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Definition Meeresumweltschutz

Die Meeresumwelt - einschließlich der Ozeane und aller Meere und angrenzender Küstengebiete - stellt eine in sich geschlossene Einheit dar, die ein unverzichtbarer Bestandteil des globalen lebenserhaltenden Systems und ein Aktivposten ist, der Möglichkeiten für eine nachhaltige Entwicklung bietet.

Seit mehr als 30 Jahren wird dem Meeresumweltschutz national wie auch international verstärkte Aufmerksamkeit gewidmet. Vor dieser Zeit galten die Meere weitgehend noch als unerschöpfliche Müllkippe für die Menschheit. Die vielbeschriebene "Freiheit der Meere" wurde gerne als Freibrief für ihre uneingeschränkte Ausbeutung und Belastung aufgefasst. Rechtliche Regelungsmechanismen existierten nur wenige (Seerecht), da die Meeresgewässer weitgehend außerhalb der nationalen Grenzen lagen.

Nachdem die Umweltprobleme auch in den Meeren immer offensichtlicher wurden und an die Küsten "zurückschwappten" (z.B. Umweltgifte in Fischen, Seevögeln und marinen Säugetieren) und gleichzeitig die Ausweitung der nationalen Hoheitszonen sowie der ausschließlichen Wirtschaftszonen erfolgt war, nahm der Druck zum politischen Handeln zu. Bereits im Jahre 1974 wurde von den Ostseeanrainern über alle politischen und ökonomischen Grenzen hinweg die sogenannte Helsinki-Konvention zum Schutz der Ostsee völkerrechtlich verbindlich verabschiedet.

Seither arbeiten die Ostseeanrainer und auch die im Einzugsgebiet der Ostsee liegenden Staaten verbindlich auf allen Ebenen von der medienübergreifenden Umweltüberwachung über die Zustandseinschätzung bis hin zu Maßnahmen und Regulierungen der Nutzungsbereiche zusammen. Dieses schließt auch den Meeresnaturschutz ein. Die erfolgreiche internationale Zusammenarbeit ist der frühen Erkenntnis zu verdanken, dass Meeresumweltschutz nur dann Erfolg haben kann, wenn er grenzüberschreitend und integrativ und medienübergreifend angelegt ist. Das Meer ist ähnlich wie das Klima ein Summenindikatorsystem für den Stand der Bemühungen zum Umwelt- und Naturschutz, da es natürlicherweise die Senke für vielerlei Stoffflüsse von Land her und aus der Luft darstellt. Das CO2-Pufferungsvermögen sowie der Transport von Stoffen und Wärmeenergie über die Strömungen bilden die Schlüsselfunktion der Meere im Klimahaushalt der Erde.

Mecklenburg-Vorpommern ist in besonderem Maße an einer intakten Meeresumwelt und -natur interessiert. Seine spezifische Lage als Unterlieger an einer der engsten Stellen der Ostsee führt zu einer besonderen Belastung. Die Schmutzfrachten eines Großteils des Ostseeeinzugsgebietes strömen entlang der Küsten dieses Bundeslandes in Richtung Kattegat und Nordsee. Gleichzeitig verlaufen die Hauptschifffahrtsrouten durch eben diese Gewässer. Das Land hängt jedoch wie kein anderes Bundesland aufgrund seiner wirtschaftlichen Entwicklung im maritimen und touristischen Sektor an der Küste von einer sauberen und natürlichen Meeresumwelt ab.


Mecklenburg-Vorpommern / MV tut gut