Mecklenburg-Vorpommern steht vor einem tief greifenden demographischen Wandel. Die Menschen im dünn besiedelten Nordosten werden immer älter. Zudem sinkt die Zahl der Hausärzte in den kommenden Jahren absehbar ab. Deshalb will das Land Projekte in der Telemedizin noch stärker voranbringen. Ein bundesweit beachtetes Projekt ist die Telegesundheitsschwester AGnES. Eine speziell ausbildete Krankenschwester besucht die Patienten, die nicht ohne weiteres in eine Arztpraxis kommen können, zuhause. Die Schwestern arbeiten auf Anweisung des Hausarztes. Sie beraten und betreuen Patienten, überwachen Therapien und tragen zur Vorbeugung von Erkrankungen bei. Dabei wird auch telemedizinische Ausrüstung eingesetzt – die Telegesundheitsschwester hat unter anderem ein Laptop und ein Bildtelefon dabei.
Mecklenburg-Vorpommern war das erste Bundesland, das ein dezentrales digitales Mammographie-Screening eingeführt hat. Auch die Vernetzung der Krankenhäuser spielt eine wichtige Rolle. Mit Hilfe etwa der Teleradiologie kann auch in kleineren Einrichtungen eine sehr gute medizinische Versorgung mit viel Fachkompetenz angeboten werden. Künftig soll die Telemedizin im Nordosten auch dafür genutzt werden, mikroskopische Aufnahmen von krebsverdächtigem Gewebe von Spezialisten begutachten zu lassen. Darüber hinaus will das Land weitere Projekte fördern. Dazu stehen bis zum Jahr 2010 insgesamt rund 1,2 Millionen Euro aus dem Zukunftsfonds zur Verfügung.
Die Akteure auf dem Gebiet der Telemedizin arbeiten eng zusammen. Beim Ministerium für Soziales und Gesundheit wurde ein Beirat für Telemedizin eingerichtet. Darin sind die Kassenärztliche Vereinigung, die Krankenhausgesellschaft, die Ärztekammer, die AOK, die Fachhochschule Stralsund, die Universität Greifswald sowie die SPD-Fraktion und die CDU-Fraktion vertreten.