Mecklenburg-Vorpommern besitzt eine Bodenfläche von 2,3 Millionen Hektar. Davon werden 62,7 Prozent landwirtschaftlich genutzt. 21,7 Prozent sind Wald, 6,0 Prozent Wasser und 8,0 Prozent Siedlungs- und Verkehrsfläche. Letztere vergrößerte sich allein seit 1990 um etwa ein Drittel. (Stand: 31.12.2010).
Auch wenn der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche in M-V mit 8 % der niedrigste aller Bundesländer ist, liegt M-V mit einer Flächeninanspruchnahme von 15,8 m²/Einwohner/Jahr (2010) weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Die Siedlungs- und Verkehrsfläche ist zwischen 1992 und 2010 um mehr als ein Drittel gewachsen. Die Zunahme, insbesondere bei Flächen für Wohnzwecke und Verkehr, erfolgt vor allem zulasten bislang landwirtschaftlicher oder ungenutzter Flächen.
Durch Baumaßnahmen, Verdichtung und Versiegelung werden die natürlichen Bodenfunktionen dauerhaft beeinträchtigt.
Nach wie vor ist die Flächeninanspruchnahme für Siedlungs- und Verkehrszwecke in M-V sehr hoch. 2010 wurden täglich 7,1 Hektar neu in Gebäude- und Freiflächen, Betriebs-, Verkehrs- und Erholungsflächen umgewandelt. Deutschlandweit hat sich die tägliche Flächeninanspruchnahme seit 2004 mit erkennbarem Trend abgeschwächt, liegt aber mit 94 ha/d (Durchschnitt 2006-2009) immer noch weit oberhalb des 30-Hektar-Zieles der Bundesregierung.
Dadurch, dass in M-V die Bevölkerung stark abnimmt, gleichzeitig aber die Siedlungs- und Verkehrsfläche weiter wächst, ist die einwohnerbezogene Flächeninanspruchnahme besonders hoch. 2010 betrug dieser Wert 15,8 m² pro Einwohner und Tag, 2009 lag er sogar bei 16,9 m² pro Einwohner und Tag. Im Vergleich dazu lag die einwohnerbezogene Flächeninanspruchnahme im bundesdeutschen Durchschnitt bei 3,5 m² pro Einwohner und Tag wesentlich niedriger.
In der Folge verringert sich die ohnehin geringe Siedlungsdichte in M-V besonders stark. Damit sind erhebliche Kostensteigerungen für die Aufrechterhaltung von Infrastrukturen und Daseinsvorsorge verbunden.
Vor dem Hintergrund einer wachsenden Weltbevölkerung, zunehmender Flächennutzungskonkurrenzen (wie der Produktion von Nahrungsmitteln und der Erzeugung erneuerbarer Energien) und Bodenverlusten weltweit durch Übernutzung, Erosion oder Wüstenbildung wird es immer wichtiger, das Siedlungs- und Verkehrsflächenwachstum einzudämmen.
Ein besseres Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit der endlichen, zunehmend knapper und wertvoller werdenden Ressource Boden ist dafür unabdingbar.