den Umsturzversuch binnen Stunden zusammenbrechen. Noch am Abend des 20. Juli 1944 wurden Stauffenberg und seine engsten Mitarbeiter – Werner von Haeften, Albrecht Mertz von Quirnheim und General Friedrich Olbricht – im Hof des Allgemeinen Heeresamtes im Berliner Bendlerblock – ihrem Arbeitsort – erschossen. Am nächsten Tag startete die Gestapo die Verhaftungsaktion "Gewitter". Tausende Regimegegner wurden in Gefängnisse und Konzentrationslager gebracht. Die meisten Oppositionellen starben am Galgen oder wurden erschossen. Die genaue Zahl der Ermordeten ist unbekannt.

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