MoorFutures - Investments für den Klima- und Naturschutz

Nr. 106/2012-30.05.2012-LU-Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz

Berlin - Brandenburgs Umwelt-, Gesundheits- und Verbraucherschutzministerin Anita Tack und der Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz des Landes Mecklenburg-Vorpommern, Dr. Till Backhaus, unterzeichnen heute in der Brandenburger Landesvertretung beim Bund in Berlin eine Vereinbarung zur gemeinsamen Nutzung der Marke MoorFutures.

MoorFutures stehen für Investments im Klima- und Naturschutz. Mit den MoorFutures haben Unternehmen und Privatpersonen die Möglichkeit, ihre persönliche Kohlendioxidbilanz zu verbessern. Ein MoorFuture entspricht dabei der Einsparung einer Tonne Kohlendioxidäquivalentdurch die Wiederherstellung von Mooren in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

"Mecklenburg-Vorpommern hat in den vergangenen Jahren über 29.000 ha Moorfläche erfolgreich wiedervernässt. Mit den MoorFutures haben wir ein Instrument entwickelt, welches den Bereich auch für private Investoren öffnet", so Minister Backhaus. Investitionen in Moorwiedervernässungsprojekte bewirken, dass die Moore ihre ursprünglichen Funktionen wieder erfüllen können. Der dort enthaltende Kohlenstoff entweicht in entwässerten Mooren und belastet die Atmosphäre zusätzlich. Wiedervernässte Moore ersparen der Atmosphäre erhebliche Mengen an Klimagasen, bis zu 35 Tonnen Kohlendioxidäquivalente pro Hektar jedes Jahr. Moorwiedervernässung ist daher ein attraktiver Beitrag zum Klimaschutz.

"Mit jedem Moor, das wir renaturieren, tragen wir aktiv zum Klimaschutz und zur Erhaltung der biologischen Vielfalt bei. Die Klimawirkung der Moore darf nicht unterschätzt werden. Intakte Moorböden fungieren als Kohlendioxidspeicher. Darüber hinaus fungieren sie als Wasserspeicher, haben eine Filterfunktion und regulieren durch ihre Verdunstung das Kleinklima", so Ministerin Tack.

Beide Minister betonen darüber hinaus die überaus wichtige Funktion intakter Moore als Lebensraum zahlreicher gefährdeter Arten. So seien die europäischen Biodiversitätsziele ohne intakte Moore kaum zu erreichen. Moore gehören zu den am meisten gefährdeten natürlichen Lebensräumen dieser Erde. Sie sind einzigartige Lebensräume für besonders spezialisierte und damit auch seltene Tier- und Pflanzenarten. Mit der heute unterzeichneten Vereinbarung wird auch Brandenburg  die von Mecklenburg-Vorpommern entwickelte Marke MoorFutures nutzen und Projekte auf dem freiwilligen Kohlenstoffmarkt anbieten.

Durch den Kauf von MoorFutures haben interessierte Investoren die Sicherheit, dass ihr finanzielles Engagement dauerhaft und über Jahrzehnte hinweg eine signifikante Wirkung erzielt. Die Projektflächen werden in beiden Ländern eigentumsrechtlich gesichert und von verlässlichen Partnern gemanagt. In Mecklenburg-Vorpommern sind dies die Landgesellschaft und die Stiftung Umwelt- und Naturschutz Mecklenburg-Vorpommern, in Brandenburg der NaturSchutzFonds mit seiner Tochter, der Flächenagentur. Die Auswahl der Projekte und deren Registrierung erfolgt über die jeweiligen Ministerien. Die wissenschaftliche Begleitung und Verifizierung der durch den Moorschutz eingesparten Treibhausgase erfolgt über die Universität Greifswald und in Brandenburg über die Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde.

"Wir garantieren den MoorFutures-Investoren die Sicherheit, dass das Geld langfristig und valide für den Klima- und Naturschutz in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg eingesetzt wird. Das eigene persönliche Klimaschutzprojekt ist nicht mehr anonym und abstrakt, man kann es jederzeit selbst besichtigen", so die Minister Tack und Backhaus. Den Startschuss für die Realisierung des ersten Projektes im Rahmen der MoorFutures wird Mecklenburg-Vorpommern im Juli im Polder Kieve setzen, Brandenburg wird mit seinem Pilotprojekt im Landkreis Oberhavel in Kürze folgen.

Zahlen und Fakten

Noch vor gut 200 Jahren verteilten sich Moore in Brandenburg auf einer Fläche von rund 300.000 Hektar. Heute sind es noch 210.000 Hektar, die jedoch überwiegend durch Entwässerung geschädigt sind. Rund 75 Prozent davon werden landwirtschaftlich genutzt. Lediglich auf 2.000 bis 3.000 Hektar findet man heute noch wachsende Moore. In Brandenburg sind in den letzten Jahren knapp 3.000 Hektar Fläche renaturiert worden. Gegenwärtig erarbeitet die Landesregierung ein Programm zum Schutz und zur Nutzung der Moore für Brandenburg.

Mit ca. 300.000 Hektar Moor zählt Mecklenburg-Vorpommern zu den moorreichsten Bundesländern. Mehr als die Hälfte der Moorfläche ist in landwirtschaftlicher Nutzung und durch Entwässerung geschädigt. Vor diesem Hintergrund hat die Landesregierung in Schwerin bereits 2000 ein Konzept zur Bestandssicherung und zur Entwicklung der Moore in Mecklenburg-Vorpommern verabschiedet. Mit dem Konzept zum Schutz und zur Nutzung der Moore wurde dieses im Jahr 2009 fortgeschrieben.

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