Seit Oktober 2003 unterhält Mecklenburg-Vorpommern mit der französischen Region Poitou-Charentes eine Partnerschaft. Die Präsidentin der Region und der Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern unterzeichneten die Vereinbarung in der Hauptstadt der Region, Poitiers, anlässlich einer Konferenz aller Regionen Frankreichs und aller deutschen Länder. Diese Konferenz hatte das Ziel, den Beziehungen auf regionaler Ebene nach dem 40. Jahrestag des Vertrages über die Deutsch-Französische Freundschaft (Elysée-Vertrag) einen neuen Impuls zu geben. Mecklenburg-Vorpommern gehörte zu den wenigen deutschen Ländern, die zuvor noch keine Partnerschaft mit einer Region Frankreichs hatten.
Eine Reihe von Gemeinsamkeiten verbindet Poitou-Charentes mit Mecklenburg-Vorpommern: geografische wie die Lage am Meer, Fläche, Einwohnerzahl und Bevölkerungsdichte; wirtschaftliche wie die starke Ausrichtung auf maritime Industrie, Landwirtschaft und Ernährungsindustrie sowie Tourismus; die gemeinsame Mitgliedschaft in der Konferenz der peripheren und Küstenregionen Europas (KPKR) und die Tatsache, dass auch Poitou-Charentes Beziehungen zur Wojewodschaft Westpommern (Polen) unterhält.
Die Partnerschaft ergänzt die Beziehungen, die Mecklenburg-Vorpommern zu seinen Nachbarn im Ostseeraum pflegt. Die Felder möglicher Zusammenarbeit sind in der Vereinbarung bewusst breit angelegt: Allgemeine und berufliche Bildung, Wissenschaft und Forschung, Informations- und Kommunikationstechnik, Kultur, Wirtschaft, Tourismus sowie Umwelt- und Naturschutz seien beispielhaft als wichtige Schwerpunkte genannt. Zur Zusammenarbeit der Schulen unterzeichnete im Mai 2007 das Bildungsministerium des Landes in Schwerin eine Vereinbarung mit der für Poitou-Charantes zuständigen Akademie der staatlichen französischen Schulverwaltung. Damit soll insbesondere das Interesse an der französischen Sprache geweckt und stärker gefördert werden. Auch die Erfahrungen des Deutsch-Französischen Jugendwerks und des Instituts Français Rostock spielen hierbei eine Rolle.
Um die regionale Zusammenarbeit in der Praxis umzusetzen, wurde ein "Gemeinsamer Koordinierungsausschuss" eingesetzt. Er erarbeitet Konzepte für die Zusammenarbeit, bereitet Projekte vor oder begleitet sie und koordiniert alle Aktivitäten im Rahmen der Partnerschaft.