Polen gehört zu den wichtigsten auswärtigen Partnern Mecklenburg-Vorpommerns. Seit 1991 haben Mecklenburg-Vorpommern und Polen ein enges, freundschaftliches und vertrauensvolles Verhältnis mit einem dichten Netzwerk von grenzüberschreitenden Kontakten aufgebaut. Zu keinem anderen Land bzw. Region pflegt Mecklenburg-Vorpommern so vielfältige und intensive Beziehungen wie zum Nachbarland Polen.
Das Netzwerk besteht aus ca. 100 kommunalen Partnerschaften, 70 Schulpartnerschaften, über 40 aktiven Hochschul- und Fachhochschulpartnerschaften sowie zahlreichen Partnerschaften zwischen Organisationen und Projektträgern.
Im Rahmen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit der Republik Polen arbeitet Mecklenburg-Vorpommern mit den benachbarten Wojewodschaften eng zusammen. Bereits im März 1991 unterzeichneten Mecklenburg-Vorpommern und die damaligen Wojewodschaften Stettin (Szczecin), Köslin (Koszalin) und Schneidemühl (Piła) eine "Gemeinsame Erklärung", die die Grundlage für die Zusammenarbeit bildete. Nach der Verwaltungsreform in der Republik Polen im Jahr 1999 wurde die Zusammenarbeit auf eine neue Grundlage gestellt: Mecklenburg-Vorpommern und die neu gebildete Wojewodschaft Westpommern (Zachodniopomorskie) unterzeichneten hierzu im Juni 2000 eine "Gemeinsame Erklärung über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit".
Mit der Stadt Danzig und der umliegenden Region arbeitet das Land Mecklenburg-Vorpommern bereits seit Mitte der 90er-Jahre zusammen. Seit 2001 ist Mecklenburg-Vorpommern auch partnerschaftlich mit der Wojewodschaft Pommern (Pomorskie) verbunden. Grundlage hierfür bildet die im Januar 2001 unterzeichnete "Gemeinsame Erklärung über interregionale Zusammenarbeit zwischen dem Land Mecklenburg-Vorpommern und der Wojewodschaft Pommern".
Mecklenburg-Vorpommern arbeitet aktiv in den Ausschüssen für grenznahe Zusammenarbeit, Raumordnungsfragen und Bildungszusammenarbeit der Deutsch-Polnischen Regierungskommission für regionale und grenznahe Zusammenarbeit mit. Die Deutsch-Polnische Regierungskommission trat erstmals 1991 zusammen und ist zuständig für die Pflege der Kontakte und der Zusammenarbeit zwischen regionalen, kommunalen und sonstigen Institutionen und die Anregung von weiterführenden Initiativen in den deutsch-polnischen Grenzregionen. Im Frühjahr 2012 (voraussichtlich am 18./19. April) wird Mecklenburg-Vorpommern Gastgeber der Sitzung der Ausschüsse für grenznahe und interregionale Zusammenarbeit sein.
Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich punktuell an dem 2008 initiierten grenzüberschreitenden informellen Netzwerk Oder-Partnerschaft. Weitere Partner sind die Bundesländer Berlin, Brandenburg und Sachsen, die Wojewodschaften Niederschlesien, Lebus, Großpolen, Westpommern und die Städte Landsberg, Posen, Stettin, Breslau und Grünberg. Ziel ist es, über die bilateralen Kontakte hinaus Möglichkeiten für eine multilaterale Zusammenarbeit zu ermitteln und einen Mehrwert zu erzielen. Bei den bisherigen Spitzen- und Arbeitstreffen sprachen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die Themen Wirtschaft/Tourismus, Infrastruktur/Verkehr und Wissenschaft/Forschung.
Seit 2008 laden die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit und die Robert Bosch Stiftung im jährlichen Wechsel zwischen Deutschland und Polen zu den Deutsch-Polnischen Medientagen ein - gemeinsam mit einer gastgebenden Region (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen bzw. Lebuser Land, Niederschlesien oder Westpommern). Höhepunkt der Medientage ist die Verleihung des Deutsch-Polnischen Journalistenpreises für die besten Beiträge in den Kategorien "Print", "Hörfunk" und "Fernsehen". 2012 richtet Mecklenburg-Vorpoommern die "5. Deutsch-Polnischen Medientage" vom 14. bis 16. Mai in Schwerin aus.
Die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit, die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung sowie der Deutsche Akademische Austauschdienst veröffentlichten 2011 eine Ausschreibung für ein "Zentrum für Polenstudien". Ziel des Projektes ist es, Inhalte und Ansätze zu Polen zu bündeln, die es an den Hochschulen in Deutschland gibt und in diesem Zentrum anzubieten. Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald hat eine Bewerbung für dieses Vorhaben eingereicht.