Jagd in Mecklenburg-Vorpommern – bodenständig und umweltverträglich

Nr. 043/12-02.03.2012-LU-Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

Auf der 23. Delegiertenversammlung hatte der Landesjagdbilanz Gelegenheit, Bilanz zu ziehen. Dabei sind die Aufgaben der Landesjägerschaft als einer der anerkannten Naturschutzverbände vielfältig: "Er sorgt nicht nur durch seine klassische Aufgabe der Hege und Pflege für einen großen Artenreichtum, sondern trägt nicht zuletzt durch den Erhalt des Brauchtums einen großen Anteil zum Gemeinwohl bei. Dank der Jägerinnen und Jäger werden Schulklassen der Natur näher gebracht, Hecken an den Feldern gepflanzt, Unfallwild und Müll beseitigt oder versucht den baumbrütenden Wanderfalken wieder anzusiedeln. Oft geschieht dies in ihrer kostbaren Freizeit", sagte Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz den anwesenden Jägerinnen und Jägern.

Ein Thema auf der Delegiertenversammlung waren die Auswirkungen der Kreisgebietsreform von 2011 auf die Wildschadensausgleichskassen. Dieses System ist einzigartig in Deutschland und hat sich bewährt, musste allerdings an die neue Struktur der Landkreise angepasst werden. Die Landesregierung hat mit neuen Mustersatzungen für die Haupt- und die Beitragssatzung einen Weg gefunden, dass die neu entstandenen größeren Kassen im Wesentlichen so regional wie bisher arbeiten können. So besteht auch die Möglichkeit Außenstellen einzurichten. Auf diesem Wege bliebe die Verbundenheit ihrer Mitglieder mit ihrer alten Kasse weitestgehend gewahrt und der Solidargedanke bliebe auch in der neuen Struktur erhalten. Minister Dr. Backhaus betonte: "ganz wichtig für mich ist, dass niemand um seine gezahlten Kassenbeiträge fürchten muss. Die Beitragsmittel unterliegen der Zweckbindung zur Verwendung für den Personenkreis, von dem die Mittel stammen."

Außerdem wurde der im Vorfeld viel diskutierte Punkt der Verwendung von bleifreien Jagdgeschossen angesprochen.Dem Jahresbericht 2011 des Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung zufolge wurde bei 4 von 22 untersuchten Seeadlern als Todesursache Bleivergiftung festgestellt. Der Grund liegt in der Aufnahme von Bleipartikeln aus Ausbrüchen oder Fallwild. "Das ist tragisch. Deshalb bin ich froh, dass das Bundesinstitut für Risikobewertung prüft, welche Auswirkungen diese Munitionsart insgesamt hat. Sollte das Gutachten zu dem Ergebnis kommen, dass eine ausreichende Auswahl bleifreier Geschosse in Tierschutzfragen den bleihaltigen gleichwertig ist, halte ich den Zeitpunkt für gekommen, den Ausstieg aus der Verwendung von Bleimunition zu besiegeln", unterstrich Minister Dr. Backhaus.

Darüber hinaus übergab Minister Dr. Backhaus dem Präsidenten des Landesjagdverbandes Dr. Volker Böhning einen Genehmigungsbescheid für die bessere Ausstattung des Jagdhundewesens. "Im Interesse des Jagdhundewesens ist es jetzt möglich, Jagdhunde für die kontrollierte Arbeit an Schwarzwild in einem Schwarzwildgatter auszubilden. Diese von vielen Jagdhundeführern seit langem gewünschte Ausbildungsmöglichkeit wurde im Vorfeld ausführlich tierschutzrechtlich und wissenschaftlich abgestimmt", sagte Minister Dr. Backhaus. Zudem wurden die finanziellen Mittel für das Jagdhundewesen von 2010 bis 2012 auf 43.500 Euro fast verneunfacht.

Hintergrund:

Der Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern wurde 1990 gegründet und hat zurzeit 10152 Mitglieder. Im vergangenen Jagdjahr wurden gut 137.000 Stück Schalenwild, das entspricht rund 2 Millionen Tonnen Wildbred, und 15.000 Stück Niederwild zur Strecke gebracht. Weitere Informationen erhalten Sie hier: http://www.ljv-mecklenburg-vorpommern.de/

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