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Naturschutz und nachhaltige Regionalentwicklung

Die Erfüllung von Aufgaben des Naturschutzes erschöpft sich nicht in der Sicherung, Entwicklung und Pflege von Lebensräumen und Arten, sondern erfordert die Integration in andere Bereiche unserer Gesellschaft. Ziel ist es, Konflikte zwischen Naturschutz und Naturnutzern zu minimieren und die Akzeptanz von Naturschutzmaßnahmen zu erhöhen. Hierfür ist es besonders Erfolg versprechend, wenn regionale Akteure in Aktivitäten des Naturschutzes mit einbezogen werden und, soweit möglich, auch an der Inwertsetzung von Natur teilhaben können.

Dem Tourismus kommt in diesem Zusammenhang gerade in Mecklenburg-Vorpommern eine besondere Rolle zu, besitzt doch gerade das Image als Natur- und Gesundheitsland einen hohen Stellenwert.

INTERREG-Projekt "Parks & Benefits"

Wanderung mit einem Ranger bei Gager; Foto: Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen
Wanderung mit einem Ranger bei Gager; Foto: Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen

Der nachhaltigen Entwicklung in den Regionen von acht Großschutzgebieten widmet sich u.a. das INTERREG-Projekt "Parks & Benefits", dessen Lead-Partner das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern ist und das mit ca. 2,68 Mio Euro aus dem Baltic Sea Region Programme 2007-2013 der EU gefördert wird. An dem Projekt beteiligen sich 18 Partner aus 6 Ostseeanrainerstaaten, siehe auch die Pressemitteilung des LU vom 5.3.2009.

Ziel des dreijährigen Projektes ist es, die integrierte Regionalentwicklung und den nachhaltigen Tourismus in Regionen mit großen, ostseenahen Schutzgebieten zu stärken.

Logo des Projekts "Parks & Benefits"
Logo des Projekts "Parks & Benefits"

Logo "Baltic Sea Region Programme 2007-2013"
Logo "Baltic Sea Region Programme 2007-2013"

Part-financed by the European Union (European Regional Development Fund)
Part-financed by the European Union (European Regional Development Fund)

Im Rahmen von "Parks & Benefits" werden Studien erarbeitet, die die ökonomischen, ökologischen und sozialen Vorteile eines nachhaltigen Tourismus sowohl für die Schutzgebiete als auch für die Regionen und ihre Akteure herausarbeiten. Auf der Agenda stehen unter anderem die qualitative Verbesserung der Besucherinfrastruktur, des Besuchermanagements und des Besuchermonitorings in den Schutzgebieten sowie eine engere Kooperation mit regionalen Akteuren der jeweils angrenzenden Regionen. Bessere Angebote für umweltgerechte Mobilität sowie für ältere und in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen sollen dazu beitragen, die Akzeptanz von Schutzgebieten weiter zu erhöhen.

Das Vorhaben basiert auf der "Europäischen Charta für nachhaltigen Tourismus in Schutzgebieten" der Organisation EUROPARC Federation, die auf diese Weise gemeinsam in den beteiligten National-, Regional- und Naturparks und einem Biosphärenreservat umgesetzt werden soll.

Mecklenburg-Vorpommern wird in dem internationalen Projekt durch das Nationalparkamt Müritz, den Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte, das Amt für das Biosphärenreservat Südost-Rügen sowie die Universität Greifswald als wissenschaftlicher Partner vertreten. Weitere Teilnehmer kommen aus Dänemark, Litauen, Lettland, Estland und Norwegen.

Im März 2009 fand im Müritz-Nationalpark die Auftaktveranstaltung zu dem Projekt "Parks & Benefits" statt. Im Rahmen dieses Projektes plant der Müritz-Nationalpark die Schulung seiner Ranger in englischer Sprache und die Errichtung eines GPS-gestützten Besucherinformationssystems. Es soll den Gästen die Möglichkeit bieten, selbst die Umgebung zielgenau zu erkunden und Informationen an interessanten Standorten abzurufen. Weiterhin wird das viel genutzte Modell der "Nationalpark-Partner", in das Umwelt-, Tourismus- und Gastronomieunternehmen eingebunden sind, gefördert.

Auch für das Biosphärenreservat Südost-Rügen steht die Erreichung der Zertifizierung nach der Europäischen Charta auf dem Programm.

Naturschutzgroßprojekt "Nordvorpommersche Waldlandschaft"

Naturweg; Autor: Ralf Schmidt
Naturweg; Autor: Ralf Schmidt

Die "Nordvorpommersche Waldlandschaft" ist ein ausgedehntes Waldgebiet westlich der Hansestadt Stralsund. Das gleichnamige EU-Vogelschutzgebiet bildet die Grundlage für die Kerngebietskulisse. Diese besitzt eine Gesamtgröße von 16.440 ha und einen Waldanteil von über 50 %. Hier stocken noch weitgehend naturnahe Laubwälder im Verbund mit vermoorten Niederungen, Fließ- und Stillgewässern sowie Offenlandbereichen. Als besonders waldreicher, naturnaher Ausschnitt der Landschaft ist das Kerngebiet von herausragender naturschutzfachlicher Bedeutung. Mit dem Schreiadler (Aquila pomarina) besitzt das Gebiet eine bestandsbedrohte Brutvogelart, deren Erhalt für die Bundesrepublik Deutschland von hoher Bedeutung ist.

Das 512 km² große Projektgebiet liegt in einem dünn besiedelten strukturschwachen ländlichen Raum, der von Arbeitslosigkeit, Abwanderung und Infrastrukturausdünnung betroffen ist. Die Wirtschaftsstruktur wird von der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung dominiert. Die Region besitzt große Entwicklungsmöglichkeiten für eine extensive und nachhaltige Land- und Forstwirtschaft ebenso wie für einen sanften Tourismus. Die Chancen liegen in der beispielhaften Verknüpfung der Interessen von Naturschutz und Naturnutzung.

In der regionalen Partnerschaft des Projektgebietes haben sich mehr als 40 Akteure aus den Bereichen Politik und Verwaltung, Naturschutz, Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, Tourismus, gewerbliche Wirtschaft, ehrenamtliche Vereine, ÖPP-Gremien, Wissenschaft, Fachbehörden sowie 19 Gemeinden zusammengeschlossen. Gemeinsam mit dem Landkreis Nordvorpommern als Träger des Projekts haben sie sich in den Bereichen integrierte Entwicklung, Naturschutz und Sozioökonomie ehrgeizige Ziele gesetzt. Das Projekt wird durch eine zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit begleitet.

Die Finanzierung des 12-jährigen Projektes wird über Fördermittel des BMU, BMELV, des Landes Mecklenburg-Vorpommern und über Eigenmittel des Landkreises Nordvorpommern sichergestellt. Die Einrichtung eines revolvierenden Regionalfonds in Verbindung mit der Gründung einer "Bürgerstiftung für Naturschutz und zukunftsfähige Regionalentwicklung" wird auch langfristig die Aufrechterhaltung der Projektziele gewährleisten.

Kontakt

Hausanschrift

Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern
Abteilung 2 - Nachhaltige Entwicklung, Forsten und Naturschutz
Referat 224
Dreescher Markt 2
19061 Schwerin

Olaf Ostermann

Telefon: 0385-588 6232
Fax: 0385-588 6637
E-Mail: o.ostermann@lu.mv-regierung.de

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