Nach dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung Deutschlands benötigten die fünf neuen Bundesländer eine Vertretung in der Bundeshauptstadt. Auch Mecklenburg-Vorpommern stand vor dieser Herausforderung. 1991 wurde die erste Landesvertretung in Bonn eröffnet. Gemeinsam mit Sachsen nutzte Mecklenburg-Vorpommern das Gebäude der ehemaligen Ständigen Vertretung der DDR.
Das dreistöckige Haus in der Godesberger Allee 18 der damaligen Bundeshauptstadt wurde in den Jahren 1991 bis 1994 umgebaut und an die neuen Bedürfnisse angepasst. Erster Staatssekretär war damals Dr. Eckbert Mroch, der zusammen mit dem Dienststellenleiter Dr. Heinrich Doppler die Anfänge der Landesvertretung bestimmte.
1991 beschloss der Deutsche Bundestag sowohl seinen Umzug als auch den der Bundesregierung von Bonn nach Berlin; 1996 beschloss als weiteres Verfassungsorgan der Bundesrat, seinen Sitz ebenfalls von Bonn nach Berlin zu verlegen. Die Landesvertretung bezog dort zunächst eine Zwischenunterkunft in der Mohrenstraße 66, unweit der Wilhelmstraße. Das Gebäude aus der Kaiserzeit war vormals der Sitz der Kurmärkischen Ritterschaftsbank und diente später als Gästehaus des Ministerrates der DDR. Nach der Wende war es in den Besitz des Bundesvermögensamtes übergegangen und bot in einem Teil seiner Räume der Landesvertretung bis zum Umzug im Herbst 2001 Platz für ihre Aufgaben.
Entsprechend der Beschlüsse der Landesregierungen von Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sollte für die Vertretungen aus wirtschaftlichen Gründen ein gemeinsames Gebäude errichtet werden. Die Wahrnehmung der Bauherrenaufgaben für diesen Neubau wurde der Landesbauverwaltung Brandenburg übertragen. Durch diese Partnerschaft konnten die Baukosten mit etwa 9,2 Millionen Euro pro Land weit unter den Baukosten der übrigen Landesvertretungen gehalten werden. Die beiden gleichen, klammerartig versetzten Gebäudeteile sind das äußere Symbol für die gemeinsame Nutzung.
Für den Neubau stand ein Grundstück in unmittelbarer Nähe zum Potsdamer und Leipziger Platz, zur Friedrichstraße und zum Regierungsviertel zur Verfügung. Im November 1997 wurde ein europaweiter Architekturwettbewerb ausgelobt. In dessen Ergebnis wurde dem Hamburger Architekturbüro von Gerkan, Marg und Partner gemeinsam mit den Berliner Landschaftsplanern Krafft-Wehberg-Wes & Partner die Planung im Juli 1998 übertragen.
Um die Zusammenarbeit zwischen Nutzern, Bauamt, Architekten und Fachplanern zu intensivieren, wurde unter Beteiligung der Finanzministerien eine Projektlenkungsgruppe ins Leben gerufen, die den Planungs- und Ausführungsprozess begleitete und wichtige Entscheidungen traf. Trotz eines engen Planungszeitraums wurde bereits im Februar 2000 der Grundstein für das neue Haus gelegt.
Nach einer Bauzeit von anderthalb Jahren bezogen beide Landesvertretungen den Bau im September 2001. Feierlich eingeweiht wurde das Gebäude am 18. Oktober 2001 im Beisein der Ministerpräsidenten Dr. Harald Ringstorff (Mecklenburg-Vorpommern) und Dr. h.c. Manfred Stolpe (Brandenburg) und der Finanzministerinnen Sigrid Keler (M-V) und Dagmar Ziegler (BB) sowie zahlreichen Gästen aus Politik und Wirtschaft.