Auf seinem Neujahrsempfang hat Ministerpräsident Erwin Sellering im Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin die gesellschaftlichen Gruppen im Land dazu aufgerufen, an einer Zukunft aus eigener Kraft mitzuarbeiten: "Viele wichtige Aufgaben und Herausforderungen werden wir nur alle gemeinsam lösen können, in gemeinsamer Verantwortung und Anstrengung", so Sellering zu den rund 500 Gästen. Wichtigste gemeinsame Aufgabe der kommenden fünf Jahre sei es, das Land wirtschaftlich weiter voranzubringen: "Dazu braucht es alle: Arbeitnehmer und Gewerkschaften, Unternehmer und Kammern."
Der Ministerpräsident legte in seiner Neujahrsrede einen Schwerpunkt auf die Schulen im Land. Die weitere positive Wirtschaftsentwicklung werde entscheidend davon abhängen, ob genug qualifizierte Fachkräfte zur Verfügung stünden. "Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, dass wir den Kindern und Jugendlichen in unserem Land mit einer guten Bildung die besten Chancen geben." Sellering warb für die möglichst weitgehende Einbeziehung von Kindern mit besonderem Förderbedarf in die regulären Schulen (Inklusion). Dies sei die wahrscheinlich tiefgehendste Schulreform seit langem: Sie könne wie die anderen wichtigen Aufgaben dort - die Attraktivität des Lehrerberufs zu steigern, Ganztagsschulen aufzubauen und die selbstständige Schule weiter auszugestalten - nur gelingen, wenn sie von einer breiten Mehrheit der Gesellschaft getragen werde.
Die Landesregierung starte deshalb einen "Schuldialog" mit Lehrern, Eltern und Schülern. Die beiden demokratischen Oppositionsparteien lud der Ministerpräsident dazu ein, "gemeinsam, sachlich und kollegial an der Lösung der bevorstehenden Probleme zu arbeiten". Die Regierung sei offen für gute Vorschläge und Ideen. Die Landesregierung strebe einen "Schulfrieden" an, um mit der zentralen Aufgabe einer guten Bildung für alle Kinder und Jugendlichen voranzukommen. Sellering: "Ich bin überzeugt: Das schaffen wir nur, wenn alle mitmachen - neben Lehrern, Eltern, Schülern auch die Fraktionen, die Lehrerverbände und Lehrergewerkschaften, die mit diesem Schulfrieden die Voraussetzung für eine sachliche Diskussion schaffen." Ziel sei es, dass sich motivierte Lehrerinnen und Lehrer auf guten und engagierten Unterricht konzentrierten.
Besonders würdigte Sellering das ehrenamtliche Engagement in Mecklenburg-Vorpommern. Rund 500.000 Menschen im Land seien ehrenamtlich tätig. "Der Einsatz all dieser Menschen trägt vor allem zu einem Klima der Gemeinsamkeit und gegenseitigen Unterstützung im Land bei." Dieses Klima sei auch ein Mittel zur Immunisierung gegen dumpfe Fremdenfeindlichkeit und ängstlichen Nationalismus, gegen Intoleranz und eine aus Minderwertigkeitsgefühlen erwachsende Aggressivität. "Gegen die NPD, gegen Rechtsextremismus müssen wir zusammenstehen. Im Landtag, aber vor allem vor Ort, auf den Marktplätzen, in den Vereinen. Überall dort, wo es deutlich zu machen gilt: Unser Mecklenburg-Vorpommern ist weltoffen, tolerant und solidarisch."
Ministerpräsident Sellering empfing auch das Diplomatische und Konsularische Korps. Zudem verlieh er an drei Personen für ihr außergewöhnliches bürgerschaftliches Engagement den Verdienstorden des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Ausgezeichnet wurden Prof. Dr. Kornelia von Berswordt-Wallrabe, langjährige Direktorin des Staatlichen Museums Schwerin, der Geobotaniker Dr. Heinz Henker aus Neukloster sowie die Regionalbeauftragte des Landesverbandes des demokratischen Frauenbundes e.V., Sieglinde Scheel aus Neubrandenburg.
Die Rede des Ministerpräsidenten "Gemeinsame Verantwortung für Mecklenburg-Vorpommern" im Wortlaut (acht Seiten).
Pressemitteilung Nr. 13/2012 (Zusammenfassung der Rede)
Pressemitteilung Nr. 14/2012